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Sieben Monate nach Bericht: Schaumburg schließt Internet-Versorgungslücken

Endlich ungestört surfen

Landkreis. Eine gut funktionierende Internetverbindung ist heutzutage ebenso essenziell wie ein Wasser- und Stromanschluss. So beschrieb es im November der Möllenbecker Peter Tünnermann in unserer Zeitung. Während das Internet für viele Menschen unzählige Überraschungen bereithält, müssen andere weiterhin auf eine gute Anbindung warten. Auch in Schaumburg sind einige Gebiete noch nicht mit ausreichender Bandbreite versorgt. Was tun die Kommunen, um diese Lücken zu schließen?

veröffentlicht am 19.06.2013 um 00:00 Uhr

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Autor:

Axel Wagner Und Jakob Gokl

Nach Auskunft des Breitband-Kompetenz-Zentrums Niedersachsen sind derzeit 98 Prozent aller Gebäude im Landkreis Schaumburg für DSL erschlossen (siehe Karte) – allerdings nur mit der Grundversorgung, und das bedeutet: 1 Megabit pro Sekunde. Damit einen zweistündigen Kinofilm herunterladen – die Durchschnittsgröße der Videodatei beträgt hier 4,7 Gigabyte – würde in etwa zehn Stunden dauern, und das auch nur bei einer perfekt funktionierenden Verbindung. Zum Vergleich: Mit einer Datenrate von 16 Megabit pro Sekunde wäre ein solcher Film in etwas mehr als einer halben Stunde geladen. Und gerade für Videodownloads und Angebote wie die Telefoniesoftware Skype werden hohe Datenraten benötigt.

Besonders schwach sieht es zurzeit unter anderem im Gebiet Obernwöhren/Hörkamp-Langenbruch und in Möllenbeck aus. Die Internetseite www.breitbandatlas.de weist für Hörkamp eine DSL-Versorgung mit 1 Mbit/s von 50 bis 95 Prozent aus. Mit Blick auf diese Geschwindigkeit steht Möllenbeck noch gut da, auch wenn es im Randbereich Schwachstellen gibt. Je höher jedoch die Geschwindigkeitsanforderungen sind, desto größer wird der „Flickenteppich“ im Landkreis. Wer mit 16 Mbit/s ins Netz gehen möchte und nicht gerade im Stadtgebiet von Stadthagen, Obernkirchen, Nenndorf, Eilsen oder Sachsenhagen wohnt, hat schlechte Karten.

Dass Schaumburg überhaupt so gut mit DSL abgedeckt ist, hat der Landkreis dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung zu verdanken. Alleine dadurch wurden nach Angaben des Breitband-Kompetenz-Zentrums insgesamt mehr als 9100 Gebäude an das kabelgestützte Breitband und den Mobilfunk angeschlossen.

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Und die Kommunen sind dabei, die weißen Flecken von der Landkarte zu tilgen: Im März dieses Jahres hat die Stadt Rinteln bei der NBank einen Antrag auf Förderung für den Internetausbau in Möllenbeck gestellt. Stadtmitarbeiter Jörg Schmieding bestätigte auf Anfrage, dass das Projekt weitergeht: „Die NBank hat der Stadt Rinteln für das Projekt den Zuwendungsbescheid erteilt.“ Für das Projekt hat sich der Anbieter EWETel gemeldet. Schmieding: „Einen genauen Ausbauzeitplan gibt es jedoch nicht. Die EWETel GmbH hat aber mitgeteilt, dass die Maßnahme bis Ende 2013 abgeschlossen sein soll.“ Bis zu diesem Zeitpunkt soll auch der Ausbau in Riehe, Suthfeld, Hohnhorst, Haste und Horsten abgeschlossen sein. Nur für Riepen – bislang ebenfalls weiße Flecken auf der DSL-Karte – gibt es noch keine spruchreife Lösung. In Stadthagen läuft derzeit nach Auskunft von Jörg Schädel vom Fachbereich Zentrale Dienste für Obernwöhren/Hörkamp-Langenbruch ein sogenanntes „Interessenbekundungsverfahren“. Obernwöhren und Hörkamp-Langenbruch waren beim Ausbau vor zwei Jahren nicht berücksichtigt worden. Jetzt hat die Stadt dafür 30 000 Euro in den Haushalt eingestellt, 50 Prozent davon sind ein Zuschuss des Landes. Bewirbt sich ein Unternehmen um dieses Angebot, kann es hier Internetzugänge einrichten. Die Deckungslücke, also die Differenz zwischen den Kosten und den zu erwartenden Einnahmen, muss die Stadt übernehmen.

Allerdings, schränkt Schädel ein, müsse die Ausschreibung für das Gebiet technikneutral sein, also nicht gebunden an die Vorgabe, DSL-Anschlüsse einzurichten. „Theoretisch könnte auch eine Funklösung kommen.“ Und: Nicht alle Häuser können angeschlossen werden, eine 100-prozentige Abdeckung ist nicht möglich, und auch wenn es mit dem DSL-Anschluss klappt, ist „nur“ die Grundversorgung sicher. Die Frist für das Verfahren läuft am 30. Juni aus. Das „schnelle Internet“ wird noch länger für Gesprächsstoff sorgen.

Im November 2012 berichtete unsere Zeitung von den Internetschwierigkeiten in Möllenbeck. jak



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