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Vor 25 Jahren: Der Umwelt zuliebe verbietet Bückeburg den Einsatz von Streusalz

„Glätte auf andere Weise beseitigen“

Landkreis (ll/yan). Ein Winter ohne Streusalz? Nach den Erfahrungen aus den letzten beiden Jahren ist der Verzicht auf Taumittel, das auf Schaumburgs Straßen und Gehwegen gebracht wird, kaum vorstellbar. Streusalz war in den vergangenen Wintermonaten Mangelware und heiß begehrt.

veröffentlicht am 31.10.2011 um 00:00 Uhr

Vor 25 Jahren jedoch wurde der Einsatz von Salzen grundsätzlich verboten. Am 1. November 1986 berichtete unsere Zeitung, dass die Stadt Bückeburg ein Verbot von Streusalz in Kraft setzte – der Umwelt zuliebe. Denn die Salze schädigen Bäume, Tiere, Boden, Grundwasser und verursachen zudem Schäden an Häusern und Fahrzeugen. Kein Bürger sollte mehr die Gehwege mit Salz von Schnee und Eis befreien. „Die Bürger müssen die Glätte auf andere zumutbare Weise beseitigen“, appellierte der damalige stellvertretende Stadtdirektor Eckhard David. Die Stadt benutzte bei Schnee und Eis ein Salz-Splitt-Gemisch, das nur zu 25 Prozent aus Salz bestand. Ausnahmen für Privatleute gab es dennoch: Wenn plötzlicher Eisregen auftrat, durfte auf Gehwegen auch Salz gestreut werden. In allen anderen Fällen drohten Bußgelder.

Generell gilt das Streusalzverbot für private Hausbesitzer in den Kommunen auch noch heute. Schnee muss geräumt werden, und es muss auf abstumpfende Streumittel ausgewichen werden. Dazu gehören zum Beispiel Split, Sand und Kies. Ausnahmen vom generellen Salzstreuverbot gibt es meist nur dann, wenn der Einsatz von abstumpfenden Streumitteln nicht ausreicht, keine Wirkung erzielt und dazu führt, dass die Fußgänger gefährdet werden. Das ist insbesondere bei Eisglätte, Eisregen, auf Treppen oder bei starken Gefällen oder Steigungen der Fall. Die Stadt Rinteln etwa legt für den Winterdienst fest: „Bei Glätte ist mit abstumpfenden Mitteln so zu streuen, dass ein sicherer Weg vorhanden ist.“ Für Rintelns Straßen gilt: „Streusalz darf auf Fahrbahnen sowie Parkflächen nur im Mischungsverhältnis ein Teil Salz zu mindestens sieben Teilen abstumpfende Mittel verwendet werden.“

Als Reaktion auf die Streusalz-Knappheit in den vergangenen Jahren halten auch die öffentlichen Straßenmeistereien im Landkreis große Vorräte vor. Für freie Bahn auf den überörtlichen Straßen haben die Meistereien in Stadthagen und Rinteln vorgesorgt.

Das Lager in Stadthagen ist mit rund 600 Tonnen Streusalz gefüllt, in Rinteln stehen rund 200 Tonnen zur Verfügung. Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr im Geschäftsbereich Hameln hat darüber hinaus in Emmerthal bei Hameln ein riesiges Reservelager angelegt. 6000 Tonnen Streusalz sind dort eingelagert, mit denen bei außerplanmäßig hohem Bedarf auch die Hauptverkehrsstraßen im Landkreis Schaumburg von Schnee und Eis befreit werden.



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