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Sedlmair-Insolvenzverwalter: Ausnahmen gibt es zwar nicht – aber Hoffnung

„Gutscheine noch nicht wegwerfen!“

Rinteln (jaj). Vergangene Woche berichtete unsere Zeitung darüber, dass die Buchhandlung Sedlmair wegen der Insolvenz des Mutterbetriebs „Baumgärtner“ keine Gutscheine mehr einlösen darf. Diese Tatsache, die für alle Gutscheinbesitzer ärgerlich ist, hat Meike Dewitz besonders hart getroffen. Sie hatte nämlich nicht einmal die Möglichkeit, ihr Geschenk einzulösen.

veröffentlicht am 14.11.2012 um 00:00 Uhr

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Dewitz’ Gutschein wurde am Freitag, 12. Oktober, ausgestellt, an dem Tag, an dem der Insolvenzantrag beim Amtsgericht Offenburg eingereicht wurde. Die Rintelnerin bekam den Gutschein am Samstag, 13. Oktober, geschenkt. Am Montag, 15. Oktober, bestimmte das Amtsgericht dann schon den Rechtsanwalt Cornelius Nickert von der gleichnamigen Kanzlei in Offenburg zum Insolvenzverwalter – und der untersagte noch am selben Tag in allen Filialen das Ausstellen und Einlösen von Gutscheinen. „Ich hatte doch überhaupt keine Chance, meinen Gutschein einzulösen“, sagt Dewitz.

Ein Umstand, der auch Matthias Kühne, einem Rechtsanwalt der Kanzlei Nickert bekannt ist. „Als der Gutschein ausgestellt wurde, waren wir noch nicht Insolvenzverwalter“, sagt er zu dem speziellen Fall von Meike Dewitz und allen anderen Gutscheinen, die in der Zeit zwischen dem Insolvenzantrag und der Bestellung des Insolvenzverwalters ausgestellt wurden. Die „rechtliche Würdigung“ sei in dieser Zeit für die Filialleiter schwierig gewesen. Er sei sich aber sicher, dass sie nicht böswillig gehandelt haben, als sie die Gutscheine ausstellten.

Ausnahmeregelungen gebe es jedoch auch für solch besonders ärgerliche Fälle wie den von Dewitz nicht. Zwar sei es einem Insolvenzverwalter auch während des Insolvenzverfahrens möglich, Zahlungen zu genehmigen, von dieser Möglichkeit werde bei Gutscheinen jedoch kein Gebrauch gemacht.

Als Begründung erklärt Kühne, dass ein Einlösen der Gutscheine zur Folge haben könnte, dass die Regale leer sind, ohne dass Geld in die Kasse kommt. Dieses Geld werde jedoch benötigt, um neue Ware zu kaufen (die dann auch sofort bezahlt wird) und das Geschäft am Laufen zu halten.

Das könnte nach Aussage von Rechtsanwalt Kühne auch positive Auswirkungen auf die Gutscheinbesitzer haben. Sollte sich nämlich ein Unternehmen finden, dass alle oder einzelne Filialen übernehmen möchte, sei es möglich, dass dieser neue Inhaber die alten Gutscheine auf Kulanzbasis einlöst. „Die Möglichkeit besteht. Ob es dazu kommt, liegt jedoch nicht mehr in unseren Händen“, so der Rechtsanwalt. Er rät aber allen Besitzern, ihren Gutschein noch nicht wegzuwerfen.

Wer nicht auf die Gunst eines neuen Firmeninhabers hoffen will, kann seine Forderung bei der Kanzlei Nickert anmelden. Das benötigte Formular gibt es auf der Internetseite www.kanzlei-nickert.de. „Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens werden wir dann alle uns bekannten Gläubiger anschreiben“, verspricht Kühne. Wann es so weit sein wird, könne momentan noch nicht gesagt werden. Der Januar sei als Zeitraum wahrscheinlich. Und auch, wie viel Prozent der Forderung dann im Insolvenzverfahren beglichen wird, könne noch nicht gesagt werden. Das hänge davon ab, wie gut die Geschäfte bis dahin weiterlaufen – und ob sich Käufer für eine oder alle Filialen finden.



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