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Jahrzehntealtes Abwasser-Problem scheint behoben - oder doch nicht? Stadt sucht weiter nach Lösung

Inzwischen stinkt es in Holtensen nicht mehr

Holtensen (ch). Es stinkt, hieß es vor einem Jahr in Holtensen. Vor allem in der Unsener Straße litten die Anwohner in den Sommermonaten unter üblen Gerüchen aus der Kanalisation. Kehrt mit den sommerlich warmen Temperaturen jetzt auch der Gestank zurück? Was hat die Stadt getan, um das Problem zu lösen?

veröffentlicht am 27.06.2012 um 06:00 Uhr

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Bereits seit vielen Jahren riecht es in der Unsener Straße – von der Schule bis fast zum Ortsausgang Richtung Hameln – im Sommer nach Schwefel oder faulen Eiern aus dem Abwasserkanal. Grund dafür ist nach Darstellung der Stadt, dass es bei einem längeren Nichtabfluss des Wassers in der Druckleitung zu einer „anaeroben Faulung“ komme, bei der sich Schwefelwasserstoff (H2S) bilde. Der im Abwasser gelöste Schwefelwasserstoff mache sich dann im Endschacht der Druckleitung bemerkbar. Die Gase würden in die offene Leitung mit freiem Gefälle zwischen Schule und Bültestraße in Holtensen mitgeführt und treten dort aus den nicht abgedichteten Kanalschächten

wieder aus.

Bereits im Jahr 2001 war ein Spülkompressor nachgerüstet worden, der mit hoher Geschwindigkeit Druckluft in die Leitung drücken sollte, um so Rückstände und die sogenannte Sielhaut, die in Abwässerkanälen leicht entsteht und besonders für die Entwicklung von Faulgasen verantwortlich ist, zu beseitigen. Denn in und auf dieser Sielhaut leben Bakterien, die für die H2S-Bildung verantwortlich sind.

Der Erfolg war gering. Daraufhin wurden im vergangenen Jahr in den Kanalschächten der offenen Abwasserleitung Aktivkohlefilter eingesetzt. „Die Maßnahme hat sich bewährt. Die Geruchsbelästigung ging deutlich zurück: Ich würde sagen, um 90 Prozent“, hieß es damals vonseiten eines Holtenser Bauingenieurs, der sich mit der Problematik beschäftigt hatte.

Auch in diesem Jahr scheint der Geruch noch nicht extrem auffällig geworden zu sein. „Mir ist noch nichts aufgefallen und ich habe noch keine Beschwerden gehört“, sagt Bettina Schultz, Ortsbürgermeisterin in Holtensen.

Im Ortsrat seien die Kanalarbeiten darum bislang kein Thema. Die Stadt Hameln ist jedoch weiterhin auf der Suche nach einer langfristigen Lösung. Zurzeit werden unterschiedliche Verfahren untersucht und erprobt, wobei von verschiedenen Herstellern Dosiermittel eingesetzt werden. „Erste Ergebnisse sind vielversprechend“, sagt Stadtsprecher Thomas Wahmes.

Bereits in der ersten Versuchsphase hätte der Gasgehalt im Endschacht der Druckleitung auf Null reduziert werden können. Die Versuchsreihe wird noch bis Ende des Jahres fortgesetzt. Ob zusätzlich noch eine Belüftung der Druckleitung erforderlich sei, werde geprüft, Ergebnisse liegen noch nicht vor. Die Belüftung könnte verhindern, dass das Abwasser in die anaerobe Phase gelangt und sich so das H2S-Gas bilden kann.

Da noch nicht feststeht, wie das Problem letztlich behoben wird, können nach Aussage der Stadt auch keine konkreten Kosten für Maßnahmen genannt werden.

Um Ostern 2011 wurden neue Aktivkohlefilter eingesetzt, um den Schwefelwasserstoff-Geruch aus dem Kanal zu mindern.

Foto: Archiv



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