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So wurde die B 1 vor 50 Jahren ausgebaut

Großbaustelle von damals

AFFERDE. Was haben Autofahrer im vergangenen Jahr geflucht: die Bundesstraße 1 als Einbahnstraße in Richtung Coppenbrügge – die Gegenfahrbahn komplett gesperrt. Ganz anders war es vor 50 Jahren. Auch damals wurde an der Fernstraße gebuddelt. Doch die Verkehrsteilnehmer waren froh, dass an der Straße endlich Hand angelegt wurde.

veröffentlicht am 19.01.2018 um 16:47 Uhr

So berichtete die Dewezet vor 50 Jahren über den Ausbau der Bundesstraße 1. Abbildung: Archiv
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Von Hildesheim kommend ging es über Dörfer oder die B 217 in Richtung Hameln. Es war eine ärgerliche Situation, die Verkehrsteilnehmer im vergangenen Jahr während der Sanierung der Bundesstraße zwischen Afferde und Coppenbrügge in Kauf nehmen mussten.

Ganz anders war es vor 50 Jahren. Auch damals wurde an der Fernstraße gebuddelt. Doch die Verkehrsteilnehmer waren froh, dass an der Straße endlich Hand angelegt wurde. Im Januar 1968 begannen die Bauarbeiten zum Ausbau der B 1 zwischen den beiden Orten. Der Ärger über den Zustand der Straße ist alt, hieß es am 20. Januar 1968 in der Dewezet. „Zahllose Autofahrer haben über die kurvenreiche, gefährliche und durch Frostaufbrüche oft kaum befahrbare Strecke geflucht“, stand damals in der Zeitung. „‘Bundeseigener Feldweg‘ wird zur richtigen Straße“ lautete dann auch die Überschrift des Artikels.

„Es holperte schon ordentlich“, erinnert sich Hannelore Fließ noch ein wenig an den alten Straßenbelag mit Kopfsteinpflaster, das zwischen den Steinen aufgefüllt worden war. Viele Kurven habe es aber nicht gegeben, sagt die Afferderin. In vier Abschnitten sollte die als einzige Ost-West-Verbindung im Raum Hameln bezeichnete Straße auf zehn Meter Breite ausgebaut werden. Die Sanierung wurde auf der Strecke zwischen der ehemaligen Abdeckerei und dem Ortseingang Behrensen gestartet. Der Verkehr rollte damals noch mitten durchs Dorf.

So sieht die Bundesstraße 1 heute zwischen Hameln und Coppenbrügge aus: breit und viel befahren. Foto: Dana
  • So sieht die Bundesstraße 1 heute zwischen Hameln und Coppenbrügge aus: breit und viel befahren. Foto: Dana
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Mit dem Abfräsen der vorhandenen Fahrbahn und dem anschließenden Asphaltieren war es 1968 nicht getan. 90 000 Kubikmeter Erdboden mussten bewegt werden, bis der Straßenbelag aufgebracht werden konnte. Auf Höhe der ehemaligen Gastwirtschaft „Am Schecken“ wurde ein Damm aufgeschüttet, um ein gleichmäßiges Gefälle der Fahrbahn zu erreichen. Für die Verlegung der Straße hatte das Straßenbauamt Hameln 45 000 Quadratmeter Grund und Boden kaufen müssen. Kosten sollte der 1800 Meter lange Abschnitt rund 1,7 Millionen Deutsche Mark. Eine Summe, die heute bei Weitem nicht mehr realistisch ist, wie der Chef des regionaler Geschäftsbereichs Hameln bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Markus Brockmann, sagt. Zu den Zeiten habe es noch ganz andere Anforderungen gegeben, so Brockmann. Der Behördenleiter schätzt die heutigen Baukosten auf rund zehn Millionen Euro. Weit mehr als das Zehnfache von dem, was 1968 ausgegeben wurde.

Anschließend sollte der Abschnitt zwischen dem Ortsausgang von Afferde und dem ehemaligen Ortima-Gelände gebaut werden. Für die 2400 Meter lange Strecke wurden 2,65 Millionen DM als Baukosten veranschlagt.

Die ebenfalls vorgesehene Umgehungsstraße bei Behrensen ließ lange auf sich warten. Noch 1972 erhob sich eine massive Betonbrücke vor dem Dorf – mitten in der Landschaft und ganz ohne Auf- und Abfahrten. Nicht berücksichtigt bei den Planungen war die Entschärfung eines Unfallschwerpunkts, der älteren Autofahrern heute noch im Gedächtnis sein dürfte. Eine rechtwinkelige Einmündung an der alten Streckenführung der B 1 bei Coppenbrügge. Dort standen zwei Kastanienbäume.

Über den letzten in den 1960er Jahren geplanten Streckenabschnitt rollen heute immer noch keine Autos. Immerhin ist mit dem Bau inzwischen begonnen worden. Zwischen Coppenbrügge und Marienau sollte der Verkehr auf neun Kilometern an den Orten vorbeigeführt werden. 16 Millionen D-Mark sollte die Strecke kosten. „1972 sind die Planungen dazu eingestellt worden“, weiß Markus Brockmann.

Aktuell belaufen sich die Gesamtkosten für die nun nur noch 6,2 Kilometer lange Neubaustrecke auf 33,2 Millionen Euro. „Heute sind mehr Brücken als damals zu bauen“, erklärt der Verkehrsexperte einen Teil der Mehrkosten.



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