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Vom Dämmstoff bis zum Bodenbelag: Es gibt viele Gründe, den wertvollen Naturstoff zu sammeln

Korken für Korken ein Fall fürs Recycling

Hameln. Die gesellige Runde mit Freunden war nett. Der Wein hervorragend. Und nach dem Aufräumen sind die Flaschen ordnungsgemäß im Sammelkorb für den Altglas-Container gelandet. Doch wohin mit den Korken? „Die gehören auf keinen Fall in den Abfall“, sind sich Naturschützer einig. Denn: Kork ist ein wertvoller Naturstoff, der für die Wiederaufbereitung gesammelt wird. Auch in Hameln gibt einige Sammelstellen.

veröffentlicht am 08.09.2011 um 06:00 Uhr

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Seit der Antike wird der Naturstoff Kork vom Menschen genutzt. Noch heute werden Bienenkörbe, Bojen, Rettungsringe, Angel- und Netzschwimmer, Dichtungsmaterial, Bodenbeläge, Tapeten, Dämmstoff, Pinnwände und natürlich Flaschenverschlüsse aus diesem Material hergestellt. Kork, der aus der Rinde der Korkeiche gewonnen wird und aus eng zusammenliegenden abgestorbenen Zellen besteht, ist wärme-, kälte- und schallisolierend, sehr leicht, schwimmfähig, schwer entflammbar und fast unverrottbar. Gründe genug für das Recycling von Korken, die in vielen Haushalten anfallen und sich gut in großen Körben oder anderen Behältnissen sammeln lassen. Korkeichen wachsen als immergrüne Bäume nur im westlichen und südlichen Europa. Am häufigsten sind sie auf der Iberischen Halbinsel. Das kleine Land Portugal liefert weit mehr als die Hälfte des weltweiten Verbrauches an Korken. „Das Recycling von Kork dient dem Schutz des Korkeichen-Bestandes in diesen Ländern“, sagt Hans Arend vom Nabu Hessisch Oldendorf-Hameln. In Spanien und Portugal finden sich nicht nur Plantagen für die korkverarbeitende Industrie, sondern auch natürliche Korkeichenwälder, die für die Ökologie von großer Bedeutung sind, bilden sie doch einen wichtigen Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere, darunter für den vom Aussterben bedrohten spanischen Pardelluchs.

Kork, dieser begrenzte und von Witterungsbedingungen abhängige Rohstoff, ist zwar in den vergangenen Jahren bei Flaschenverschlüssen etwas in die Defensive geraten, da es heute mit Glasstopfen, Plastik- und Schraubverschlüssen reichlich Alternativen gibt. Aber nach wie vor geht ein Großteil der abgerindeten und nach Qualitäten sortierten, getrockneten und gelagerten Korkstücke einer Korkeiche in die Korkstopfenproduktion. Nur aus den hochwertigsten Korkrinden werden übrigens Flaschenkorken in einem Stück herausgestanzt: Sie müssen eine gleichmäßige Struktur und Stärke von mindestens vier bis fünf Zentimetern haben. Dass Weine durch den Korken schlecht werden, sei oft ein vorschnelles Urteil, heißt es beim Nabu: „Nach einer Untersuchung des Deutschen Weininstituts gibt es in 97 Prozent aller Fälle andere Ursachen.“

Hier einige Tipps, was man beachten sollte, wenn man Korken oder Korkreste sammelt. Für das Recycling ist grundsätzlich nur sortenreiner, sauberer und damit wiederverwertbarer Kork geeignet. Er kann nicht nachträglich aus einer gemischten Wertstoffsammlung oder aus Müll aussortiert werden. Echte Korken gehören daher nicht in den Gelben Sack oder die Wertstofftonne und auch nicht in die Biotonne, da Kork schwer abbaubar ist. Die Reinheit der Korkensammlung ist Voraussetzung für die Verwertbarkeit des Altkorkmaterials. Es dürfen keine Kunststoff- oder Metallteile in die Korkensammlung geraten. Presskorken, Presskork-Untersetzer, Pinwandplatten und Ähnliches sind verwertbar – es dürfen aber keine Holzteile oder Kleberreste daran haften.

Korken können im Entsorgungspark Hameln bei Klein Hilligsfeld, immer dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr, abgegeben werden.

Auch in vielen Hameler Kirchengemeinden und karitativen Einrichtungen werden Korken gesammelt, so unter anderem bei der evangelisch-lutherischen Paul-Gerhardt-Gemeinde und in allen katholischen Pfarrgemeinden.

Bei Wein-Strecke im Hamelner Hefehof werden Korken für die Taubblinden-Werkstatt in Fischbeck gesammelt. Foto: Dana



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