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Vor 125 Jahren versetzte „Jack the Ripper“ London in Angst und Schrecken

Ewiges Mysterium

Es sind jene Geschichten, die ein Leben lang rätselhaft bleiben und deshalb ihre Faszination ausüben. Diese Begeisterung für das Ungelöste spiegelt sich im Mythos um den Serienmörder „Jack the Ripper“ wider. Blutrünstig, durch ein gestörtes Verhältnis zu Frauen gekennzeichnet und geheimnisvoll zugleich, so lässt sich der wohl bekannteste Serienmörder des 19. Jahrhunderts mit wenigen Worten umschreiben.

veröffentlicht am 30.09.2013 um 00:00 Uhr

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Autor:

Anton Posnak
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Am 30. September 1888 bringt der Schlitzer im Londoner „East End“ vermutlich zwei Frauen an einem Tag um. Die Betonung liegt auf vermutlich, denn es ist den Polizeiermittlern nie gelungen, die Morde dem Serienkiller zweifelsfrei zuzuordnen. Um seine Identität ranken sich Mythen, und sie ist bis heute immer noch ungeklärt. Ein Grund für Journalisten, Historiker und Hobby-Detektive, auch nach 125 Jahren immer noch nach der wahren Identität des „Rippers“ zu fahnden.

Von August bis November 1888 begann die Mordserie im verarmten Londoner Stadtteil Whitechapel. Gauner und Prostituierte bestimmten das Stadtbild des Viertels. „Jack the Ripper“ wählte seine Opfer nach einem bestimmten Schema aus. Die fünf Frauen, die er umgebracht haben soll, gingen der Prostitution nach und waren meist im Alter von 40 bis 50. Sie wurden mit einer Klinge blutig zugerichtet. Bei einigen wurden Organe entfernt. Die Taten fanden an öffentlichen Plätzen statt. Man vermutete zunächst, dass „Jack the Ripper“ wegen der Klinge ein Arzt oder Metzger sein könnte. Aufgrund eines Graffito in der Nacht des Doppelmordes wurden sogar jüdische Bürger verdächtigt. Doch es stellte sich heraus, dass ein Antisemit für diese Inschrift verantwortlich war. Ein Seemann aus Liverpool, der schon ähnliche Morde in Australien begangen hatte und unter zahlreichen Pseudonymen in England lebte, war zunächst der am ehesten Verdächtige. Durch seine ständigen Wechsel des Aufenthaltsorts konnte man ihm jedoch nie etwas nachweisen.

Die wohl schillerndsten Theorien um die Ripper-Identität lassen sich mit dem britischen Königshaus in Verbindung bringen. Prinz Albert Victor, Enkel von Königin Victoria, besuchte regelmäßig die Bordelle in Whitechapel. Scotland Yard ermittelte tatsächlich gegen ihn. Eine weitere Theorie basiert auf dem Buch „From Hell“ von Alan Moore und Eddie Campbell. Demzufolge gab Königin Victoria ihrem Hofarzt den Auftrag, die Prostituierten ermorden zu lassen. Eine von ihnen erwartete ein Kind ihres Enkels. Die vier weiteren Frauen sollten als Mitwisserinnen ausgeschaltet werden. Einer der leitenden Ermittler vermutete schon 1888, dass es sich bei dem Täter um eine Frau handeln könnte. Diese These wurde von William Stewarts Buch „Jack the Ripper – a new theory“ aufgegriffen: Aus Eifersucht hat eine Ehefrau die Geliebte ihres Mannes und ihre Tochter mit einer Klinge umgebracht. Anschließend wurden die Leichen öffentlich von ihr zur Schau gestellt.

Filmszene: Hier jagt Johnny Depp als Inspector Frederick Abberline dem „Ripper“ nach. dpa

Der Ripper-Forscher John Morris spinnt die Idee der Frauen-Mörderin weiter: Mary Elizabeth Ann Hughes, die Ehefrau eines Hofarztes soll ebenfalls aus Eifersucht gemordet haben. Ihr Ehemann betrog sie mit einer der Prostituierten. Aus Verzweiflung über die eigene Unfruchtbarkeit soll sie sogar einer der Frauen die Gebärmutter entfernt haben.

Ebenfalls zu den Verdächtigen zählt ein deutscher Seemann. Der pensionierte Ex-Mordermittler Trevor Marriot kam 2011 dem Deutschen auf die Spur. Er soll sich in der Zeit der Morde in Whitechapel aufgehalten haben. Er hörte jedoch nie auf, weiter zu morden. In Deutschland und den USA soll er ähnlich getötet haben.

Die nüchternste und aktuellste Theorie wurde vor einem Jahr von den Autoren Christer Holmgren und Edward Stow aufgestellt. Beide nahmen sich die archivierten Unterlagen zu „Jack the Ripper“ noch einmal vor und stellten bei einem Augenzeugen gewisse Ungereimtheiten fest. Charles Cross, der die erste Leiche am 31. August 1888 entdeckte, wurde von einem anderen Zeugen belastet. Cross gab an, nie in der Nähe der Leiche gewesen zu sein. Der Zeuge habe jedoch gesehen, wie er sich zuvor über die tote Frau gebeugt hatte.

Ob „Jack-“ oder sogar „Jacky the Ripper“, am Ende wird die Identität vom unbekannten Serienkiller wohl immer ein Mysterium bleiben.



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