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Botschaften ohne den geliebten Tresen

Nachricht von Uwe

Glauben Sie mir, es ist ein großer Tag. Denn ein Geheimnis wird gelüftet. Seit Jahr und Tag haben wir uns doch alle mit diesem leicht zwittrigen Gefühl zwischen staunender Bewunderung und gruseliger Abscheu gefragt, wie er das eigentlich macht, dieser Mann im Weißen Haus.

veröffentlicht am 11.07.2020 um 07:00 Uhr

Thomas Thimm

Autor

Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

Und ob er das alles wirklich selber glaubt, was er da erzählt. So unglaublich und so abwegig ist es, was Donald – Mr. Duck, sorry für die Namensgleichheit – was Donald John Trump alles anstellen darf, ohne dass jemand mit dem Schuh aufs Rednerpult schlägt. So blöd es klingt: Da kann nur noch die Traumfabrik von Hollywood Trost spenden – denn dort weiß man schließlich von Anfang an, wer der Gute und wer der böse Wicht ist.

Nun ja, am Ende gewinnt ja immer das Gute. Nur: Ob die Amerikaner das bis November auch verstanden haben werden, da bin ich mir nicht ganz so sicher. Bis dahin müssen wir Trump wohl oder übel in seiner eigenen Welt leben lassen. Und einfach ertragen.

Und wenn die Erde, das Klima, die Freundschaft, die Zuverlässigkeit und die Herzensgüte Pech haben, dann müssen wir das auch noch vier weitere Jahre lang tun. Aber ganz ehrlich: Er ist doch weder der erste noch der einzige Politiker, den wir in seiner Ego-, Partei- oder Denkblase ertragen müssen.

Deshalb darf ich zu Gelassenheit raten. Also, ich rate zu Gelassenheit … Denn was regen wir uns „über die da oben“ eigentlich immer so auf? Lassen wir sie doch in ihrer Welt ein bisschen rumspinnen, fernab der Realität der Straße, der Nachbarschaft, des Alltags – was juckt es uns? Letztlich sind es doch nur unser aller Angestellte – vom Präsidenten bis zum Bürgermeister.

Und wenn die Gelassenheit nicht ausreicht? Was zum Ertragen immer hilft – ich habe es ausprobiert – ist ein Glas kühler Weißburgunder mit der Liebsten im abendlichen Sonnenschein. Oder ein paar Bier mit Uwe am verrauchten Tresen.

Allerdings fällt Letzeres ja gerade aus wegen, na, Sie wissen schon. Und so kam es, wie es kommen musste – die nicht nur tiefgründigen, sondern vor allem welterklärenden Dialoge mit Uwe haben ihren geliebten Tresen verloren.

Aber Uwe lässt Ihnen dennoch etwas ausrichten: „Schreib‘ ma‘ den Leutchens“, sagte er neulich, „dat es doch sonnenklar is‘: Wir sind hier mit unserem Lockdown oder wie dat heißt, schon fast rappelig geworden. Aber die gelbe Locke im Weißen Haus, die lebt doch immer so, abgeschottet, einsam, ohne Kontakt zu normalen Menschen, verstehst? Der kann nich‘ ma‘ so wie wir auf ‘n Bierchen raus. Da musste doch rammdösig werd‘n, oder etwa nich‘?“



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