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Vor 35 Jahren: Renommierte Filmauszeichnung für „Die Blechtrommel“

Ein Oscar für Oskar

And the Oscar goes to ... „Die Blechtrommel“. Am 14. April 1980 gewinnt mit Volker Schlöndorffs Verfilmung von „Die Blechtrommel“ erstmals ein deutscher Film einen Oscar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“. 20 Jahre, nachdem Günter Grass die gleichnamige Romanvorlage veröffentlichte, wurde auch die Verfilmung ein großer Erfolg. Der einzige andere deutsche Film, der bis dahin einen Oscar gewann, war „Serengeti darf nicht sterben“ in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“.

veröffentlicht am 13.04.2015 um 00:00 Uhr

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Autor:

Nina Steinsiek
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„Die Blechtrommel“ handelt von einem Jungen namens Oskar Matzerath, der an seinem dritten Geburtstag beschließt, dass er nicht mehr wachsen will, weil ihm die „Welt der Erwachsenen“ nicht gefällt und er auf keinen Fall so werden will wie die Erwachsenen. Nach einem absichtlichen Sturz bleibt Oskar in dem Körper eines Dreijährigen. Intellektuell entwickelt er sich jedoch weiter. Eine Blechtrommel, die er zu seinem dritten Geburtstag bekommt, trägt er immer bei sich. Durch das Trommeln macht er seine Abneigung gegen die verlogene und intrigante Welt der Erwachsenen deutlich. Auch protestiert er gegen Nazis und Mitläufer. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beschließt der nunmehr 20 Jahre alte Oskar, wieder zu wachsen, und verabschiedet sich von seiner Blechtrommel.

Die Vorlage für den Film lieferte der Literatur-Nobel-Preisträger Günter Grass mit dem Roman „Die Blechtrommel“ aus dem Jahr 1959. Das Buch gehört heute zu den wichtigsten Werken der deutschen Nachkriegsliteratur.

Der Roman ist keine einfache Vorlage für eine Verfilmung, weshalb es sich als schwierig erwies, einen passenden Regisseur zu finden. Entsprechend streng fiel trotz Oscar-Gewinn manche Kritik aus. „Volker Schlöndorff fügt der ,Blechtrommel‘ nichts Neues, Originelles hinzu, doch die Verluste halten sich in Grenzen“, heißt es etwa in einer in der „Zeit“ erschienenen Besprechung von Hans C. Blumenberg aus dem Jahr 1979. Aber er vereine unterschiedliche Filmgenres, sodass dieses Zusammenspiel einen guten Film ergebe.

Die Hauptrolle des Oskar Matzerath spielte David Bennent. Auch die Schauspieler Mario Adorf und Katharina Thalbach hatten ihre Rollen in dem erfolgreichen Film. Neben einem Oscar wird der Film auch bei diversen anderen Veranstaltungen ausgezeichnet. Bei den Filmfestspielen von Cannes 1979 erhält er als bester Film die „Goldene Palme“. Und in Deutschland bekommt er die „Goldene Schale“ als „bester programmfüllender Spielfilm“ verliehen.

Auch der Besitzer des Kinocenters Rinteln, Jörg Ruhs, erinnert sich an den Filmerfolg: „Die Blechtrommel war damals ein richtiger Hit“, sagt er. Er kann sich auch heute noch daran erinnern, dass der Film ein gutes Geschäft war und viele Zuschauer eingebracht hat: „Obwohl es ein anspruchsvoller Film war, sind die Besucherzahlen nach dem Oscargewinn noch gestiegen.“ Der Film sei „in aller Munde“ gewesen, sagt Ruhs, ungeachtet dessen, ob er den Leuten gefiel oder nicht.

Erst 23 Jahre später gelang es der Regisseurin Caroline Link, mit „Nirgendwo in Afrika“ einen Oscar in der gleichen Kategorie zu gewinnen. 2007 erhielt mit „Das Leben der Anderen“ bis heute das letzte Mal ein deutscher Film einen Oscar.

Oskar Matzerath mit Blechtrommel auf einem Filmplakat.Filmstarts



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