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Die Schande von Gijón: Vor 30 Jahren erlebt der deutsche Fußball einen GAU

„Muss mich für nichts entschuldigen“

Irgendwann, weit in der zweiten Halbzeit, stellte Fernsehmoderator Eberhard Stanjek seine Arbeit ein. Minutenlang war nicht ein kommentierendes Wort zu hören. Nicht nur ihm verschlug es die Sprache, auch die (allermeisten) Zuschauer vor dem heimischen Fernseher waren schlicht baff: Bei der Fußballweltmeisterschaft 1982 stellten zwei Mannschaften das Fußballspielen schlicht ein. Und sie hatten einen guten Grund: Wenn es beim Spiel zwischen Deutschland und Österreich beim Stand von 1:0 bleiben würde, dann wären beide Mannschaften in der nächsten Runde. Denn das Ergebnis des anderen letzten Gruppenspiels war ihnen bekannt, da Mitkonkurrent Algerien einen Tag zuvor gespielt hatte. Als der Schiedsrichter das unwürdige Spiel abpfiff, war die Welt um einen weiteren stehenden Begriff reicher: den des Nichtangriffspakts von Gijón, der gern auch als Schande von Gijón bezeichnet wird. Immerhin hatte das Spiel eine entscheidende Konsequenz: Seitdem werden die beiden letzten Vorrundenspiele einer Gruppe in großen Turnieren gleichzeitig ausgetragen.

veröffentlicht am 25.06.2012 um 00:00 Uhr

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