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Woher die Redewendung ursprünglich stammt

Die Zeit „zwischen den Jahren“

Kaum sind die festlichen Tage vorbei, haben wir den nächsten Termin fest im Blick: Silvester. Für viele geben die Tage bis zum Jahreswechsel oder auch noch darüber hinaus Anlass für Ruhe und Entspannung, sie bieten Zeit, innezuhalten, zurückzublicken und auf das vor uns liegende Jahr zu schauen. „Zwischen den Jahren“ gibt es – nach der oft hektischen Vorweihnachtszeit – kaum Terminstress. Doch woher stammt eigentlich der Ausdruck „Zwischen den Jahren“?

veröffentlicht am 28.12.2013 um 00:00 Uhr

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Aufgrund der historischen Entwicklung werden unterschiedliche Zeiträume mit dem Ausdruck in Verbindung gebracht. Die Redewendung in dieser Form war vor allem in Baden und Westfalen beheimatet. Andernorts gab es abweichende Ausdrücke – unter anderem: Friesland: twasche ujl en nai, Schleswig: twische de dage, Dänemark: juletylvten, Schweden: mellandagarna, Norwegen: romjul, England: twelve nights, Böhmen/Vogtland: Unter-, Inter- beziehungsweise Zwischennächte.

Bereits im alten Ägypten wurde die Zeit zwischen den Jahren mit Heriurenpet benannt, die im Alten Reich noch der Nilschwemme sowie der Jahreszeit Achet zugeordnet war und zwischen dem Monat Ipethemet als „Jahresschließer“ und dem Wepetrenpet als „Jahresöffner“ lag.

Mit der Redewendung „zwischen den Jahren“ wird der Zeitraum von Weihnachten bis zum Dreikönigstag am 6. Januar bezeichnet, in der Schweiz Altjahrswoche genannt. Diese Zeit gilt als Phase der Besinnung und des Ausblicks auf das künftige Leben. Der Ausdruck „zwischen den Jahren“ hängt damit zusammen, dass es lange Zeit Verwirrung über den Beginn des Jahres gab.

Zunächst feierten Christen die Taufe Jesu am 6. Januar als Jahresanfang. Mitte des vierten Jahrhunderts wurde der 25. Dezember erstmals nicht nur als Geburtstag Christi, sondern auch als Beginn des Jahres bestimmt.

Bis ins Mittelalter galt der von Julius Cäsar eingeführte julianische Kalender. Papst Gregor XIII. ließ ihn im Jahr 1582 durch den gregorianischen Kalender ersetzen. Auch danach wechselte die Kirche mehrmals den Neujahrstermin. Erst Papst Innozenz XII. legte 1691 den ersten Tag des neuen Jahres endgültig auf den 1. Januar fest.

In den meisten protestantischen Gegenden erfolgte die Umsetzung jedoch nicht zur gleichen Zeit. Evangelische Christen lehnten den neuen Kalender als „papistisch“ ab und blieben noch lange bei der alten Zeitrechnung mit dem gewohnten Jahresbeginn. Oft gab es in benachbarten Städten unterschiedliche Termine für Neujahr, und Bewohner von Nachbarorten trafen sich „zwischen den Jahren“.

Aberglauben war für diese besondere Zeit weit verbreitet. So waren viele Arbeiten verboten, um kein Unheil heraufzubeschwören und keine bösen Geister ins Haus zu holen. Wäschewaschen oder -aufhängen, Nähen und Spinnen waren ebenso zu vermeiden wie den Stall auszumisten oder Staub zusammenzufegen und vor die Tür zu werfen. Angeblich gehen auch alle Träume in diesen Nächten im neuen Jahr in Erfüllung.red/hen



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