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Neun Monate nach unserem Bericht: Neuem Hochwasser wird vorgebeugt

Mini-Damm und Umfluter schützen

Bückeburg (bus). Neun Monate, nachdem heftige Regenfälle mehrere Bückeburger Ortsteile unter Wasser gesetzt haben, zeichnet sich die Realisierung mehrerer Schutzmaßnahmen ab. In Cammer soll im Herbst dieses Jahres ein Teilabschnitt des Aue-Kanals in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden.

veröffentlicht am 11.05.2011 um 00:00 Uhr

Wie Bückeburgs Baubereichsleiter Jörg Klostermann während der jüngsten Ortsratssitzung erläuterte, beabsichtigt die Stadt in Kooperation mit dem zuständigen Unterhaltungsverband, dem vor mehr als 200 Jahren von Menschenhand errichteten Wasserlauf wieder zu einem am Original orientierten Aussehen zu verhelfen. Die Planer haben insbesondere einen etwa 175 Meter langen Abschnitt zwischen der Friller Straße und der Straße Im Grund ins Auge gefasst, über dessen Ufer im August 2010 die Fluten in den Cammeruner Ortskern geflossen waren.

Hier ist eine beidseitige Verwallung von bis zu 50 Zentimeter Höhe vorgesehen. Die Dammkörper werden an der Basis eine Breite von drei und an der Krone von einem Meter aufweisen. Bewuchsreihen auf den jeweils fünf Meter breiten Randstreifen dienen der Kennzeichnung der Bewirtschaftungsgrenzen. Auf dem Südwest-Ufer sollen größere Pflanzen für eine Beschattung des Kanals sorgen.

Der insgesamt rund 4,5 Kilometer lange künstliche Wasserlauf dient seit mehr als zwei Jahrhunderten in erster Linie der Entlastung der Bückeburger Aue. Auf seinem Weg von der Bückeburger Niederung zur Wiedereinmündung in die Aue an der Landesgrenze Cammers zu Nordrhein-Westfalen nimmt er aber auch Oberflächenwasser der angrenzenden Gebiete auf. Im August, als in Cammer innerhalb von 24 Stunden rund 120 Liter Regen pro Quadratmeter niedergingen, konnte der Graben die Zuflüsse nicht mehr fassen und trat im Bereich der Straße „Im Grund“ über seine Ufer.

Früher hatte dort rechts und links eine Verwallung den Fluten Einhalt geboten. „Ich weiß noch, dass wir als Kinder – das ist jetzt 70 Jahre her – auf dem Wall von der Friller Straße bis zur Dorfstraße laufen konnten“, erinnert sich Ortsbürgermeister Friedrich Rösener. Aus im Niedersächsischen Staatsarchiv lagernden Akten sei eine Höhe des kleinen Deiches von etwa 47 Zentimeter ersichtlich.

Die Archiv-Dokumente geben Auskunft über das Wirken von Jean Philip Etienne (1725 bis 1798). Der aus Frankreich stammende Ingenieur stand seit 1761 im Dienst des Hauses Schaumburg-Lippe. Er half Graf Wilhelm bei der Errichtung der Festung „Fort de Lippe“ im portugiesischen Elvas und zeichnete federführend für die Schaffung des Inselbollwerks „Wilhelmstein“ im Steinhuder Meer verantwortlich. 1791 begann der mittlerweile geadelte Major mit der Vermessung und Kartografierung der von den Überschwemmungen der Aue betroffenen Areale. Fünf Jahre darauf erfolgte der erste Spatenstich für den Bau des als zentraler Binnenvorfluter für die Bückeburger Niederung konzipierten Aue-Kanals.

In Rusbend profitiert der Hochwasserschutz von der Aufnahme des Projekts Rubenkamp/Kleine Wiese in das Leader-Förderprogramm der EU. Der ebenfalls für den Herbst dieses Jahres vorgesehene erste Bauabschnitt umfasst ein aus fünf Einzelunternehmungen bestehendes Maßnahmenpaket, das vor allen Dingen die Vorflut verbessern soll.

In der Eveser Ortslage Petzen sind mehrere Schutzvorhaben bereits realisiert worden. Zwei zwischen der Straße Am Sportfeld und der Bückeburger Aue liegende Wiesen erhielten Dammanlagen. Zudem wurden auf dem westlich des alten Sportplatzes gelegenen Wiesenareal Flutmulden ausgehoben. Das Bett der Aue präsentiert sich in diesem Abschnitt neuerdings mit einigen Umflutern.



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