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Autos, Sport, Haustiere, Reisen und Kochen sind die am meisten diskutierten Themen

Online-Foren haben die 90er überlebt

Für die Kommunikation im Internet gibt es mittlerweile zahlreiche Kanäle und Plattformen. Wer Informationen zu einem bestimmten Thema haben möchte, muss nicht lange suchen und kann leicht bei zahlreichen Menschen nachfragen. Dennoch sind spezielle Internet-Foren, die vor allem in den 1990er Jahren erfolgreich waren, nicht ausgestorben. Aber woran liegt das?

veröffentlicht am 22.04.2018 um 10:00 Uhr

Wer gerne auf Reisen geht und sich austauschen möchte, findet in diversen Online-Foren viele Gleichgesinnte. Foto: Pixabay

Autor:

Peter Münch

Mal eben die Inspiration für den Wohnzimmertisch Marke Eigenbau holen, Mitläufer für den nächsten Stadtmarathon finden oder über Erziehungstipps für den Hundenachwuchs diskutieren - Online-Communitys als Diskussions-und Informationsmedium haben eine lange Tradition und hatten ihre Blütezeit Mitte der 1990er. Jeder mit einem PC und Internetanschluss konnte sich nach Registrierung in einem der zahlreichen Foren über beinahe jedes Thema austoben. Egal, ob Sport, Film, Fernsehen, Krankheiten - oder einfach nur, um Gleichgesinnte zu finden.

Und heute? Das soziale Netzwerk Facebook ist der Platzhirsch bei den Mitgliederzahlen, doch die Foren-Szene lebt: „Online-Communities sind nach wie vor angesagt“, sagt Prof. Herbert Woratschek von der Universität Bayreuth. „Jedoch sind die Qualität der Angebote und die Mitgliederzahlen stark themenabhängig.“ Zu den populärsten Community-Themen gehören Autos, Sport, Haustiere, Reisen und Kochen.

Einer der Gründe für die Beliebtheit von Facebook ist, dass mit nur einer Registrierung und Anmeldung viele Themeninhalte gleichzeitig und bequem per PC, Smartphone zur Verfügung stehen. Bei klassischen Foren müssen Benutzer ihre E-Mail-Adresse und Kontaktdaten für jedes neue Forum oder jede Community angeben.

Doch es gibt auch technische Gründe für die teils schrumpfende Beliebtheit: „Viele Communitys verschlafen die technischen Fortschritte wie Mobilfähigkeit sowie inhaltliche Trends und verschwinden dadurch langsam, aber sicher von der Bildfläche“, so Marketing-Experte Woratschek.

Wir merken ganz klar, dass hochspezialisierte Special-Interest-Themenseiten nach wie vor äußerst populär sind.

Herbert Woratschek, Professor an der Universität in Bayreuth

Gegenüber den Social-Media-Platzhirschen punkten die Communitys mit mehr Tiefgang und Themenrelevanz. Auch hier wird eifrig diskutiert und kommentiert. Je nischiger das Thema, desto eher geht es im Forum zur Sache: „Wir merken ganz klar, dass hochspezialisierte Special-Interest-Themenseiten nach wie vor äußerst populär sind“, sagt Woratschek.

Beliebt sind etwa Sportforen. Communitys wie sportiversum.de und spove.net können Sportlern dabei helfen, Trainingspartner oder Mannschaften in der Nähe zu finden. Body-Building, Laufsport, Fahrradfahren, Fußball oder Klettern, die Liste der vertretenen Sportarten ist lang. Die Plattformen unterscheiden sich vom Funktionsumfang deutlich. Wer in größeren Städten wohnt, hat bessere Chancen, fündig zu werden.

Äußerst beliebt sind auch Autothemen. Wer sich für Autos und Motorsport interessiert, findet etliche Tuning-Portale, Oldtimer-Liebhaber-Foren oder Reparatur-Selbsthilfeseiten. Die Community motorscene.de etwa vereint viele Motorsport-Themen unter einem Dach. Autofans können hier Profile für ihre Autos anlegen, einen Terminkalender pflegen und sich in zahllosen Unterforen austoben. Über den internen Kleinanzeigenmarkt lassen sich Gebote, Gesuche oder Tauschgeschäfte einstellen.

Auch Heimwerker und Bastler kommen in Communitys auf ihre Kosten. Klamotten selber nähen, Möbel aus Europaletten zimmern oder den heimischen Balkon zum Gemüsebeet machen - alles schwer angesagt. Wer bei Youtube DIY eingibt, bekommt mehr als 78 Millionen Ergebnisse gelistet.

Ob ein Forum noch aktiv ist, zeigt ein Blick auf die Themen- oder Beitragsliste. Sind die Datumsangaben Wochen oder Monate alt, ist die Luft vermutlich raus.

Doch auch abseits der populären Online-Videoplattform finden sich Online-Foren. Zum Beispiel selbst.de, eine Seite für Hobby-Bastler. „Unsere Community lebt, die Mitgliederzahlen wachsen, wenn auch die meisten Inhalte von wenigen Stammbesuchern generiert werden“, erklärt Berno Delius vom Betreiber Bauer Xcel Media. Besonders beliebt im DIY-Bereich sind Möbel und Gartenprojekte. „Trotzdem spüren wir natürlich eine Abwanderung in Richtung Facebook, was aber auf Grund der regen Beteiligung im DIY-Forum nicht so ins Gewicht fällt.“

Auch Haustierhalter finden im Netz Rat und Unterhaltung. Zum Beispiel auf der Seite zooclub.com, wo sie Profile für ihre Lieblinge anlegen können. Andere Nutzer können diese dann bewerten und kommentieren. Allerdings ist hier die Verschiebung zu Facebook sichtbar: Rund 100 000 Abonnenten hat die Seite von zooclub.com im Netzwerk, 13 000 tummeln sich direkt auf der Webseite.



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