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Siedlung ist eng mit dem Schicksal der aus Österreich vertriebenen Protestanten verknüpft

Salzburg im Weserbergland – wie es entstand

Marienau/Coppenbrügge. Am Westrand des Osterwaldes befindet sich eine Siedlung, die mit dem Schicksal der aus Österreich vertriebenen Protestanten im Jahr 1733 eng verknüpft ist. Insgesamt weit über 20 000 Bürger aus Salzburg und dem Umland entschieden sich dafür, nicht ihren Glauben aufzugeben und lieber die Heimat zu verlassen. Sechs Familien gründeten die neue Siedlung Salzburg.

veröffentlicht am 16.03.2012 um 06:00 Uhr

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Autor:

Achim Linck

Erzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian war für das traurige Schicksal der Protestanten verantwortlich, die ihrem Glauben treu blieben und von denen einige sogar bei ihrem Auszug aus der Heimat ihre Kinder zurücklassen mussten. Aus Bayern holte der Bischof Jesuiten und versuchte, das evangelische Glaubensbekenntnis auszurotten.

16 Bauern überreichten daraufhin 1731 in Sankt Veit dem Vikar eine Akte. Darin stand, dass sich alle Familienangehörigen offen zu ihrem evangelischen Glauben bekennen und dass sie das „Corpus Evangelicorum“ zu Regensburg um Hilfe bitten. Bei dieser Organisation handelte es sich um die Vertretung der evangelischen Fürsten. Der Bischof verdächtigte gegenüber den evangelischen Fürsten die glaubenstreuen Bewohner als Rebellen, um ihnen auf diese Weise einen Auszug aus dem Land unmöglich zu machen. Es waren dann 150 Vertreter der Evangelischen, die sich wenig später in einer Gaststätte in Schwarzach trafen. Sie steckten dort den Finger in ein Salzfass und leisteten den Schwur, nicht von ihrem Glauben abzulassen. Dieses Ereignis ging als „Salzbund“ in die Geschichte ein.

Innerhalb von acht Tagen, so verfügte es Erzbischof Firmian, hatten dann die Tagelöhner, Arbeiter und Handwerker, aber auch die Bergleute, das Land zu verlassen. Wer Grundbesitz hatte, musste innerhalb von drei Monaten gehen. 6000 Soldaten wurden seinerzeit in das Land geholt und hatten den Auszug zu ordnen. Kaiser Karl VI. verurteilte das Handeln des Bischofs, konnte aber aus politischen Gründen nicht einschreiten. Die Protestanten gingen nach Bayern, Ostpreußen und Litauen sowie in das Kurfürstentum Hannover. Sie wurden hier in Göttingen aufgenommen. König Georg II. gab sechs Familien eine neue Heimstatt. Er ließ die Häuser im Ortsteil Salzburg, oberhalb von Marienau, bauen. Es waren landwirtschaftliche Arbeiter und Holzschnitzer, die hier siedelten. Am Haus Nr. 5 wurde eine entsprechende Gedenktafel angebracht, sie ist an der „Gaststätte Salzburg“, die Harald Dreyer bewirtschaftet, angebracht. Hier werden als besondere Spezialitäten Wildschweinsülze und Bratkartoffeln sowie Welfenspeise serviert. Heute ist die Siedlung ein Ausflugsziel für Wanderer und Autofahrer, die den Blick in die bergige Landschaft genießen möchten. Eine Besonderheit auf benachbarte Wiesen gibt es an dieser Stelle auch zu sehen. Hier weiden Lamas der „Dark-Eyes-Ranch“.



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