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Zu Unrecht in Vergessenheit geraten

Mairübchen – das zarte Gemüse

HAMELN. Im Supermarkt werden sie nahezu das ganze Jahr über angeboten. So wirklich der Renner sind sie aber trotzdem nicht. Wer sie nicht kennt, lässt sie meistens links liegen. Schade. Das haben Mairübchen wirklich nicht verdient, denn sie sind lecker, vielseitig und gesund.

veröffentlicht am 23.05.2017 um 15:26 Uhr
aktualisiert am 23.05.2017 um 16:10 Uhr

Hartwig Fischer hat derzeit Mairübchen und Radieschen aus eigenem Anbau im Sortiment. Foto: sto
Stolte Christiane

Autor

Christiane Stolte Reporterin

Zum Glück erfährt die alte, teilweise in Vergessenheit geratene Gemüsesorte derzeit eine Renaissance.

Wer sich mit ihr anfreunden möchte, sollte es jetzt tun, denn derzeit werden Mairüben frisch geerntet aus regionalem Anbau auf dem Wochenmarkt angeboten. Beispielsweise am Obst- und Gemüsestand von Hartwig Fischer: „Jetzt sind Mairüben schön zart und schmecken besonders gut“, weiß der Händler aus seiner langjährigen Erfahrung mit „Navette“. Das Wort leitet sich ab von dem französischen Wort „Navet“ und bedeutet Speiserübe.

Dass Mairüben einst ein Grundnahrungsmittel waren, ist heute vielfach in Vergessenheit geraten. Bevor in Europa die Kartoffeln eingeführt wurden, galten Mairüben nämlich als „Schutzgemüse“ für die Gesundheit, wurden in ihnen doch viele gute Inhaltsstoffe vermutet. Übrigens zu Recht, denn Mairüben enthalten B-Vitamine, Folsäure, Zink und Eisen, wie man heute weiß. In den Blättern, die wie Spinat zubereitet werden können, stecken außerdem Karotin und Vitamin C. Ab dem 19. Jahrhundert allerdings verschwanden die Rübchen dann von den Speiseplänen und kamen nur noch in Kriegszeiten auf den Tisch – ähnlich wie Steckrüben. Seit der Wiederentdeckung alter Gemüsesorten feiert die Mairübe ein Comeback.

Jetzt schmecken die Mairübchen besonders zart und lecker. Foto: fotolia
  • Jetzt schmecken die Mairübchen besonders zart und lecker. Foto: fotolia

Auch in modernen Kochbüchern, aus denen sie eine Zeitlang fast verschwunden waren. Ursprünglich stammen Mairüben übrigens aus Indien. Aber schon die alten Römer sollen viele Gerichte und auch ihr Brot mit den Samen des Mairübchenstrauches veredelt haben. Mairübchen, die pro 100 Gramm nur 21 Kalorien aufweisen, gehören zur Familie der Kreuzblütengewächse und sind verwandt mit den „Teltower Rübchen“ und mit der „Herbstrübe“. Im Geschmack erinnern Mairübchen an eine Mischung aus Radieschen und Kohlrabi – allerdings sind sie milder und süßer als Radieschen, lassen sich mit diesen aber wunderbar kombinieren. Die Rübchen schmecken nicht nur roh als Snack sehr lecker (schälen nicht vergessen), sondern auch als Suppe in Kombination beispielsweise mit Kartoffeln, im Auflauf, klein geschnitten in Pfannkuchen, im Spargelsalat oder als gedünstetes Gemüse. In Kombination mit Radieschen sind sie bestens geeignet für ein Carpaccio, das sich schnell zubereiten lässt und eine kalorienarme Vorspeise liefert.

Information

Mairübchen-Carpaccio

Zubereitung: Rübchen schälen und in dünne Scheiben hobeln oder mit einem Messer sehr dünn schneiden. Radieschen ebenfalls in dünne Scheibchen schneiden. Mairübchenscheiben in eine Schüssel geben, salzen und ein paar Minuten ziehen lassen. Danach das gezogene Wasser mit einem Küchentuch abtupfen und die Mairübchen entweder auf einzelne Teller oder einer größeren Platte wie ein Carpaccio anrichten. Dann Balsamicoessig (besonders gut passt Aprikosen- oder Himbeerbalsamico) und gutes Olivenöl drüberträufeln, die Radieschenscheiben darauf verteilen, noch etwas Essig und Öl hinzufügen, leicht salzen und pfeffern und mit Schnittlauchröllchen bestreuen und dann servieren.

Ein Tipp: Zum Würzen ist das „Zaubersalz“, das es auf dem Wochenmarkt am Stand von „Frevert Naturprodukte“ gibt, das i-Tüpfelchen der rot-weißen Augenweide.



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