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Ganze Gemeinde verschwindet

Landeskirche verliert innerhalb von drei Jahren 2508 Mitglieder

veröffentlicht am 01.06.2013 um 00:00 Uhr

Landkreis. Der Blick auf die aktuellen Zahlen hat so manches Mitglied der Frühjahrssynode der Schaumburg-Lippischen Landeskirche Ende Mai ernüchtert, Synodalpräsident Klaus-Dieter Kiefer sprach von einem „heilsamen Schock“: Die Schaumburg-Lippische Landeskirche hat innerhalb von knapp drei Jahren 2508 Gemeindemitglieder verloren. Das ist rechnerisch mehr als eine komplette Gemeinde.

Andreas Böversen, der Vorsitzende des Pfarrstellenplanungsausschusses hatte den Fortgang der Kooperationsbemühungen geschildert und dabei auch die aktuellen Zahlen mitgebracht. Böversen machte deutlich, dass vor dem Hintergrund dieser Entwicklung die angenommenen Kennzahlen von 1900 Gemeindegliedern für eine Pfarrstelle und mindestens 2200 für eine weitere „eigentlich gar nicht mehr stimmen“.

Sinn der Kooperationen sei es in erster Linie, sinkenden Gemeindemitgliederzahlen zu begegnen, Ziel der neuen Synode müsse es aber gleichzeitig sein, „neue Mitglieder zu gewinnen“.

Ausgewertete Fragebögen zeigten, so Böversen, dass die bisherigen Kooperationen als „positiv und bereichernd“ empfunden würden, in den „oberen Ebenen“, Pastoren, Kirchenvorständen und Kirchengemeinderäten angekommen seien, aber in den Gemeinden noch nicht richtig gelebt würden. Einhelliger Wille sei, „die Kirche im Dorf zu lassen und einen Bustourismus zu vermeiden“, zudem gäbe es überall einen Wunsch nach größtmöglicher Transparenz.

Bisher, würde bei dem, was die Landessynode im Herbst voraussichtlich als Pfarrstellenneuordnungsgesetz verabschieden müsse, „weiche Übergangslösungen“ angestrebt. Als „akrobatische Leistung der Synode“ lobte der Landesbischof Karl-Hinrich Manzke den zeitgleichen Umgang mit vier – zum Teil gegenläufigen – Problemstellungen, die in einem „Korridor von 2010 bis 2020“ bewältigt werden müssten.

Trotz der behutsamen Reduzierung um sieben Pfarrstellen gäbe es nur zwei Orte, an denen langfristig jeweils eine verloren gehe. Auch unter dem Schnitt von 1900 Gemeindegliedern könne man dies angesichts von genügend Personal „gelassen aushalten“.

„Wir brauchen dringend neue Leute“, sagte Manzke auch angesichts einer zu erwartenden Pensionierungswelle nach 2020.

Der Landesbischof schilderte der Synode „gezielte Übergangslösungen“, die nicht mehr Geld kosteten, um zum Beispiel die Krankenhausseelsorge oder auch neue Aufgabenfelder in Diakonie, Kindertagesstätten und Schulen abdecken zu können. jpw



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