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Vor 30 Jahren wurde in Brasilien der WM-Pokal gestohlen – und blieb verschwunden

Eingeschmolzen?

Der Pokal, den der Kapitän der im Finale siegriechen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft 2014 in den Himmel stemmen wird, ist mittlerweile zur bekanntesten und begehrtesten Trophäe in der Welt des Sports avanciert. Doch der aktuelle Pokal ist bereits die zweite Generation des begehrten Preises, Franz Beckenbauer durfte ihn erstmals 1974 in Empfang nehmen, nachdem Müller und Co. die Niederlande im Endspiel mit 2:1 bezwungen hatten.

veröffentlicht am 16.12.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 12:43 Uhr

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Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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Die erste Trophäe hatte sogar einen Namen, sie hieß Jules-Rimet-Pokal und kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. So wurde der Pokal im Zweiten Weltkrieg in einem Karton unter dem Bett versteckt. 1966 wurde er aus einer Ausstellung in England gestohlen. Mithilfe eines kleinen Hundes namens Pickles gelang es den berühmten englischen Kriminalbeamten von Scotland Yard dann aber, die Trophäe wieder aufzuspüren. Sie war in einem Vorstadtgarten versteckt.

Die damaligen FIFA-Regularien sahen vor, dass die Trophäe dauerhaft im Besitz eines Landes bleiben sollte, dem es gelang, drei Mal Weltmeister zu werden. Brasilien tat genau das und nahm den Pokal 1970 nach dem 4:1-Triumph über Italien in Mexiko mit nach Südamerika.

Das Ganze sollte allerdings kein glückliches Ende nehmen. 1983 wurde die Trophäe in Rio de Janeiro erneut gestohlen und tauchte nie wieder auf. Man geht inzwischen davon aus, dass sie von den Dieben eingeschmolzen wurde. Brasilien besitzt heute nur noch eine Kopie.

Die ein halbes Jahr vor dem WM-Turnierbeginn naheliegende Frage: Dürfte Brasilien den Pokal zum zweiten Mal behalten, wenn sie im nächsten Jahr die sechste WM gewinnen? Nun, erst einmal würden auch Argentinien und Deutschland den Pokal zum dritten Mal seit 1970 gewinnen, wenn sie Weltmeister würden. Aber keines der drei Teams dürfte die Trophäe behalten. Heute wird der Name des Gewinnerlands in den Sockel des Pokals graviert, das war’s.

Zurzeit ist der Pokal übrigens auf neunmonatiger Tournee. Die bekannteste Trophäe im Sport hat Mitte September die Koffer gepackt, um bis zur Fußball-WM 2014 rund um den Globus zu jetten und dabei auch alle 26 Bundesstaaten von Brasilien zu besuchen. Vor der WM in Südafrika 2010 besuchte der Pokal nicht weniger als 84 Länder, darunter alle 50 afrikanischen Nationen, und reiste mit 138 902 Kilometern mehr als dreimal rund um die Welt. Fast eine Million Fans posierten mit dem Pokal – und machten die Tournee damit zur größten Marketingveranstaltung von Coca-Cola.

Und wenn der Cup nicht wieder auf mysteriöse Weise verloren geht, muss sich die FIFA frühestens im Jahr 2038 etwas Neues überlegen – dann ist nämlich auf dem Sockel kein Platz mehr für den Namen eines neuen Weltmeisterlandes.



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