weather-image
20°

Wechselvolle Geschichte: Das Kurhaus an der Bombergallee

Ein völlig neues Erscheinungsbild

In der Tat hat das ab 1911 gebaute Neue Kurhaus, das 1912 fertiggestellt wurde, eine hochinteressante Historie. Zunächst einmal wird es in jener Zeit als „Neues Kurhaus“ des Sanatoriums Schücking auf dem Gelände der Kuranstalt in einem acht Morgen großen Privatpark im nördlichen Bereich des Geländes an der Bomberg-allee errichtet. Insgesamt befanden sich auf diesem Areal drei hochherrschaftliche Villen, die Gäste aufnehmen konnten in einem der bekanntesten und schönsten Sanatorien Deutschlands, das von Professor Schücking geleitet wurde. Die weiße „Schücking-Villa“ im Zentrum dieser Anlage, an deren Stelle heute das Therapiezentrum Königin-Luise-Bad steht, ist hier bereits einmal vorgestellt worden. Damals erweiterte das Gebäude des Neuen Kurhauses die Möglichkeiten, Kurgäste des Sanatoriums angemessen unterzubringen. Wie liest man doch so schön in dem Hausprospekt: „Der Komfort in den Gesellschafts- und Wohnräumen ist der eines erstklassigen modernen Hotels. Sämtliche Zimmer sind mit Balkons und Loggien und mit fließendem kaltem und warmem Wasser versehen, außerdem teilweise mit Badezimmer und W.C.“

veröffentlicht am 02.12.2013 um 06:00 Uhr

270_008_6764636_rueck101_0212.jpg

Autor:

Dr. Dieter Alfter

Dieser gepflegte Hotelbau mit reichen Dekorationsformen des Barock, aber eben auch mit Motiven des Jugendstils, entstand etwa zeitgleich mit dem Neubau des „Kaiserhofes“ an der Hauptallee. In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg wurde das Gebäude an der Bombergallee 3 zunächst von der Besatzungsmacht belegt. Am 8. September 1950 wurde dann zwischen der Eigentümerin, Gerda Zander, geb. Schücking, und dem St. Georgs-Krankenhaus ein Mietvertrag geschlossen.

Um es im Rahmen der dringend notwendigen Aufgaben des Krankenhauses zu nutzen, wurde die Villa baulich überholt und zum Teil verändert, damit es als Haus II des St.-Georg-Krankenhauses ab jenem Jahr als chirurgische und als gynäkologische Abteilung dienen konnte. Mit dem Neubau des Krankenhauses St. Georg wurden ab dem 29. September des Jahres 1958 neue und bessere Bedingungen für die Versorgung von Patienten geschaffen. Die ehemalige Schücking’sche Villa wurde an ein Ehepaar verkauft, das es ab den sechziger Jahren das Haus zunächst als „Haus Bomberg“, dann als „Haus Kurgarten“ nutzte. Es war damals eine gute Zeit für Hotel-Pensionen in Bad Pyrmont. Geworben wurde in den Prospekten jener Jahre mit folgenden Schlagworten: „In rundum freier, ruhiger und sonniger Parklage ohne Durchgangsverkehr. Zentral zu allen Kureinrichtungen. Zimmer mit jedem neuzeitlichen Komfort (Bad und Dusche/WC, Balkon, Doppeltüren) Farbfernsehen, große Liegewiese, Lift.“

Aber nichts bleibt, wie es war – Jahrzehnte verstreichen, und wieder gibt es einen neuen Impuls für die schöne Villa. Vor wenigen Jahren verkauften die Eigentümer das gut erhaltene Haus an einen russischen Unternehmer, der den besonderen Charme dieses Gebäudes bei einem Kuraufenthalt in Bad Pyrmont entdeckt hatte. Konstantin Wrasskiy investiert in ein luxuriöses Appartmenthotel, das ganz gewiss den Vorstellungen so manchen Kurgastes von Bad Pyrmont entgegenkommt. Und der Zeitpunkt ist günstig: Das benachbarte Königin-Luise-Bad wird mit einer Summe von 13 Millionen Euro vom Land Niedersachsen total modernisiert. Das mittlerweile leer stehende St. Georgs-Krankenhaus, also das Gelände oberhalb der Haus Kurgarten Villa, findet wohl auch eine neue Konzeption. Auf diese Weise erhält die Bombergallee ein völlig neues, zeitgemäßes Erscheinungsbild. Die traditionsreiche Villa soll ein Juwel zwischen dem Königin-Luise-Bad und der Psychosomatischen Klinik werden.

Weitere historische Fotos unter zeitreise.dewezet.de

Das historische Foto stammt aus den 1930er Jahren – zurzeit wird die Villa von einem russischen Unternehmer umgebaut.

Museum/jl



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?