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Imbiss erholt sich nur langsam

Rund zwei Monate nach unserem Bericht: Zakaria Ballout gibt nicht auf

veröffentlicht am 17.12.2014 um 00:00 Uhr

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Rinteln. Zakaria Ballout steckt in der Bredouille. Die Messerstecherei in der Mühlenstraße, in dessen Folge ein 27 Jahre alter Mann starb, ereignete sich im Oktober unmittelbar vor seinem Imbiss „Salam“. Seitdem, klagt Ballout (32), bleiben ihm die Kunden aus (wir berichteten). Viele dächten, er habe etwas mit dem Konflikt der beiden Männer zu tun gehabt, andere hätten Angst und würden deshalb nicht mehr bei „Salam“ essen, berichtete Ballout damals. Rund zwei Monate nach dem Bericht hat unsere Zeitung nachgehakt, inwiefern sich das Geschäft des Deutschen mit libanesischen Wurzeln erholt hat.

Gestern Mittag, gegen 13.30 Uhr, also zur Hauptgeschäftszeit im Imbiss „Salam“, was hier übrigens „Herzlich willkommen“ bedeutet: gähnende Leere. Ein Mitarbeiter platziert das Radio neu, aber Kunden? Keine Spur. Das komme seit der Messerstecherei vor seinem Imbiss leider öfter vor, sagt der 32-jährige Zakaria Ballout kopfschüttelnd im Gespräch mit unserer Zeitung. Anfangs sei es besonders schlimm gewesen, erst allmählich seien wieder Kunden in seinen Laden gekommen.

„Nach dem Zeitungsbericht ist es spürbar besser geworden“, sagt Ballout mit Blick auf unseren Bericht vor zwei Monaten. Damals seien daraufhin viele, vor allem Deutsche, in den Imbiss gekommen, um Ballout ihre Unterstützung zuzusichern. „Da kamen viele Leute, auch von bekannten Rintelner Unternehmen und Firmen, und sagten mir persönlich: Wir unterstützen dich!“, erzählt Ballout.

Bis heute würden sie regelmäßig ihre Mittagsbestellungen bei ihm aufgeben. Das mag nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, dass sich Ballout während des Handgemenges sogar um Schlichtung bemüht habe, wie er unserer Zeitung gegenüber geschildert hatte.

Seine Schlichtungsversuche blieben zwar erfolglos. Doch als der 27 Jahre alte Rintelner niedergestochen wurde, sei es Ballout gewesen – seines Zeichens einst Sanitäter bei der Bundeswehr –, der Erste Hilfe geleistet und den schwer blutenden Mann ins Krankenhaus gefahren habe, wo er wenig später an den Folgen der Messerattacke verstarb.

Daraufhin brodelte die Gerüchteküche. Was genau war geschehen? War Ballout in den Streit der beiden Männer involviert? „Nein“, sagt er. „Ich kannte die beiden bis zu diesem Moment doch gar nicht.“

Trotzdem bleiben viele seiner Kunden seitdem seinem Imbiss fern. Das spiegele sich auch in seiner Kasse wider. Einbußen von bis zu 50 Prozent habe er zu verkraften. Lange halte er das nicht mehr durch, sagt der Imbissbesitzer.

Aber Zakaria Ballout hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Inzwischen kämen auch wieder mehr Schüler, die einen nicht unwesentlichen Teil seiner Kundschaft bildeten, zum Döneressen zu ihm. pk



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