weather-image
AC/DC gibt Silvester 1973 das erste Konzert

Rock ’n’ Roll

Wer die vier Buchstaben bei Google eingibt, erhält rund 364 Millionen Treffer: AC/DC ist heute neben den Rolling Stones die berühmteste Band der Welt.

veröffentlicht am 28.12.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 12:41 Uhr

270_008_6820374_rue_AC_DC_in_Sevilla_1_.jpg
4301_1_orggross_f-westermann

Autor

Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Das erste Kapitel der Bandgeschichte wird vor 40 Jahren, am Abend des Jahreswechsels 1973 auf 1974 geschrieben. AC/DC geben im australischen Sydney ihr musikalisches Debut und singen Klassiker der Rolling Stones, von Chuck Berry und den Beatles und auch einige Eigenkompositionen. Und wohl niemand unter den Zuhörern wäre auf die Idee gekommen, dass dieser Haufen von Rüpeln einmal zu den einflussreichsten Bands im Hardrock-Bereich zählen sollte und seinen Namen für alle Zeiten in die Geschichtsbücher der Rockmusik einmeißeln würde.

Rhythmus-Gitarrist Malcolm Young verdient damals seine Brötchen in einer Firma, die Nähmaschinen herstellt. Seine damalige Band passt ihm nicht mehr so ganz. Kurzerhand nimmt er seinen kleinen Bruder Angus in die neue Formation auf. Was beide eint, ist ein Lebensgefühl, die Schule haben sie schon mit 15 Jahren satt. Die Besetzung wechselt, dann kommt als neuer Sänger Ronald Belford ’Bon‘ Scott – er ist der Prototyp eines Rock’n’Rollers. Es geht noch 1974 ins Studio, wo das bahnbrechende „High Voltage“ eingespielt wird: purer Rock ’n’ Roll. Über die rotzigen Gitarren und einer druckvollen Rhythmus-Gruppe schmiert Scott seinen verrauchten Gesang – das ist einfach grandios.

Die Band hat schnell mit Auftrittsverboten zu kämpfen, denn Bon Scott gibt sich auf der Bühne als kleiner Junge in Schuluniform und streckt den zahlenden Gästen auch schon mal den blanken Hintern entgegen, dabei fegt er wie ein Derwisch über die Bühne und singt davon, dass Väter ihre jungfräulichen Töchter besser wegsperren sollten, wenn er in die Stadt kommt.

270_008_4140853_Logo_Vergi.jpg

Die Band hat Spaß an Auftritten, jede noch so kleine Bude wird gerockt. Der Erfolg kommt schnell, auch mit Deep Purple gehen sie auf Tournee und liefern sich eine handfeste Prügelei. Auf der Bühne. 20 000 Menschen sehen ent- und begeistert zu.

Als die Band das erste Mal durch Europa tourt, wird sie zur Punkszene gezählt; selten gab es in der Rockgeschichte ein absurderes Missverständnis.

Im Februar 1979 setzen die Aussie-Rocker zum finalen Rundumschlag an. In London beginnen sie mit den Aufnahmen zu „Highway To Hell“, das ihnen weltweit zum Durchbruch verhelfen soll und mittlerweile wohl d e r große Klassiker in der AC/DC-Discografie ist. Fortan regnet es Gold auf der ganzen Welt und die Bandmitglieder avancieren zu Stars.

Wenn sie nicht auf der Bühne oder im Studio stehen, ist Party angesagt. Vor allem Bon Scott lässt keine Whisky-Flasche aus.

Am 19. Februar 1980 stirbt Scott in London in einem Auto. Die offizielle Todesursache: „Alkoholvergiftung“ bzw. „Unfall“, doch Fans vertreten noch heute die These, dass der Tod von Bon Scott durch Erfrieren im Auto eingetreten ist.

Die Fans sind geschockt, und die Band steht vor der Frage, ob und wie sie weitermachen soll. Eine Antwort ist schnell gefunden – und sie heißt Brian Johnson. Nur wenige Tage danach begeben sie sich wieder ins Studio, um „Back In Black“ einzuspielen. Während die Scheibe zum Megaseller wird, hat Brian Johnson lange mit dem übergroßen Schatten seines verstorbenen Vorgängers zu kämpfen. Es dauert, bis er von den Fans akzeptiert wird.

„Back in Black“ wird 49 Millionen Mal verkauft und ist damit das zweiterfolgreichste Album überhaupt. Die Band, schreibt das Fachmagazin Hard Rock, „hat sich mit diesem wohl düstersten und härtesten Album ihrer gesamten Karriere selbst übertroffen hatten: jeder Song ein Volltreffer, jedes Riff ein Nackenbrecher, jede Note ein Geschenk des Himmels. Göttlich!“

Ab „Back In Black“ sind AC/DC so etabliert, dass sie es sich auch leisten können, eine Phase mit weniger guten Alben zu überstehen. Ab 1990 geht es wieder aufwärts, sowohl bei der Kreativität aus auch bei den Verkaufszahlen: „The Razor’s Edge“ zündet, und die Single „Thunderstruck“ ist heute ein Klassiker.

2008 entsteht mit „Black Ice“ das letzte Album. Für AC/DC ist es ein Grund mehr, wieder auf Tournee zu gehen, die größten Stadien der Welt in Grund und Boden zu rocken und ihren Fans das zu geben, wonach sie alle lechzen: Rock ’n’ Roll. In Deutschland dauert es übrigens elf Minuten, dann sind alle Konzerte ausverkauft.

Und Bon Scott? Auch über dreißig Jahre nach seinem Tod pilgern die Fans zu seinem Grab, veranstalten dort Trinkgelage – und hinterlassen zu seinem Gedenken die Verschlüsse ihrer Flaschen auf der Grabplatte.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt