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Kitschige Lebens- und Liebesweisheiten à la Nicholas Sparks: „Kein Ort ohne Dich“

Immer schön im Sattel bleiben

Kaum ist die eine Nicholas-Sparks-Verfilmung, „The Best of Me – Mein Weg zu dir“, aus den Kinos verschwunden, steht schon die nächste in den Startlöchern – so, als gehörten die Beschreibung schwülstiger Romantik und wuchtiger Schicksalsergebenheit zum Grundbedürfnis des Zuschauers, das unablässig bedient werden müsste. Sparks erzählt diesmal zwei Geschichten zum Preis von einer, und zu seiner kuriosesten Entscheidung zählt, die erste im Milieu des Bullenreitens anzusiedeln: Die Kerle, die es acht Sekunden auf einem wild gewordenen Stier – „The Longest Ride“ heißt der Film im Original – aushalten, sind wohl besonders männlich, die Frauen, die gern dabei zusehen, sexy und lebenslustig. Luke ist ein ehemaliger Bull-Rider-Champion, der bei seinem Comeback die Kunstgeschichtsstudentin Sophia kennenlernt. Auf der Rückkehr von ihrem ersten Date ziehen die beiden einen verunglückten greisen Autofahrer aus dem Straßengraben: Ira Levinson. Um ihm bei der Genesung zu helfen, liest Sophia ihm alte Briefe seiner Frau vor, und nun entfaltet der Film in Rückblenden die zweite Geschichte: die Begegnung des jungen Ira und der schönen Jüdin Ruth in den 1940er Jahren. Kennerlernen, Heirat, Kinderlosigkeit, berufliche Probleme und Antisemitismus: Die Liebesgeschichte von Ira und Ruth soll Luke und Sophia praktische Lebenshilfe erteilen. „The Longest Ride“ – auch bei Beziehungen muss man im Sattel bleiben. Weisheiten à la Sparks.

veröffentlicht am 30.04.2015 um 06:00 Uhr

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Rodeo gegen Malerei, Kerle in Unterhemden und Mädels in Shorts, folgenschwere Unfälle, gemeine Schicksalsschläge – und eine gelborange verklärte Vergangenheit: Sparks und sein Erfüllungsgehilfe, Regisseur George Tillman jr., lassen an Gegensätzen und Paukenschlägen nichts aus. Feingefühl und Schlichtheit sind Sparks Sache nicht.

Mit ein bisschen gutem Willen kann man dem Film wenigstens eine positive Seite abgewinnen: die Schauspieler. Freude macht das Wiedersehen mit Jack Huston, den man vor allem aus der HBO-Serie „Boardwalk Empire“ kennt. Oona Chaplin, Enkelin von Charles Chaplin, bezaubert als Ruth. Und dann ist da noch Alan Alda, der mit gelassener Altersweisheit beide Geschichten zusammenhält. Dafür, dass der Film so misslungen ist, kann er nichts.

„Kein Ort ohne Dich“ läuft im Hamelner Maxx-Kino täglich um 14.40, 17.25 und 20 Uhr, Do. bis Sa. auch um 23 Uhr.



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