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EU will Girokonto zum Grundrecht machen / Hierzulande ist das nichts Neues

„Konto für jedermann“ in Schaumburg schon Realität

Landkreis. Kein eigenes Girokonto – für 58 Millionen Menschen in der Europäischen Union ist das Realität. Die EU will mit dieser Situation Schluss machen und plant, ein Grundrecht auf ein Girokonto einzuführen. Endgültig kommen wird diese Regelung, deren Details noch ausgearbeitet werden müssen, wohl erst 2015. Für die Schaumburger Banken ist ein solches Konto jedoch schon lange nichts Neues mehr.

veröffentlicht am 18.12.2013 um 00:00 Uhr

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Autor:

Verena Insinger und Axel Wagner

„Für uns ist das ja bisher schon eine Selbstverständlichkeit“, sagt Werner Nickel, Pressesprecher der Sparkasse Schaumburg im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Sparkasse Schaumburg hat bereits vor rund drei Jahren eine Selbstverpflichtung des Sparkassen-Bundesverbandes unterzeichnet, der jedem Kunden ein sogenanntes „Bürgerkonto“ zusichert – mit „beiderseitigen Rechten und Pflichten“, wie Nickel betont. Soll heißen: Die Bank kann ein Konto im Einzelfall auch wieder kündigen, wenn der Kunde sich nicht an die Vereinbarungen hält. Drei Euro sind dafür pro Monat bei der Sparkasse zu zahlen, dazu kommen bei intensiver Nutzung noch Gebühren, zum Beispiel für das Abheben am Geldautomaten. Einen Dispositionskredit gibt es bei dem Konto nicht, es ist ausschließlich guthabenbasiert.

Die Erfahrungen, die die Bank mit dem Konto gemacht hat, sind überwiegend positiv, resümiert Nickel. Es habe nur selten Fälle von Vertragsverletzungen gegeben.

Mit einer Veröffentlichung aller Angebote in einem Online-Vergleich – wie von der EU geplant – hat die Sparkasse nach den Worten Nickels kein grundsätzliches Problem. „Unsere Preise sind marktgerecht.“ Gleichzeitig kritisiert er aber auch die Pläne der Verbraucherschützer: „Wir fühlen uns als Branche immer so ein bisschen an den Pranger gestellt.“ Das sei bei anderen Branchen nicht so streng.

Auch die Volksbank Hameln-Stadthagen hat mit der Einführung des Grundrechtes kein Problem. „Bei uns bekommt jeder Kunde ein Konto“, sagt Prokuristin Juliane Djouimai.

Auch die geforderte Transparenz der Kontogebühren beängstige das heimische Kreditinstitut nicht. „Bei uns werden seit Jahren alle anfallenden Gebühren transparent veröffentlicht.“

Die Volksbank in Schaumburg begrüßt die neue EU-weite Regelung. „Die Einführung eines Grundrechts auf ein Girokonto für alle EU-Bürger ist unseres Erachtens sinnvoll. Ein Konto ist heutzutage für das tägliche Leben unerlässlich“, sagt Petra Kallwaß, Leiterin Vertriebsmanagement der Volksbank in Schaumburg.

„Man bekommt nur schwer einen Job ohne ein Bankkonto, da Löhne ja praktisch nicht mehr in bar ausgezahlt werden“, gibt die Expertin zu bedenken. Allerdings gebe es in Deutschland bereits jetzt flächendeckend Zugang zu Bankkonten. 99 Prozent der Verbraucher haben nach Angaben von Vertriebsmanagerin Kallwaß Zugang zu einer Bankverbindung – „nicht jeder aber nutzt diese.“

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