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„Paddington“: Ein trotteliger Bär aus Peru erobert die Kinoleinwand

Mit Hut, Coat und Marmelade

Kinderfilme im 21. Jahrhundert sind oft laut, bunt und glitzernd, vollgestopft mit Technik und Effekten. Kann ein harmloser, trotteliger Braunbär aus dem dunkelsten Peru da noch mithalten? „Ja, er kann“, findet Paul King, Regisseur der ersten Realverfilmung der Kinderbuchreihe über den Bären Paddington – mit einer Starbesetzung um Golden-Globe-Gewinnerin Sally Hawkins, Oscar-Preisträgerin Nicole Kidman und „Downton Abbey“-Star Hugh Bonneville.

veröffentlicht am 04.12.2014 um 06:00 Uhr

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Autor:

Michael Donhauser

Die Geschichte ist schnell erzählt: Nach einem Erdbeben im Bärenwald von Peru muss der kleine Bär als einer der wenigen Überlebenden auswandern. Als blinder Passagier auf einem Frachtschiff, ausgestattet mit reichlich Orangenmarmelade zum Überleben, kommt er nach London. Die Familie Brown trifft am Bahnhof Paddington auf das arme, einsame Geschöpf, dessen Tante ihm in Anlehnung an die Kinderverschickung in Kriegszeiten ein Schild um den Hals hängte: „Bitte kümmern Sie sich um diesen Bären – Danke!“ Die Browns werden weich, auch dank der guten Manieren des Bären, der stets freundlich und zuvorkommend grüßt – wie er es einst von einem englischen Entdecker in Peru gelernt hatte. Sie taufen ihn auf den Namen des Bahnhofs, in dem sie ihn gefunden haben, und nehmen ihn mit nach Hause.

In dem gutbürgerlichen Haus stellt Paddington allerlei Blödsinn an und erlebt mit den Browns so manches Abenteuer. Als er unfreiwillig einen Taschendieb stellt, wird Paddington zum Helden. Schließlich gelingt es mit vereinten Kräften auch noch, die böse Tierpräparatorin Millicent (Nicole Kidman) mit ihren miesen Tricks abzuwehren. Kidman glänzt in der Rolle, für deren Zuschlag der Hollywood-Superstar nach den Worten von Regisseur King nur eine Nacht gebraucht hat. „Sie war sofort begeistert, weil die Paddington-Bücher ein Teil ihrer Kindheit waren.“

Paul King hat mit Paddington einen Film gemacht, der Kinder lauthals zum Lachen bringen wird – und Erwachsene zum Schmunzeln. Im Film wirkt der animierte Paddington wie eine Art Mischung aus echtem Tier und Teddy-Bär. Autor Michael Bond, heute 88 Jahre alt, hatte 1956 einen Bären im Kaufhaus Selfridges kurz vor Weihnachten als Geschenk gekauft. Er zog ihm einen Hut an und einen Duffle-Coat, wie er ihn selber gerne trug – und natürlich kommt der Film, wie auch viele britische Theaterkomödien für Kinder, nicht ohne eine Verkleidungsszene aus: Weil Hugh Bonneville sich da in der Verkleidung einer Putzfrau ins Museum schleicht, schlugen englische Sittenwächter Alarm und erkannten einen „leicht sexuellen Bezug“ in dem Werk. Hugh Bonneville konterte auf seine Art: „Ich habe den Film mit ein paar Fünfjährigen gesehen – das einzige Problem, das sie hatten, war, dass sie beinahe in die Hosen gemacht hätten vor Lachen.“

„Paddington“ läuft im Hamelner Maxx-Kino täglich um 15.40, 17.45 und 20.10 Uhr, Sa. und So. auch um 11.20 und 13.30 Uhr.



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