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Während der Setz- und Brutzeit müssen Vierbeiner angeleint bleiben

Leinenzwang gilt nicht nur im Wald

Landkreis (blc). Es ist wieder so weit: Die Vögel brüten, Wildtiere sind trächtig, Jungtiere müssen geschützt werden, und damit gibt es für unsere Vierbeiner in bestimmten Bereichen den Leinenzwang. Verankert ist das im „Niedersächsischen Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung“. § 33 Abs. 1 besagt, „dass in der freien Landschaft private Hunde in der Zeit vom 01. April bis zum 15. Juli zwingend an der Leine zu führen sind. Zuwiderhandlungen werden mit einem Bußgeld bis zu 5000 Euro geahndet.“

veröffentlicht am 10.04.2012 um 00:00 Uhr

Wie lange gilt dieser Leinenzwang? Im Landkreis Schaumburg gilt diese Pflicht vom 1. April bis zum 15. Juli. Einzelne Vorschriften für den Leinenzwang können sich je nach Bundesland durchaus unterscheiden. Genaue Informationen gibt es bei Behörden, beispielsweise Ordnungsämtern.

Wo darf der Hund nicht frei laufen? Das Verbot gilt in der „freien Landschaft“, dazu gehören der Wald und die übrige freie Landschaft wie Felder und Wiesen, Wege und an Gewässern.

Wo gilt dieser Leinenzwang nicht? In Gebäuden, auf Hofanlagen, in Gärten, auf Gartenbauflächen oder auch einem Haus angegliederten Streuwiesen und Parkanlagen, die zum dauerhaften Aufenthalt für Menschen bestimmt sind und auf Straßen und Wegen, die für den öffentlichen Verkehr zugelassen sind.

Warum wird für die Schonzeit Leinenzwang vorgeschrieben? Viele Tierarten bekommen ihren Nachwuchs geschützt in Höhlen oder auf Bäumen, aber es gibt auch Arten, die ihre Jungen relativ ungeschützt in Bodennähe oder auf der Erde zur Welt bringen. Dazu gehören beispielsweise Rehe, Hasen und Rebhühner. Das Gesetz soll keine Schikane für Hundehalter darstellen, sondern die jungen Wildtiere schützen.

„Mein Hund hat keinen Jagdtrieb“: Natürlich jagt nicht jeder Hund hinter Wild her oder würde ein Jungtier verletzen oder gar töten. Aber auch Schnüffeln oder manchmal eine kurze Berührung kann Tiereltern dazu bringen, ihre Jungen zu verlassen, die dann qualvoll verhungern oder erfrieren. Die Gefahr kommt nicht nur durch den Jagdinstinkt eines Hundes, auch das vermeintlich harmlose Spielen kann für Jungtiere somit tödlich sein.

Welche Rechte hat der Jäger? Als Jagdausübungsberechtigter hat der Jäger die Pflicht zur Hege und zum Schutz des Wildes. Er ist verpflichtet, den Hundehalter auf sein Fehlverhalten aufmerksam zu machen und auf dem Anlegen der Leine zu bestehen. Erschießen darf er den Hund natürlich nicht ohne Weiteres. Hier gelten in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Regelungen. In Niedersachsen dürfte ein Jäger einen freilaufenden Hund nur dann erschießen, wenn er ihn beim Wildern erwischt und er „außerhalb der Einwirkung des Halters ist“.

Was passiert bei Verstößen gegen den Leinenzwang? Meist werden Verstöße mit Bußgeldern geahndet. Ist tatsächlich ein Tier dabei zu Schaden gekommen, können diese Beträge durchaus vier- oder sogar fünfstellige Summen erreichen.

Was nicht jeder Hundehalter weiß: ganzjährige Regelungen zum Leinenzwang. Nicht nur während der Aufzuchtzeit von jungen Wildtieren gibt es Leinenzwang, vielerorts haben Gemeinden Verordnungen erlassen, die an bestimmten Stellen das Anleinen des Hundes vorschreiben. Erfragen kann man diese Verordnungen beim heimischen Ordnungsamt. So gibt es beispielsweise in der Stadt Rinteln eine Verordnung, die vorschreibt, dass bissige Hunde überall an der Leine zu führen sind. Aber auch nicht bissige Hunde kommen nicht ungeschoren davon: In Grün- und Parkanlagen, auf Wander- und Uferwegen, Friedhöfen, Gedenkplätzen, ausgewiesenen Fußgängerbereichen (Fußgängerzone!) und verkehrsberuhigten Zonen gilt die Pflicht zum Anleinen. Bei Zuwiderhandlungen können empfindliche Bußgelder auferlegt werden.

In Stadthagen gibt es eine ähnliche Verordnung, die über Sicherheit und Ordnung in Stadthagen wachen soll. Auch hier gilt der Leinenzwang in öffentlichen Anlagen (beispielsweise im Stadtgarten), in der Fußgängerzone und bei öffentlichen Veranstaltungen. Und auch hier droht ein Bußgeld bei Zuwiderhandlungen.



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