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April 1934: Die ersten Waschbären werden in Deutschland ausgesetzt

Die Maskierten

Gefräßig, pelzig und mit einer schwarzen Gesichtsmaske – die besonderen Merkmale eines Waschbären lassen kaum eine Verwechslung zu. Mit seinen sensiblen Vorderpfoten streift er über Landstraßen, blickt kurz auf heranfahrende Autofahrer und verschwindet sofort wieder im Wald.

veröffentlicht am 07.04.2014 um 00:00 Uhr

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Autor:

von Sinan incedal
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Diese Tierart kommt ursprünglich aus den Wäldern Nordamerikas. In Europa wurde sie erst durch den Menschen heimisch. Vor 80 Jahren, am 12. April 1934, wurden zwei Waschbärenpaare am hessischen Edersee ausgesetzt. Dies war der Beginn der Ausbreitung dieser Tierart in Mitteleuropa. Heute wird die Zahl der Waschbären in Deutschland auf rund 500 000 geschätzt, Tendenz steigend. Am meisten sind die Tiere in Hessen und Ostbrandenburg nahe der polnischen Grenze verbreitet.

Das Tier untersucht seine Nahrung sehr genau und tastet sorgfältig die Beute ab, manchmal auch im Wasser. Dies wirkt auf den Beobachter so, als würde es seine Nahrung waschen, daher der Name.

Er gehört zu den einzigen Kleinbären in Deutschland, der circa 60 bis 90 Zentimeter lang wird und sechs bis acht Kilogramm wiegt. Neben dem markanten Gesicht ist das restliche Fell der Tiere grau bis braun und der Schwanz gestreift. Auch haben sie einen ausgesprochen guten Tastsinn, mit dem sie sich ein Bild von ihrer Umgebung machen. Sie können ausgezeichnet klettern und können so Vogelnester plündern, die für andere Räuber unerreichbar sind. Das Tier wird in der freien Natur bis zu acht Jahre und in der Gefangenschaft bis zu 15 Jahre alt.

Waschbären leben in der Regel im Wald. Doch die Tiere haben im Laufe der Zeit ihre Angst vor den Menschen verloren und breiteten sich auch in Großstädten aus, wie etwa in Kassel. Ihre Nahrung besorgen sie sich aus Mülltonnen und in Gärten. Sie sind typische Allesfresser. Vor allem ernähren sie sich von Obst und Nüssen. Frösche, Lurche und Insekten gehören ebenfalls zum Speiseplan.

Doch wie war es möglich, dass sich die Waschbären in Städten breit gemacht haben?

Der Mensch hat Strukturen in den Städten geschaffen, von denen die Waschbären erheblich profitieren. Da gibt es zum einen ein großes zusätzliches Angebot an Schlaf- und Wurfplätzen. Verlassene Häuser, Dachböden, Garagen und Gartenhäuschen sind begehrte Unterkünfte. Eine weitere Anziehungskraft sind die hohen Durchschnittstemperaturen in Städten und beheizten Räumen, die als Winterquartier von den Tieren genutzt wird. Zum anderen bietet die menschliche Umgebung durch weggeworfene Essensreste oder Fallobst im Garten eine gute Nahrungsquelle für die pelzigen Räuber an.

Da in ihrem Lebensraum natürliche Feinde fehlen, können sich die Neuankömmlinge ungehindert ausbreiten und werden dann oft zur Gefahr für die heimische Tierwelt. Daher versuchen Jäger in Deutschland, die Population in Grenzen zu halten. Ungefähr 65 Tage nach der Paarung bringt das Weibchen im Frühling zwischen zwei und vier Junge zur Welt.

Die hohe Populationsdichte im städtischen Siedlungsraum kann also auch zu Konflikten mit dem Menschen führen, wenn der Waschbär etwa einen Dachboden als Schlafplatz auswählt. Die nächtliche Ruhe der Hausbewohner wird durch unzumutbaren Lärm gestört oder man beschwert sich über den aufgerissenen Gelben Sack und eine ausgegrabene Topfpflanze mit zerbrochenem Topf.

Um die Tiere nicht anzulocken, sollte man sie nicht füttern, Müll und Abfälle unzugänglich aufbewahren sowie reifes Obst und Beeren direkt ernten und Fallobst zusammensammeln.



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