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Befallener Rotdorn in der Wettorstraße gefällt / Baumstamm lagert ordnungsgemäß aufrecht

Hungrige Prachtkäfer fordern erstes Opfer

Hameln. Sein Name ist Agrilus. Agrilus sinuatus. Auch unter dem Tarnnamen Blitzwurm oder Obstbaumprachtkäfer ist der schlanke, knapp einen Zentimeter große, metallisch grün bis kupferfarben gefärbte Käfer schon aufgefallen. Skrupellos frisst er sich vom Blattrand an in einem sogenannten „Reifungsfraß“ durch den Baum. Schon in jungen Jahren kennt er bei seinem liebsten Angriffsziel, dem Birnbaum, Weiß- und Rotdorn, kein Pardon. In Zickzack-Form bohrt sich die Larve unter der Rinde entlang, bahnt sich rücksichtslos ihren Weg. Für den Baum bedeutet das letztlich den Tod.

veröffentlicht am 08.02.2012 um 06:00 Uhr

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Der in Birnbaumkreisen vermutlich als Killer bekannte Käfer hat auch in Hameln bereits zugeschlagen. Im letzten Jahr wurde bekannt, dass ein Rotdorn in der Wettorstraße das erste Opfer ist. Larven des Käfers haben es sich auf der warmen Sonnenseite des Stamms unter der Rinde des Baums gemütlich gemacht. Während mörderische Attentäter normalerweise sofort dem Gesetz entsprechend vor Gericht gestellt und bestraft werden, kriecht die Birnbaum-Prachtkäfer-Larve weiter frei unter der Rinde des Baumes herum. Denn der Agrilus sinuatus genießt Immunität. Der Käfer und seine ganze Familie sind per EU-Verordnung geschützt. Was tun, fragte sich die Verwaltung der Stadt Hameln im Dezember. Der befallene Baum in der Wettorstraße musste gefällt werden. Doch der Stamm, so sieht es die EU-Gesetzgebung vor, soll nach dem Fällen nicht zerstückelt und verbrannt werden, sondern muss aufrecht gelagert werden, um den Schädlingen ihr Dasein weiterhin so wohnlich wie möglich zu gestalten.

Sieben Wochen später wurde der Baum gefällt. Sogar der Norddeutsche Rundfunk kam, durch den Dewezet-Artikel aufmerksam geworden, um den Triumph des Käfers über den Baum aufzuzeichnen. Jetzt stehe der bewohnte Baumstamm im Pflanzgarten, so angelehnt, dass er nicht umfallen könne, sagt Stadtsprecher Thomas Wahmes. „Der Käfer hat sein gewohntes Umfeld, es ist kein Rotdorn in der Nähe.“ So bestehe dort keine Gefahr für andere Bäume. Trotz dieser Sicherheitsmaßnahmen wird der Wettorstraßenbaum vermutlich nicht das einzige Opfer des Käfers in Hameln bleiben. „Bei einem anderen Baum in der Straße bewegt sich auch etwas“, sagt Wahmes.

Der Artikel über den Birnbaum-Prachtkäfer, der in Hameln sein Unwesen treibt, erschien am 27. Dezember 2011.

Foto: Archiv



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