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Der Karpfen erfreut sich immer größerer Beliebtheit

Dieser Fisch ist ein Hit für die Festtafel

HAMELN. „Schon mariniert erregt er eine günstige Vorstellung, gebacken stille Befriedigung, in schwarzer Sauce allgemeine Anerkennung, als Ragout ungeteilte Zustimmung, gebraten lauten Beifall, in Gelee aufrichtige Bewunderung und blau gesotten endlich jenes tiefe, innige Entzücken, für das die Auserwählten überhaupt keine Worte haben, und das man daher kurz und bündig als „Blaue-Karpfen-Seligkeit“ bezeichnet. Der Karpfen ist ein Klassiker für die Festtafel. Wir verraten warum.

veröffentlicht am 28.11.2017 um 16:12 Uhr
aktualisiert am 28.11.2017 um 18:30 Uhr

Der Karpfen ist ein Klassiker – vor allem zu Weihnachten und Silvester. Foto: fotolia
Stolte Christiane

Autor

Christiane Stolte Reporterin

In ihrem „Loblied auf den Karpfen“ drücken die Autoren Robert Habs und Leopold Rosner in ihrem Ende des 19. Jahrhunderts in Wien erschienenen „Appetit-Lexikon“ ihren Gusto auf den schmackhaften Fisch poetisch aus. Bedauern im weiteren Verlauf jedoch, dass der Karpfen wegen seiner vielen Gräten „immer seltener zu einem feinen Essen“ serviert werde.

Mittlerweile sind mehr als 100 Jahre vergangenen, und immer noch haftet dem „Cyprinus carpio“ der Ruf vieler Gräten an. Die hat er natürlich auch, doch viele Händler haben längst nahezu grätenfreie Filets im Sortiment. Zwar beschränkt sich der Genuss von Karpfen bei den meisten Leuten vorwiegend auf Weihnachten und Silvester, doch in manchen Familien kommt der leckere Fisch bereits im Advent auf den Tisch – vorwiegend als Filet zubereitet, denn der Fisch in seiner ganzen Länge bleibt tatsächlich noch dem eigentlichen Weihnachtsmenü vorbehalten. Nach und nach sind frische Karpfen auch auf dem Wochenmarkt erhältlich. Bei Fisch-Meyer ist er bereits eingetroffen, der fangfrische Süßwasserfisch.

„Unsere Karpfen stammen aus einem Biosphärenreservat der Lausitzer Heide- und Teichlandschaft, wo sie nur mit Getreide gefüttert werden und deshalb nicht schlammig schmecken“, so Norbert Meyer. Als praktisch grätenfreies Filet werde der Karpfen tatsächlich immer beliebter. Manche Kunden lassen sich die Filets vakuumverpacken, um sie zu Hause für das Weihnachtsfest oder für Silvester einzufrieren. „An Qualität verliert der Karpfen dadurch nicht“, betont der Fischhändler.

Bei Fischhändler Norbert Meyer sind die fangfrischen Karpfen bereits eingetroffen. Foto: sto
  • Bei Fischhändler Norbert Meyer sind die fangfrischen Karpfen bereits eingetroffen. Foto: sto

An der Tradition, den Fisch vorwiegend in der Weihnachtszeit zu servieren, halten die meisten Kunden fest. In manchen Gegenden, beispielsweise in Franken, landet der Fisch jedoch bereits am 1. September auf dem Teller, denn der Monat mit dem Buchstaben „r“ eröffnet dort die Karpfen-Saison.

Woher der Karpfen seinen Namen hat, ist nicht genau belegt. Das Wort soll aus einer bereits untergegangenen Sprache des Donau- und Alpengebiets abstammen und von südgermanischen Stämmen übernommen worden sein.

Die ursprüngliche Heimat von Karpfen liegt in Asien. Nach Europa kam der Süßwasserfisch erst relativ spät, und zwar vermutlich durch die Römer, die sie in ihrer Heimat in künstlich angelegten Teichen hielten. Hierzulande waren es zunächst die Mönche sowie die Adeligen, die Karpfenteiche anlegen ließen. Ob sie wohl wussten, dass im Karpfen Mineralstoffe wie Phosphor und Eisen stecken und dass er ein Lieferant der B-Vitamine und vom Vitamin A ist? Egal, Hauptsache der Fisch hat ihnen geschmeckt.

Wurde Karpfen früher vorwiegend als „Karpfen blau“ zubereitet, wird er mittlerweile auch auf andere Art serviert. So Beispielsweise pochiert, gebraten oder auch gegrillt. Fischhändler Meyer empfiehlt „Gebackenes Karpfenfilet mit Mandel-Zitronenbutter“ und einem Pastinaken-Rosenkohlstampf.

Information

„Gebackenes Karpfenfilet mit Mandel-Zitronenbutter“

Zutaten: Entgrätete Karpfenfilets, etwas Mehl, Butter, Salz, Pfeffer, Zitronensaft, Mandeln, Pastinaken, Rosenkohl, saure Sahne und etwas Muskatblüte.

Zubereitung: Die Mandeln in Butter anbraten, beiseite-stellen und abtropfen lassen. Karpfenfilets waschen, trocken tupfen, mit Salz und Pfeffer würzen und vorsichtig in Mehl wenden. Dann in der Pfanne mit reichlich Butter schön goldgelb braten. In einem Stieltopf etwas Butter bräunen und mit dem Saft einer halben Zitrone (kann auch etwas mehr sein) ablöschen. Die Karpfenfilets nun mit den Mandeln anrichten. Noch während die Filets in der Pfanne braten, vorbereitete Pastinaken und vorbereiteten Rosenkohl in Salzwasser weich kochen. Das Wasser abgießen und das Gemüse mit dem Passierstab aufmixen. Etwas saure Sahne und zerlassene Butter unterrühren. Mit Salz, Pfeffer und Muskatblüte abschmecken.



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