weather-image
-1°
×

Fragen und Antworten zum Kita-Streik

„Kommunen sparen Geld“

Landkreis. In einigen Schaumburger Kitas wird gestreikt. Hier die wichtigsten Informationen:

veröffentlicht am 03.06.2015 um 00:00 Uhr

Autor:

Bis wann wird noch gestreikt?

Ein Ende des Streiks ist nach Gewerkschaftsangaben Anfang kommender Woche möglich. Dazu müssten sich beide Seiten aber noch deutlich aufeinander zubewegen, sagte der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, der seit Montag mit den Vertretern des Verbands kommunaler Arbeitgeber verhandelt. Ganz so optimistisch ist Jeannine Geißler dagegen nicht. Die stellvertretende Verdi-Geschäftsführerin im Bezirk Hannover/Leine-Weser, zu dem auch Schaumburg zählt, ist zwar froh, „dass es überhaupt Verhandlungen gibt. Aber das Angebot der Arbeitgeber ist keine echte Verhandlungsgrundlage.“

Bleiben die Kitas auf unbestimmte Zeit geschlossen?

Ein Kind steht vor einem Streik-Transparent. Bis Anfang kommender Woche könnte es in einigen kommunalen Einrichtungen noch Einschränkungen geben. dpa

Nach Angaben von Geißler könnte die Gewerkschaft ihre Streikstrategie ändern. Am morgigen Donnerstag sei eine Konferenz der Streikdelegierten in Frankfurt geplant, auf der das Ergebnis der Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite diskutiert werden soll. „Falls es bis dahin nicht zu einer Einigung kommt, geht es auch um die weitere Streikstrategie.“ Verdi sei sich bewusst, dass der öffentliche Druck auf die Gewerkschaft und Erzieher größer werden könnte, wenn die Kitas weiter geschlossen bleiben. Geißler: „Es geht auch an den Erziehern nicht spurlos vorbei, dass sie ,ihre Kinder‘ wochenlang nicht sehen.“

Wer streikt?

Der Streik betrifft die bei den Kommunen beschäftigten Erzieher, die gemäß dem Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst (TVöD) entlohnt werden. In Schaumburg haben nach Angaben des Gewerkschaftssekretärs Michael Patschkowski rund 100 Erzieher seit dem 8. Mai zumindest zeitweise die Arbeit niedergelegt. Betroffen waren bisher Einrichtungen in Stadthagen, Bückeburg, Rinteln, Bad Nenndorf, Rodenberg, Obernkirchen, Helpsen, Auetal, Rehren und Escher. Einrichtungen privater oder kirchlicher Träger sind nicht betroffen. Darüber hinaus sind von den Tarifverhandlungen unter anderem auch Heilpädagogen, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen betroffen.

Worum geht es?

Die Gewerkschaften fordern eine höhere Eingruppierung der bundesweit rund 240 000 Erzieher und Sozialarbeiter. Die Einstufung im Tarifsystem der Erzieher erfolgt nach Tätigkeit und Berufserfahrung. Eine Erzieherin mit achtjähriger Tätigkeit etwa bekommt nach Angaben von Verdi derzeit 2 946 Euro brutto im Monat, nach den Vorstellungen der Gewerkschaft soll sie künftig 3 387 Euro erhalten. Nach Darstellung der kommunalen Arbeitgeber sind die Forderungen, die einer durchschnittlichen Gehaltserhöhung von zehn Prozent entsprechen, nicht bezahlbar.

Wie weit liegen Arbeitgeber und Arbeitnehmer auseinander?

Verdi hat das Angebot der Arbeitgeber als „Mogelpackung“ kritisiert, da es nur für wenige Beschäftigte kleine Verbesserungen enthalte. Erzieher außerhalb von Kitas würden gar nicht von der höheren Eingruppierung profitieren. Auch für Berufsgruppen wie Sozialarbeiter oder Heilerziehungspfleger liege kein Angebot der Arbeitgeberseite vor.

Müssen Eltern trotz geschlossener Kitas für die nicht geleistete Betreuung bezahlen?

Die Kommunen ziehen die Streiktage vom Lohn der Beschäftigten ab. Verdi bezahlt ihre Mitglieder, die sich an den Streiks beteiligen, aus der Streikkasse. „Die Kommunen sparen Geld. Das ist ein Problem im gesamten öffentlichen Dienst“, so Geißler. Allerdings haben sich einzelne Kommunen in Schaumburg dazu bereit erklärt, bei Schließung der Kita den Eltern die Kosten für die nicht erfolgte Betreuungsleistung zu erstatten. In Stadthagen gibt es derartige Pläne nach Angaben der städtischen Fachbereichsleiterin Bürgerdienste noch nicht. Iris Freimann: „Ich bin mir aber sicher, dass wir das diskutieren werden.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt