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Karl-Friedrich Meyer sucht noch immer Investor für sein Pedal / Steht der Durchbruch kurz bevor?

Etappenziel Cloppenburg

Hameln. Karl-Friedrich Meyer lässt nicht locker. Ziemlich genau ein Jahr ist es jetzt her, dass er in der Dewezet seine Erfindung vorstellte. Meyer hat ein Fahrradpedal entwickelt, mit dessen Hilfe Radler seinen Worten nach bis zu 20 Prozent der Kraft einsparen können. Und das wollen offenbar viele. „8300 Anrufer haben sich bei mir gemeldet, die das Pedal haben wollen“, sagt Meyer. Ein Erfolg, meint der Tüftler: „Das Interesse ist riesig.“

veröffentlicht am 07.08.2013 um 06:00 Uhr

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Autor:

VON ROBERT MICHALLA

Alles begann 2005 bei der Kinesiologin Jasmin Qutob. Meyer, gelernter technischer Zeichner, späterer Diplom-Ingenieur, ist bei ihr in Behandlung und schaut aus dem Fenster auf ein Fahrrad, als ihn der Gedankenblitz trifft. „Ich hab’s“, ruft er plötzlich, „ich hab’s.“ Meyer greift sofort zu Zettel und Filzstift und kritzelt eine erste Zeichnung aufs Papier. Es ist die Geburtsstunde des patentierten Antriebs Ergo-Drive, oder wie Meyer es nennt: technisches Doping.

Und so funktioniert’s: Sobald Meyer auf seinem umgebauten Rad in die Pedale tritt, schieben sich die Pedalarme 15 Zentimeter rein und wieder raus. Immer, wenn das Pedal den oberen Punkt nach unten verlässt, verlängert sich der Pedalarm etwas. Sobald es den untersten Punkt nach oben verlässt, verkürzt sich der Pedalarm wieder. Meyer, Amateur-Radfahrer (Spitzname Stahlmuskel) und Profi-Bastler, nutzt damit das Hebelgesetz, das viele im Alltag zum Beispiel vom Rudern kennen. Das Prinzip: Je länger der Arm, sprich das Ruder oder wie in Meyers Fall der Pedalarm, desto weniger Kraft ist notwendig, um ihn zu bewegen.

Der Clou liegt bei Meyer im Detail. Die Pedalarme laufen nicht auf einer kreisrunden, sondern auf einer exzentrischen Scheibe. Deren Mittelpunkt liegt also nicht genau in der Mitte, sondern ein Stück außerhalb. Sobald sich nun die Scheibe dreht, dreht sich mit ihr auch ein Bolzen, der den Pedalarm je nach Position ein Stück rein- oder rausschiebt. Der Fahrer selbst merkt davon nichts. „Da kommt man nicht einfach drauf, dazu muss man Radfahrer und Techniker sein“, sagt Meyer. Nach eigenen Worten kann er jedes Fahrrad innerhalb von 20 Minuten umrüsten, auch Elektro-Räder. Bremsen, Lenker, Sattel – alles bleibt unberührt.

Dass die Erfindung alltagstauglich ist, bestätigt Barbara Steudel. Die Freundin von Meyer ist das Rad mit den beweglichen Pedalarmen bereits gefahren. „Es ist unglaublich, diese Leichtigkeit“, sagt sie begeistert. „Das ist sensationell für die Radfahrindustrie. Es ist eine Revolution.“

Früher, mit 16, als junger Radfahrer, empfand der Bergspezialist Meyer das Radfahren als viel zu schwer, wie er heute lächelnd sagt. Dennoch blieb er dem Sport treu, gründet den Radrennstall „Zum flinken Wiesel“ mit und wurde Bezirks-, Niedersachsen- und Deutscher Meister, ein Wohnzimmerschrank ist voll von Pokalen und Medaillen. Auch die Tour de France oder den Giro d’Italia ist er außerhalb der Wertung gefahren, Jan Ullrich kennt er persönlich.

Meyers Ziel nach Jahren der Entwicklungsarbeit und rund 60 000 Euro Kosten: Das Patent meistbietend zu verkaufen. Einen Interessenten für sein Patent oder einen Lizenznehmer hat er in der Zwischenzeit zwar noch immer nicht an Land gezogen.

Aber Meyer steht derzeit in Kontakt mit einer Fahrradfirma aus Cloppenburg. Vielleicht ist sie interessiert an dem Pedal? „Ich möchte, dass die Pedale auf die Straße kommen“, sagt Meyer. Er hofft noch immer, dass die neuen Pedale irgendwann einmal bei der Tour de France zum Einsatz kommen. Sollte sich die Erfindung tatsächlich durchsetzen, würde Meyer wohl viel Geld verdienen. Er lässt nicht locker.

Den Archiv-Artikel finden Sie im Internet auf dewezet.de

Das ganz große Rad: Am 7. Juni 2012 berichtet die Dewezet das erste Mal über Karl-Friedrich Meyer.



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