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Stadt und Deutsche Bahn wollen nicht in alte Bahnbrücke investieren / Bis auf Weiteres kein Abriss

Es führt kein neuer Weg über die Weser

Hameln (ch). Eine neue Rad- und Fußgängerquerung über die Weser, ein technikgeschichtlicher Lehrpfad oder zumindest ein lohnendes Geschäft? Seit 32 Jahren wird die 1897 erbaute, am Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengte und 1949 wiederhergestellte Eisenbahnbrücke in Hameln nicht mehr für den Bahnverkehr verwendet. Alternative Nutzungs- oder Abrisspläne gab es seither immer wieder. Sanieren und nutzen oder aber kein Geld investieren, jedoch für das Stadtbild erhalten oder abreißen, um eventuell noch Profit mit dem Stahl zu machen – so lauteten die drei vieldiskutierten Optionen für die Brücke, die über die Weser führt.

veröffentlicht am 09.05.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 18.05.2017 um 14:45 Uhr

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Die Stadt Hameln hat kein Interesse daran, Geld in die Brücke zu stecken. Eine Investition sei absolut kein Thema, sagt Rathaussprecher Thomas Wahmes. Zumal die Deutsche Bahn weiterhin Eigentümer der Stahlbrücke ist. Erwerb und Sanierung würden die Stadt eine sehr große Summe kosten, somit sei der Gedanke daran auszuschließen. Auch die Deutsche Bahn AG habe kein Interesse daran, die Brücke zu sanieren, sagt DB-Sprecherin Sabine Brunkhorst. „Das Brückenbauwerk gehört in den Anlagenbestand der DB Netz AG. Das Bauwerk bleibt in der jetzt bestehenden Form bis auf Weiteres erhalten.“ Es werde regelmäßig auf Basis der gültigen technischen Vorschriften inspiziert und befinde sich in einem sicheren Zustand, sodass es zurzeit keinen Anlass für einen Rückbau gebe. Nachdem sich mehrfach Teile der Brücke gelöst hatten, die sogar auf die Fahrbahn fielen, war im Dezember 2003 der 25 Meter lange Abschnitt über der Pyrmonter Straße abgebaut worden; die Stadt ließ zudem den Fußgängersteg demontieren. Seitdem sind dem Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden nach Angaben von Bernhard Nitsche, der im Außenbezirk Hameln des Amtes arbeitet, keine Schäden bekannt. „Uns ist nichts mehr gemeldet worden, und wir haben auch selbst nichts mehr festgestellt.“

In Verbindung mit einem möglichen Abriss der Brücke war in den vergangenen Jahren auch der Schrottwert, der sich mit der Stahlkonstruktion erzielen ließe, immer wieder erwähnt worden. Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen liegt der aktuelle Preis für die Schrottsorte 3 bei 307,7 Euro pro Tonne (Stand 21.April 2012). Doch die Deutsche Bahn weist darauf hin, dass ein Rückbau des Brückenbauwerks nicht nur den Überbau, sondern auch die Widerlager sowie die Pfeiler im Weserstrom beträfe. Diese abzubauen und zu entsorgen, würde hohe Kosten verursachen, weshalb der Abriss bislang kein Thema ist. Darüber, welche Kosten die Brücke jährlich durch Inspektionen und Instandhaltung verursacht, gibt der Konzern keine Auskunft.



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