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Blue Valentine

Hamelner erzählen von negativen Erfahrungen mit der Liebe

Valentinstag – der Tag der Verliebten und Liebenden oder schlicht der Liebe. Man könnte zig Phrasen dreschen, was selbige mit uns Menschen macht, was sie uns gibt, wozu sie uns verleitet. Für jeden ist Liebe etwas anderes und jedem hat sie nebst Zuckerwatte-Dauergrins-Feeling auch schon mal ins Gesicht gespuckt. Fünf Hamelner haben Styles of Hameln erzählt, was die Liebe ihnen schon für Hiebe mitgegeben hat.

veröffentlicht am 14.02.2019 um 08:41 Uhr
aktualisiert am 14.02.2019 um 09:46 Uhr

Die Liebe ist schön und schrecklich. Foto: pixabay
Franziska Winkler

Autor

Franziska Winkler Redakteurin / Pressereferentin zur Autorenseite

Für jeden ist Liebe etwas anderes und jedem hat sie nebst Zuckerwatte-Dauergrins-Feeling auch schon mal ins Gesicht gespuckt. Lebensbejahende Sprüche-Bilder hin oder her. Sie ist eben nicht immer nur – um es mit plumpen Adjektiven zu beschreiben – rosarot, sondern manchmal auch bittersüß, tragisch, gemein, hoffnungslos, hässlich. Fünf Hamelner haben Styles of Hameln erzählt, was die Liebe ihnen schon für Hiebe mitgegeben hat.

MARC*, 30

Vor einigen Jahren war ich in einer Beziehung, meine Partnerin und ich waren nach kurzer Zeit zusammengezogen und sehr glücklich. Die ersten 1,5 Jahre lief es gut. Nach und nach wurde aber alles grauer Alltag, ich hatte es nicht mal richtig mitbekommen. Ganz leise, ganz ruhig, als ich mich eines Abends nach der Arbeit in unser Bett legte, bekam ich mein erstes „Ich liebe dich nicht mehr“. Das war sehr eindrücklich und hat mich gelehrt, nichts für selbstverständlich zu nehmen – erst recht nicht in der Liebe.

ANNA*, 30

Mein erster Freund hat mehr oder weniger aus heiterem Himmel mit den Worten „Ich liebe dich, aber ich muss Erfahrungen sammeln“ Schluss gemacht. Und das am Valentinstag, nachdem er mir noch Blumen in die Hand gedrückt hatte. Ich habe mich aber gerächt: Sein bester Freund baggerte mich an und ich ließ mich drauf ein. Als er dann wieder angekrochen kam, konnte ich ihm ins Gesicht sagen: „Sorry, kein Interesse. Ich hab Erfahrungen mit Willi gesammelt.“ Heute lachen wir alle darüber, weil wir wissen, dass das damals von uns allen dreien eine scheiß Nummer war.

MICHEL, 32

Für meine damalige Freundin bin ich mit Mitte 20 von Hameln nach München gezogen. Wir waren gerade mal zwei Monate zusammen. Ich war jung, mochte die Herausforderung und den Nervenkitzel.

Sie war kurz vor Ende des Studiums, ich Studienabbrecher mit dem Ziel, in München noch mal neu ins Studium einzusteigen. Doch die horrenden Mietpreise trieben mich dazu, mir doch einen richtigen Job zu suchen, bei dem ich auch gut verdiente. Dieser nahm viel Zeit in Anspruch, anscheinend zu viel Zeit. Denn meine Freundin wollte plötzlich jedes Wochenende ihre Mutter in Gießen besuchen. Das Geld dafür gab ich ihr gerne. Auch andere Dinge, wie neue Wohnung, Klamotten und Reisen finanzierte ich ihr – ein ganzes Jahr lang. Als mein Vater an Lungenkrebs erkrankte, besuchte ich ihn für längere Zeit in der alten Heimat. Und dann PENG: Ich erhielt einen Anruf: unbekannte Nummer. Egal, kann ja nichts Schlimmes sein: „Hi, mein Name ist XXX und ich bin die Affäre von deiner Freundin, SEITDEM sie nach München gegangen ist – sie ist jetzt mein Mädchen!“ Telefonat beendet. Ich dachte noch, dass es sich um einen Scherz handelte und rief meine Freundin an. Kurzwahl zur Ex: „Du, ich hab gerade einen Anruf bekommen von einem Typen (ich höre seine Stimme im Hintergrund)… Kurzes Schweigen. „Ja, es stimmt. Sorry.“ Einen Tag später habe ich sie dann noch mal zur Rede gestellt und erfahren, dass es sich um ihren Ex handelt, von dem sie sich nie ganz abwenden konnte. Sie hatte mich also von Anfang an hintergangen und wollte einfach nur das luxuriöse Leben durch mich genießen. Heute kann ich mich darüber lustig machen, wie blind Liebe macht, wie kalt Menschen sein können und wie dumm ich in manchen Dingen noch heute bin: zu offen und ehrlich, zu leichtgläubig – aber ich lasse mir meine Menschlichkeit nicht durch andere kaputtmachen.

JACQUELINE, 31

Im September 2015 bekam ich die Diagnose Multiple Sklerose, was für mich und alle meine Lieben im ersten Moment ein Schock war. Mein damaliger Partner, drei Jahre waren wir zu dem Zeitpunkt zusammen, weigerte sich jedoch, sich mit dem Thema bzw. meinen Prognosen auseinanderzusetzen und trennte sich von mir. Im Nachhinein hat mich diese Erfahrung aber nur stärker gemacht und dafür bin ich dankbar. Ich würde mich freuen, wenn andere, die vielleicht Ähnliches erleben, sehen, dass das Leben wirklich weitergeht.

LAURA, 22

Ich kann mittlerweile ein Buch darüber schreiben, was mir mit meinen Ex-Freunden passiert ist.

Die erste große Liebe war ein kompletter Reinfall. Ständiges on, off. Ich bin für ihn mal nach Bielefeld gefahren, um ihn mir von einer anderen Frau zurückzuholen. Letztendlich waren wir nach sechs Jahren offiziell getrennt und haben uns in einer Diskothek wieder getroffen. Er fragte, ob wir reden könnten. Wir haben uns dann so sehr angezickt, dass er im Affekt mit einer Kopfnuss meine Nase gebrochen hat. Die war so extrem, dass es ein zweifacher offener Nasenbruch war und mir ein Stück Zahn abbrach. In den sechs Jahren unserer Beziehung ist er mir nicht nur einmal aggressiv gegenüber aufgetreten.

*Anm. Der Name der/des Protagonistin /-en wurde auf Wunsch geändert.



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