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Wer dieser Bürger war – und welches Amt er bekleidete

Domeiers Sommerdomizil

Die Domeierstraße führt von der Fischbeckerstraße zum Thiewall und ist knapp 300 Meter lang. Im Jahr 1913 wurde die Straße erstmalig in Adressbüchern erwähnt. Zuvor war sie seit 1871 Kanalstraße genannt worden. Nach Gerhard Pieper (Hamelner Straßen) rührte der Name Kanalstraße von dem parallel zur Straße verlaufenden – heute zugeschütteten – Hamelkanal her, der nach Schleifung der Festungswerke angelegt worden war, um die Thiemühle mit Wasser zu versorgen. Benannt wurde die Domeierstraße nach Johann Georg Domeier (1770-1853). Domeier war königlicher Oberkommissar (ernannter – nicht gewählter – Bürgermeister) von Hameln. „Mit Johann Georg Domeier erhielt Hameln 1817 einen Bürgermeister, der die Stadt mit Tatkraft und Geschick in das neue Zeitalter führte“, schreibt die Hamelner Archivleiterin Silke Schulte (Geschichte der Stadt Hameln). „Durch Verkäufe bisher städtischer Einrichtungen und Rechte gelang es Domeier, die aus den Kriegen herrührenden städtischen Schulden zu tilgen. Domeier war auch maßgeblich an dem Verfassungsreglement für die Stadt Hameln von 1824 beteiligt. Dieses beseitigte die Einrichtung des Stadtschulzen, die Trennung des Stadtgerichts von der reinen Verwaltung und als wesentliche Neuerung die Bildung eines Kollegiums zur Repräsentanz der Bürgerschaft“, erklärt Silke Schulte.

veröffentlicht am 12.09.2014 um 06:00 Uhr

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Bis heute hat sich das anmutige Gartenhaus, einst Sommerdomizil der Familie Domeier, erhalten. Das leichte Sommerhaus wurde 1819 gebaut. Die Familie Domeier verlebte die Sommermonate hier an der plätschernden Hamel und die restlichen Monate an dem eigentlichen Wohnsitz an der Papenstraße.

„Jauchzendes Leben quoll aus Büschen und Sträuchern“, so beschrieb es der Heimatschriftsteller und Lokalhistoriker Karl Ostermeyer. „Die Jungen spielen Räuber und Schanditen und die Mädchen jagen in unbekümmerter Lebenslust. Singend und im tiefsten Herzen beglückt, weidet sich Domeier am lustigen Treiben – atmet tief – traumverlorene Mußestunden.“ Domeiers Gartenidyll verlief weit bis über die Fischbeckerstraße und bestand aus sorgsam angelegten Blumenbeeten und Rosenhecken.

Heute stehen auf diesem Gelände Neubauten. Ein Zugang zu Domeiers weitem Garten besteht nur noch von hinten aus der Domeierstraße. Das Gartenhaus selbst trägt heutzutage die Hausnummer 38 und hat die Funktion eines Hortgebäudes der Kindertagesstätte Domeierstraße.

Blick in die Domeierstraße – sie ist etwa 300 Meter lang und hieß früher Kanalstraße, weil sie am „Hamelkanal“ lag.



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