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Junge Filmemacher aus Schaumburg nutzen Wettbewerbe als Plattform

Großes Kino vor Augen

Landkreis. Einmal den eigenen Film auf der großen Kinoleinwand zeigen und dabei in die gespannten Gesichter der Zuschauer blicken – Jannis Schaake und Joel Böversen haben sich diesen Wunsch schon mit 18 Jahren erfüllen können. Ihr Kurzfilm „Memoria“ wurde für das Filmfestival „Up & Coming“, ein internationaler Nachwuchswettbewerb in Hannover, ausgewählt und im Cinemaxx Kino am Raschplatz vor einem großen Publikum gezeigt.

veröffentlicht am 30.11.2013 um 00:00 Uhr

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Autor:

Kirsten Elschner

Aus rund 3000 Beiträgen wurden die besten 300 Filme ausgesucht. Dass die beiden Jungs Talent haben, haben sie bereits mehrmals beim Wettbewerb „Filmklappe Weserbergland“ bewiesen. Mit „Memoria“ gewannen sie 2013 den ersten Platz. Den zweiten Preis bekam der Kurzfilm „Glück auf!“ vom Jungregisseur Aris Patschurek (19). Film ist für alle drei ein großes Hobby und Aris und Jannis können sich sogar vorstellen, die Filmerei irgendwie beruflich fortzuführen.

Joel hat sein Abi schon in der Tasche und studiert evangelische Theologie auf Pfarramt. Nebenbei arbeitet er mit anderen Filmbegeisterten an der Uni an diversen Filmprojekten. Drehbuch und Idee für „Memoria“ stammten aus seiner Feder, für Effekte und Co. war Jannis verantwortlich. „Die Dreharbeiten haben etwa eine Woche gedauert“, erzählt Joel. Die gesamte Arbeit am Kurzfilm aber viel viel länger. Zur Story: Auf dem Unterrichtsplan steht schon wieder der Zweite Weltkrieg – die Schüler sind genervt. Doch dann findet ein Schüler das Kriegstagebuch seines Großvaters auf dem Dachboden, der ihm einen lebhafteren, direkteren Zugang zur Geschichte ermöglicht. Immer tiefer dringt der Junge in die traumatischen Erlebnisse seines Großvaters ein. Eine Zeitreise mit aufwendigen Kostümen und Szenen am Schützengraben. Für den Film hat Joel viel mit seinem eigenen Opa über den Krieg gesprochen, der für den Film selbst vor die Kamera gegangen ist.

„Der Dreh hat richtig viel Spaß gemacht, auch, wenn es manchmal traurige Szenen gab“, erzählt Joel.

Film- und regietechnisch haben sich die beiden das meiste selbst angeeignet. „Man bekommt irgendwann einfach ein Gefühl dafür, wie ein guter Film aufgebaut ist“, sagt Jannis. Aris hat sich zudem aus Youtube-Videos technische Tricks abgeschaut. „Schauspiel und Regie waren schon immer mein Ding“, sagt er. Geprägt haben ihn unter anderem die „Herr der Ringe“-Filme. Dass der Regisseur Peter Jackson trotz seines großen Erfolges der Fantasy-Saga noch immer auf dem Boden geblieben ist, beeindruckt den 19-Jährigen. Außerdem hat es seine Lust auf Neuseeland geweckt. Dort will er nach dem Abi einige Zeit verbringen und hoffentlich auch das eine oder andere Filmprojekt verwirklichen.

Für seinen Kurzfilm „Glück auf!“ blieb er mit seiner Filmcrew dagegen in Heimatnähe: „Bei Schnee und eisiger Kälte haben wir stundenlang draußen im Wald gedreht“, erinnert sich Aris. Der Film erzählt die Geschichte von Jugendlichen, die für ein Schulprojekt den Wald erkunden. Dabei stoßen sie auf einen verlassenen Minenschacht, in dem etwas furchtbar Böses zu lauern scheint, um sich „in klassischer Horror-Manier einen Protagonisten nach dem anderen zu schnappen“, heißt es auf Youtube über den Film.

In einer ländlichen Region wie Schaumburg Kontakte zur Filmbranche zu knüpfen und Praktikumsplätze zu finden, sei gar nicht so leicht, berichten die drei. Darum seien Projekte wie die „Filmklappe“ und „Up & Coming“ auch so wichtig, weil man so andere Filmleute kennenlernen könnte.

Eine der wenigen Anlaufstellen im Landkreis ist das Medienzentrum Schaumburg. Über einen Lehrer können sich Schüler dort das nötige Equipment leihen und Tipps rund ums Filmemachen erhalten. Ansprechpartner ist Bernd Schlifke (www.medienzentrum-shg.de).

Film ab! Aris Patschurek steht manchmal hinter, manchmal auch vor der Kamera.pr



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