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Bei warmen Außentemperaturen am besten kalt serviert

Gazpacho – ein mediterraner Sommerhit

HAMELN. Trinken, trinken, trinken – so lautet die allseits bekannte Empfehlung an hochsommerlichen Tagen. Aber was essen bei einer Gluthitze wie der in der vergangenen Woche? Auch wenn es zurzeit nicht mehr ganz so brütend heiß ist – es empfiehlt sich im wahrsten Sinne des Wortes ein Blick über den Tellerrand, und zwar auf die mediterrane Küche. Wie wär’s also mal mit Gazpacho zum Mittag?

veröffentlicht am 27.06.2017 um 13:21 Uhr
aktualisiert am 27.06.2017 um 16:00 Uhr

Gazpacho ist eine südspanische und portugiesische Suppe aus ungekochtem Gemüse. Foto: pixabay
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Autor

Christa Koch Reporterin

HAMELN. Trinken, trinken, trinken – so lautet die allseits bekannte Empfehlung an hochsommerlichen Tagen. Aber was essen bei einer Gluthitze wie der in der vergangenen Woche? Auch wenn es zurzeit nicht mehr ganz so brütend heiß ist – es empfiehlt sich im wahrsten Sinne des Wortes ein Blick über den Tellerrand, und zwar auf die mediterrane Küche. Auf die spanische zum Beispiel, geprägt unter anderem von der 600 Jahre währenden Herrschaft der Mauren. Wie wär’s also mal mit Gazpacho zum Mittag?

Gazpacho ist eine südspanische und portugiesische Suppe aus ungekochtem Gemüse. Sie stammt von der Algarve und aus Andalusien. Die ursprüngliche Suppe geht auf die Mauren zurück und war eine weiße Knoblauchsuppe aus Gurken, Brot, Knoblauch, Olivenöl, Essig, Salz und Wasser. Die Zutaten wurden in einem Mörser zerkleinert. Tomaten und Paprika wurden erst von Christoph Kolumbus aus Amerika nach Europa gebracht und waren bis ins 18. Jahrhundert hinein nicht Bestandteil dieser Suppe.

Klassische Hauptzutaten für das „Gazpacho andaluz“ sind Tomaten, Weißbrot, grüne Paprika, Salatgurken, Knoblauch, Olivenöl, Essig, Salz und Wasser. Serviert wird das Gazpacho kalt mit einer „guarnición“, das heißt einer Beilage. Dabei handelt es sich üblicherweise um in sehr kleine Stückchen geschnittene grüne Paprika, grüne Gurke, Frühlingszwiebeln und Tomaten, die unmittelbar auf die Suppe gegeben werden beziehungsweise vermischt mit etwas Olivenöl unter die Suppe gehoben werden. Mitunter wird das Gazpacho auch mit gerösteten Weißbrotwürfeln serviert. Eine Variante ist die Porra Antequerrana aus Antequera, nördlich von Málaga, eine kalte Suppe, jedoch dickflüssiger, ohne Salatgurke und mit mehr Knoblauch, vergleichbar dem Salmorejo.

Auf dem Hamelner Wochenmarkt findet Bärbel Randhahn alle Zutaten, um eine leckere Gazpacho zuzubereiten. Foto: ck
  • Auf dem Hamelner Wochenmarkt findet Bärbel Randhahn alle Zutaten, um eine leckere Gazpacho zuzubereiten. Foto: ck

Ein weiteres Gericht namens Gazpacho ist der Gazpacho Manchego aus der Region Kastilien-La Mancha, der außer dem Namen wenig mit dem Gazpacho andalusischer Art gemein hat. Es handelt sich um eine Art Eintopf mit Huhn, Kaninchen und Tortas de Gazpachos.

Eine der Hauptzutaten, die Gurke, stammt ursprünglich aus Indien; sie gelangte über Griechenland nach Europa. Im Römischen Reich wurde die Gurke in allen Gebieten kultiviert und gelangte so auch auf die spanische Halbinsel. Schon damals wurden Gurken in Gewächshäusern gezogen, um sie das ganze Jahr über verfügbar zu haben. Bis ins 16. Jahrhundert scheinen Gurken das häufigste Gemüse in Spanien gewesen zu sein. Es wurde vermutet, dass römische Soldaten erstmals Gazpacho zubereiteten, um ihren sauren Wein schneller trinken zu können und somit schneller betrunken zu werden. Dazu gaben sie Brot und Olivenöl sowie Gurken in den Wein.

Auf dem Hamelner Wochenmarkt gibt es alle Zutaten, die man für Gazpacho braucht; sie sollten frisch sein, die Herstellung der Suppe ist allerdings relativ einfach. Bärbel Randhahn etwa bereitet die andalusische Spezialität jetzt im Sommer häufig zu. Ihre Familie hatte viele Jahre ein Segelboot an den Küsten der Iberischen Halbinsel, und vieles aus der einheimischen Küche hat sie sich abgeschaut. „Bei den Temperaturen, die dort im Juli/August herrschen, braucht man etwas Gesundes und zugleich Leichtes“, sagt sie über die spanischen Rezepte, die sie im Sommer gern auch hier zu Hause umsetzt.

Information

Gazpacho

Rezept für vier Personen: 500 Gramm reife Tomaten, eine rote Paprika, eine Salatgurke, ein bis zwei Zehen Knoblauch, zwei Scheiben altbackenes Weißbrot, 100 ml Tomatensaft, 100 ml Olivenöl, 100 ml eiskaltes Wasser, ein EL Sherry- oder Rotweinessig, Salz, Pfeffer, Tabasco, Zucker.

Zubereitung: Die Tomaten mit heißem Wasser überbrühen, enthäuten und entkernen. Die Paprikaschote halbieren, entkernen, waschen und trocknen. Die Gurke schälen, halbieren und die Kerne mit einem Löffel entfernen. Von Tomaten, Paprika und Gurke je zwei Esslöffel fein würfeln und für die Garnitur bereitstellen. Den Rest grob würfeln und in ein hohes Mixgefäß geben. Den Knoblauch schälen, groß hacken und hinzufügen. Das Weißbrot würfeln und dazugeben. Tomatensaft, Olivenöl, Wasser und Sherry- oder Rotweinessig dazugeben und das Ganze pürieren. Mit Salz, Pfeffer, Tabasco und Zucker würzen und mit Folie abgedeckt in Kühlschrank eiskalt werden lassen oder in vorgekühlte Suppentassen füllen. Mit den Gemüsewürfeln garnieren, nach Belieben noch ein paar Eiswürfel dazugeben.



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