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Über Hitlervergleiche, Ausrufezeichen und Porno-Versionen

Diese Regeln gelten im World Wide Web

Das Internet ist eine Welt für sich. Kein Wunder, dass sich im Laufe der Zeit auch eigene Gesetze für diese Welt entwickelt haben. Die britische Zeitung Telegraph hat die bekanntesten zusammengefasst. Die hier aufgeführten Gesetze sind zwar weder rechtlich bindend noch statistisch unwiderlegbar, beschreiben jedoch recht gut wie das weltweite Netz und die Kommunikation darin funktionieren.

veröffentlicht am 18.03.2018 um 09:30 Uhr

Am bekanntesten sind die Gesetze im englischsprachigen Raum. Wer sich allerdings häufiger in Internet-Foren herumtreibt, dürfte von einigen schon gehört haben. Foto: Pixabay

Godwins Gesetz

Mit zunehmender Länge einer Online-Diskussion nähert sich die Wahrscheinlichkeit für einen Hitler- oder Nazi-Vergleich dem Wert 1 an.

Dieses Gesetz ist eines der bekanntesten und wird am häufigsten in Listen genannt. Im weitesten Sinne umschreibt es den Punkt in einer Internet-Diskussion, an dem Vergleiche gezogen werden, die jeglicher Logik entbehren.

Robertsons Gesetz

Je mehr Ausrufezeichen in einer Mail verwendet werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass ihr Inhalt unwahr ist. Das gilt auch für die exzessive Benutzung von Großbuchstaben.

Dieses Gesetz geht auf einen Artikel von Lori Robertson zurück. In den Scheibenwelt-Romanen des Autors Terry Pratchett heißt es, der Geisteszustand einer Person sei umso instabiler, je mehr Ausrufezeichen sie verwende.

Regel #34

Wenn etwas existiert, gibt es auch eine pornografische Version davon.

Nur einer von zahlreichen Regelsätzen, der in Internet-Foren und Wikis* kursiert. Die Ursprünge dieser Regel gehen auf den Beitrag eines Teenagers zurück, der eine Porno-Version eines Kinder-Comics zugeschickt bekommen hat. Von da aus verbreitete sich der Satz online und landete schließlich auf einer Liste von Internet-Regeln, die immer wieder zitiert wird. (*Wikis sind von Benutzern bearbeitete Websites, bekanntestes Beispiel ist die Internet-Enzyklopädie Wikipedia.)

Scopies Gesetz

Wer in einer Diskussion über Wissenschaft oder Medizin die Internetseite Whale.to als seriöse Quelle zitiert, verliert automatisch das Streitgespräch und macht sich zum Gespött.

Bei der in diesem Gesetz erwähnten Internetseite handelt es sich um eine Plattform für Verschwörungstheorien jeglicher Art. Im Grunde könnte man noch viele weitere Websites in diesem Zusammenhang aufführen.

Skitts Gesetz

Jeder Beitrag, der einen Fehler in einem anderen Beitrag korrigiert, enthält selbst mindestens einen weiteren Fehler.

Der Ton in Online-Diskussionen kann mitunter recht hämisch sein. Wenn in einem Kommentar auch nur ein kleiner Rechtschreibfehler enthalten ist, findet sich sehr oft auch jemand, der genüßlich auf diesen Fauxpas hinweist. Ob dies guter Umgangston ist, sei dahingestellt, zumindest aber sollte sich der Korrigierende bemühen, eigene Fehler zu vermeiden.

Danths Gesetz

Wer sich selbst zum Sieger eines Internet-Streits ausruft, hat diesen wahrscheinlich verloren.

Der Ursprung dieses Gesetzes liegt in einem Disput, der 2005 in einem Internet-Forum ausgetragen worden ist. Nachdem zwei Nutzer in Streit geraten sind, unterstützten mehrere andere den einen und zweifelten die Logik des anderen an. Der angezweifelte Nutzer namens Danth sah dies als eine Verschwörung gegen sich und erklärte, er sei im Recht.

Poes Gesetz

Es ist unmöglich , religiöse Aussagen oder Aussagen von Fundamentalisten zu parodieren, ohne dass diese Parodie für echt gehalten wird. Es sei denn, man verwendet ein Zwinkersmiley oder andere deutliche Hinweise.

Nathan Poe hat dieses Gesetz erstmals 2005 in einem christlichen Internet-Forum formuliert. Seine Gesetzmäßigkeit wird regelmäßig belegt, wenn etwa Beiträge von Satire-Seiten wie Postillon oder Satire-Sendungen wie Extra 3 oder Heute-Show online geteilt werden, um die eigene Überzeugung zu stützen. Da hilft manchmal nicht einmal ein Hinweis.



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