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Öffis verlegen Bushaltestelle – Senioren haben längeren Weg

„Eine Zumutung für ältere Menschen“

Hameln. Jedes Mal, wenn Marianne Scheer an der Haltestelle steht, wartet sie mit gemischten Gefühlen auf den Bus. Das war nicht immer so. Bis vor kurzem noch war die Fahrt mit den „Öffis“ für die Dame ein Anlass zur Freude, denn die Linie 3 brachte sie mehrmals in der Woche vom Bürgergarten direkt zu ihrem Mann, der seit Oktober 2009 im „Seniorendomizil Riepenblick“ in Wangelist wohnt. Nach kurzer Fahrt öffneten sich die Türen des Busses an der Haltestelle „Wangelister Feld“ in der Zinngießerstraße, von da aus waren es nur noch ein paar Schritte, dann hatte sie die Eingangstür des Heimes passiert. Seit der Umstellung des Fahrplans am vergangenen Donnerstag ist das nicht mehr so. Die Haltestelle befindet sich zwar nach wie vor an derselben Stelle, wird aber nur noch nach 18 Uhr und an den Wochenenden von der Freizeitnetz-Linie 93 angefahren – ein neuer Haltepunkt für die Linie 3 wurde 200 Meter weiter auf der gegenüberliegenden Seite eingerichtet. Viele ältere Menschen, die Verwandte oder Freunde im Riepenblick besuchen und nicht mehr gut zu Fuß sind, halten das für eine Zumutung – so, wie Marianne Scheer.

veröffentlicht am 17.08.2013 um 06:00 Uhr

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„Wenn die alte Haltestelle noch steht, warum wird sie dann nicht mehr von der 3 angefahren?“, fragt sich die Hamelnerin. Sie vermutet, dass das neu bebaute Grundstück, das direkt an die alte Haltestelle angrenzt, das Problem ist. Über mehrere Ecken habe sie gehört, dass sich Grundstücksbesitzer darüber beschwert hätten, dass haltende Busse die Ein- und Ausfahrt zur Baustelle blockierten.

„Ja, das Grundstück ist einer der Gründe“, bestätigt Öffi-Sprecherin Astrid Reinbach. Anlass für die Errichtung der neuen Haltestelle sei aber auch der Fahrplanwechsel gewesen, genauer gesagt die damit einhergehende „Optimierung“ einzelner Linien, wovon auch die Linie 3 betroffen ist.

Früher verknüpfte diese Klein Berkel, die Innenstadt, den Hamelner Bahnhof, Tündern und Hagenohsen miteinander. Die zwei letztgenannten werden nach dem neuen Plan von der Linie 5 bedient. Neuerdings pendelt die Linie 3 zwischen Klein Berkel und Afferde – den beiden größten Stadtteilen mit dem höchsten Fahrgastaufkommen. Die Konsequenz: „Wir setzen auf der Strecke vermehrt Gelenkbusse ein, um alle Fahrgäste befördern zu können“, sagt Reinbach. Auf der alten Strecke zwischen Klein Berkel und Tündern sei das nicht notwendig gewesen. Das Problem, das sich laut der Öffi-Sprecherin dadurch für die Haltestelle „Wangelister Feld“ ergeben habe: „Die Gelenkbusse können durch ihren zu großen Wendekreis vor dem Seniorendomizil nicht drehen, wie es auf dem Linienweg mit den Solobussen der Fall war.“ Eine neue Haltestelle musste her.

„Wangelister Feld“ wird nach der Fahrplanumstellung von den Busfahrern nun aus einer anderen Richtung angesteuert, sodass die Busse nicht mehr drehen müssen. Nach neuem Plan fahren sie vom Grasbrink über die „Berkeler Warte“, biegen links von der Bundesstraße 1 in die Zinngießerstraße ein, wo sich die Haltestelle „Wangelister Feld“ befindet, und setzen ihre Fahrt über die Schultheißenstraße fort. Früher ist die 3 vom Grasbrink geradeaus in die Schultheißenstraße zur Haltestelle „Wangelister Feld“ gefahren und hat dort gewendet, um wieder über die Schultheißenstraße zurück zum Grasbrink zu gelangen.

„Aufgrund der Nähe zum Seniorenheim hätten wir die neue Haltstelle für die Linie 3 gerne gegenüber der bisherigen Haltestelle gesetzt“, erklärt Reinbach. Allerdings habe eine Ortsbegehung durch Verwaltung und Öffis den neuen Standpunkt der Haltestelle als nächstmöglichen zum Pflegeheim ausgemacht.

Für Marianne Scheer bleibt die Frage, warum der Bus nicht einfach gegenüber der alten Haltestelle auf dem Wendeplatz halten kann. Denn dort führt die neue Route der Linie 3 weiterhin lang. Doch Scheer kann hoffen. „Derzeit läuft eine Prüfung, ob die neue Haltestelle doch noch anders eingerichtet werden kann“, sagt Sprecherin Reinbach. Das Ergebnis, so sagt sie, werde vermutlich im Laufe der kommenden Woche vorliegen.

Ärger um die Verlegung der Haltestelle „Wangelister Feld“: Gut 200 Meter müssen Öffi-Nutzer jetzt bis zum Seniorenheim „Riepenblick“ laufen – vorher waren es nur ein paar Schritte. Wal



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