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Vor 25 Jahren: Lokaler CDU-Abgeordneter besucht prachtvollen Bau in Bonn

Palais Schaumburg wird von Kanzler Adenauer zum Amtssitz erklärt

Landkreis (nell). Ein riesiger Garten, zwei prächtige Flügelbauten, vom kaiserlichen Hofbaumeister Ernst von Ihne höchstpersönlich entworfen, schmiedeeiserne Tore verziert mit dem Schaumburger Wappen und auf dem Dach dreht sich eine vergoldete Wetterfahne mit der Lippischen Rose. Die Rede ist von dem prachtvollen Palais Schaumburg in Bonn, das in der Zeit von 1949 bis 1999 Sitz des Bundeskanzleramts gewesen ist.

veröffentlicht am 22.08.2011 um 00:00 Uhr

Vor 25 Jahren berichtete unsere Zeitung über die wechselhafte Geschichte des Schaumburg-Palais.

Im August 1986 machten sich der Schaumburger CDU-Abgeordnete Helmut Rode und sein Assistent Hubertus Pellengahr auf den Weg nach Bonn und „spürten der Schaumburger Vergangenheit in der Universitätsstadt am Rhein nach“.

Einige Bonner leben in der „Schaumburg-Lippe-Straße“, im Gasthaus „Schaumburger Hof“ genießen sie ihr Bier und – aber das ist Vergangenheit – vom Palais Schaumburg aus regierte der Bundeskanzler. „Über mangelnde Präsenz kann sich Schaumburg in der Bundeshauptstadt nicht beklagen“, stellt unsere Zeitung stolz fest. Den Bekanntheitsgrad, den Schaumburg insbesondere durch das Palais erlangt hat, verdankt es vor allem zwei Persönlichkeiten: zum einen Prinz Adolf zu Schaumburg-Lippe, und zum anderen Bundeskanzler Konrad Adenauer, der es 1949 zu seinem Amtssitz erklärte.

1890 kaufte der Schaumburger Monarch das Gebäude von den Erben des Tuchhändlers William Löschigk, der das Palais Schaumburg 1860 im Renaissance-Stil erbauen ließ. Zusammen mit seiner Frau Prinzessin Viktoria von Preußen lebte der Fürst bis zu seinem Tod im Jahre 1919 in der Villa – ihm verdankt sie auch ihren Namen. Seine Frau verkaufte das Anwesen anschließend für 700 000 Mark an seinen Neffen, Prinz Adolf II. zu Schaumburg-Lippe, sicherte sich jedoch ein lebenslanges Wohnrecht. Die Prinzessin, „für lockeren Lebenswandel bekannt“, heiratete den Russen Alexander Zoubkoff, der sich allerdings bald als Hochstapler entpuppte.

Die Gläubiger Viktorias pfändeten das gesamte Inventar des Palais und die Prinzessin wurde „auf die Straße gesetzt“, beschreibt unsere Zeitung. 1936, nach dem Tod Adolfs II., wurde das Palais an das Deutsche Reich verkauft. Fortan diente es als Militärsitz und war „total verwahrlost“, bis der „Kulturliebhaber“ Konrad Adenauer, wie unsere Zeitung ihn bezeichnet, 1949 mit dem Kanzleramt dorthin wechselte. 1979 zog das Amt in einen Neubau neben dem Palais, das aber weiterhin als Gäste- und Repräsentationshaus in Funktion blieb. Heute ist das Palais Schaumburg – als historischer Amtssitz des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik – immer noch zweiter Dienstsitz des Bundeskanzleramts und Sitz des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Helmut Rode stellte damals erfreut fest, dass Schaumburg mit dem Palais „eine bessere Vertretung“ in Bonn hat als alle anderen Regionen.



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