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Kleine Rätsel Schaumburgs: Peter Bamm war im Krankenhaus chirurgisch tätig

Erfolgsautor wirkte in Rinteln als Arzt

Landkreis (jaj). In den 1950er und -60er Jahren ist Peter Bamm ein bekannter und erfolgreicher Autor gewesen. Sein erfolgreichstes Werk „Die unsichtbare Flagge“ wurde von mehreren Hunderttausend Menschen gelesen. Weniger bekannt ist hingegen, dass Bamm auch Arzt war – und in dieser Eigenschaft sogar im Rintelner Krankenhaus gearbeitet hat.

veröffentlicht am 13.08.2011 um 00:00 Uhr

Peter Bamm

Eine, für die diese Geschichte nichts Neues ist, ist die Rintelnerin Margret Laue. Die heute 75-Jährige hat einst bei der Rintelner Buchhandlung Droste gelernt und arbeitete dort auch in den 50er Jahren noch. „Damals haben wir immer wieder versucht, bekannte Autoren für Lesungen in Rinteln zu gewinnen“, erzählt sie. Darunter auch Peter Bamm. Er wurde von der Rintelner Buchhandlung eingeladen. Er schlug die Einladung aus, schrieb dem Inhaber der Buchhandlung aber einen Erklärungsbrief – und den hat Margret Laue jetzt in ihrem „kleinen Archiv“, wie sie es nennt, wiederentdeckt.

In dem Schreiben, das am 22. Februar 1956 aufgesetzt wurde und mit den Worten „Sehr verehrter Herr Droste“ beginnt, schlägt Peter Bamm die Einladung aus, weil er einfach zu viel zu tun habe. „Ich habe mich gerade daran gemacht, das ,Ex Ovo‘ zu überarbeiten“, schreibt er. Bei diesem Buch, das den Untertitel „Essays über die Medizin“ trägt, handelt es sich um das zweite große Werk des 1897 im heutigen Jüchen in Nordrhein-Westfalen geborenen Autors.

Interessant wird dann der folgende Abschnitt des Briefes. „Nach Rinteln wäre ich ganz besonders gerne gekommen“, schreibt Bamm, „denn ich habe in den 30er Jahren einmal einige Wochen den Chefarzt des Krankenhauses Rinteln vertreten.“ Das Krankenhaus befand sich damals noch an der Klosterstraße und war ein Landeskrankenhaus. Erst 1936 wechselte es in die Trägerschaft der Grafschaft Schaumburg und schließlich in die des Landkreises. 1966 erfolgte dann der Umzug in den Neubau am heutigen Standort.

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Mit dem Kriegs-Bericht „Die unsichtbare Flagge“ wurde Peter Bamm 1952 bekannt. Fotos: Kösel/pr.

Margret Laue vermutet, dass es sich bei dem damaligen Chefarzt, den Peter Bamm vertreten hat, um Dr. Coench handelte. Genau weiß sie es aber auch nicht. „Ich war ja damals noch ein Kind“, sagt sie. Und selbst wenn sie den Autor damals getroffen hätte, hätte sie ihn wahrscheinlich nicht als solchen erkannt. Denn „Peter Bamm“ ist nur das Pseudonym, unter dem der Schriftsteller geschrieben hat. Eigentlich hieß er Dr. Curt Emmrich.

Peter Bamm schließt seinen Brief mit einem – wie Laue findet – „wunderschönen“ Satz: „Dass man mich gleichwohl nach Rinteln noch einlädt, spricht jedenfalls nicht gegen meine damalige chirurgische Tätigkeit“, schlussfolgert er. Zum einen das – zum anderen spricht es aber auch für die Bekanntheit, die Peter Bamm in den 50ern hatte. Sein 1952 erschienenes Buch „Die unsichtbare Flagge“, in dem er seine Erfahrungen als Arzt im Zweiten Weltkrieg beschreibt, verkaufte sich bereits in den ersten zehn Jahren über 600 000 Mal. Ein Exemplar und noch viele andere Bücher des Autors befinden sich in einem Bücherregal bei der Rintelnerin Laue. „Damals hatten Bücher noch einen anderen Stellenwert“, sagt sie. Die Lesungen hätten nicht in Buchhandlungen, sondern in der Schulaula oder gar im Brückentorsaal stattgefunden. So groß war das Interesse. „Das Fernsehen war ja noch nicht so weit verbreitet, die Menschen haben diese Unterhaltung gerne wahrgenommen.“

Peter Bamm starb am 30. März 1975 in der Schweiz und ist auf dem Stadtfriedhof Stöcken in Hannover begraben. Sein Werk „Die unsichtbare Flagge“ ist mittlerweile in der 18. Auflage beim Kösel-Verlag erhältlich.

Sie kennen auch kleine Rätsel Schaumburgs? Schreiben Sie uns an sz-redaktion@schaumburger-zeitung.de oder rufen Sie an unter (05751) 4000-526.



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