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Bei den Olympischen Spielen 1912 wird eine revolutionäre Technik eingeführt

Gestern Stockholm – morgen London

Der Zieleinlauf war denkbar knapp: Mit einem Vorsprung von 0,1 Sekunden hatte der Engländer Arnold Jackson ganz knapp die Nase vorn beim 1500-Meter-Endlauf der Olympischen Spiele 1912 in Stockholm. Hätte der schwedische Erfinder Ragnar Carlstedt seine elektromechanische Entwicklung nicht rechtzeitig zu den Spielen fertigbekommen, so hätte es beim 1500-Meter-Lauf so schnell wohl keinen eindeutigen Sieger gegeben. Dank Carlstedts elektronischer Zeitmessung aber stand der Olympiasieger schnell und ganz eindeutig fest.

veröffentlicht am 16.07.2012 um 00:00 Uhr

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Der Vorsprung des Silbermedaillengewinners aber war mit bloßem Auge nicht erkennbar. Gleichauf im Ziel waren die beiden Amerikaner Abel Kiviat und Norm Taber. Nur mit einer weiteren technischen Neuerung, die vor 100 Jahren zum ersten Mal zum Einsatz kam, gelang es, Abel Kiviat als Zweiten auszumachen: Das Zielfoto, auch Foto-Finish genannt, war geboren. Mit elektronischer Zeitmessung und Zielfoto-Entscheid gab es eine Neuerung, die die Leichtathletik in Zukunft bestimmt hat. Stockholm setzte 1912 das Maß für kommende Austragungen der Spiele. Die Anlagen waren perfekt, elektrische Zeitmessung und Zielfotografie sorgten für Gerechtigkeit, die Zuschauer verfolgten die Wettkämpfe mit Begeisterung und bemerkenswerter Unparteilichkeit.

Wenn die Olympischen Spiele 2012 kommende Woche in London starten, dann kommen Kameras zum Einsatz, die das Geschehen auf der Ziellinie in mehreren Tausend Bildern pro Sekunde aufnehmen. Vor hundert Jahren hat eines gereicht. Erfinder Carlstedt wurde zum Helden und einige Jahre später durch andere Erfindungen zu einem erfolgreichen Unternehmer.

Ein Held zu werden, das blieb 1912 in Stockholm einem überragenden Sportler verwehrt: Mit unglaublicher Überlegenheit gewann der Amerikaner Jim Thorpe zwar in der Leichtathletik den Fünfkampf und den Zehnkampf, den er zum ersten Mal in seiner Karriere bestritt, nach Vorwürfen wegen „Geldannahme“ strich ihn das IOC 1913 aber aus den Siegerlisten.

Jim Thorpe starb 1953 verarmt, das IOC rehabilitierte ihn erst 1982 und überreichte seinen Kindern die 70 Jahre alten Medaillen. ll



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