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Vor 50 Jahren wurde der erste James-Bond-Film gedreht / Cary Grant lehnte ab

Die Lizenz zum Gelddrucken

Dem Romanautor Ian Fleming war der vorgesehene Schauspieler für die Rolle zu wenig feinsinnig, zu grobschlächtig und überhaupt, zu „behaart“; viel lieber hätte er Cary Grant in der Rolle des James Bond gesehen. Doch der Hollywood-Star lehnte ab, weil er sich nicht für eine Serie verpflichten lassen wollte. So erhielt der Schotte Sean Connery die Rolle des Geheimagenten 007.

veröffentlicht am 19.03.2012 um 00:00 Uhr

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Während in Literatur und Film 15 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit der Unterscheidung zwischen guten eigenen und bösen feindlichen Agenten längst aufgeräumt ist, ist Bond noch einmal der Mega-Held: unbegrenzter Zugang zu Konsumgütern und Technologie, erotische Abenteuer an exotischen Plätzen und die legale Möglichkeit, Gewalt in jeder Form auszuüben – alles, was die Figur eines Agenten gebrochen oder zwiespältig erscheinen ließ, war in dieser Figur eliminiert worden; von Zweifeln an der Richtigkeit seiner Aktionen wurde Bond nie heimgesucht (und wenn doch, dann verschwanden sie nach wenigen Sekunden).

Der James Bond der ersten beiden Filme war ein Nachfolger im Geiste von Philipp Marlowe, jenem Privatdetektiv, der sich in einer bösen Welt behaupten konnte, weil er besser mit der Pistole, dem Messer und seinen Fäusten umzugehen wusste wie sein Gegenspieler. Und so prügelte und schoss sich James Bond ohne technische Hilfsmittel durch die beiden ersten Teile, die auch heute noch, da die Reihe 22 Filme umfasst, zu den besten gehören.

Erst mit Teil 3, mit „Goldfinger“, zogen die technischen Hilfsmittel ein und waren fortan nicht mehr wegzudenken: Uhren mit Sprengfunktion, Laserstrahl oder Mini-Säge, der schwer bewaffnete Ein-Mann-Tragschrauber „Little Nelly“, Fahrzeuge mit integriertem Raketenwerfer, mit Minen, Maschinengewehren oder Tauchfunktion, mit Defibrillator und Gegengiften oder auch eine Gondel, die auch als Luftkissenboot fahren kann, bis hin zu einem unsichtbaren Auto.

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Schnell zeigte sich ein System, nach dem die Bond-Filme funktionierten. Der böse Gegenspieler strebte die Weltherrschaft an, Bond fuhr ihm in die Parade, schlief mit zwei Frauen, von denen eine zu den Bösen gehörte, ehe er im finalen Kampf dem Schurken gegenüberstand, dem er das Lebenslicht ausblies, weil er immer noch ein Ass mehr im Ärmel hatte.

Fast ebenso schnell stellte sich das Grundproblem der Serie dar: Superlative lassen sich nur sehr schwer steigern. Und wie soll man noch bangen um einen Helden, von dem man schon seit Jahren und Jahrzehnten weiß, dass er nicht zu besiegen ist?

Steigern ließen sich dagegen die Einnahmen. Fast 600 Millionen spielte der letzte Bond „Ein Quantum Trost“ allein an den Kinokassen ein, noch heute bilden die Bond-Filme das eiserne Rückgrat eines jeden DVD- und Video-Verleihs, flankiert werden die neuen Filme auch mit Abenteuern für die heimische Playstation – nie war 007 umfassender. Die fünf besten Bond-Filme:

1. Liebesgrüße aus Moskau: Nie war Sean Connery besser.

2. Im Geheimdienst ihrer Majestät: George Lazenby mit einem fabelhaften Drehbuch.

3. Casino Royal: Fantastisches Debüt von Daniel Craig.

4. Lizenz zum Töten: Timothy Dalton kommt dem literarischen Bond hier am nächsten.

5. Golden Eye: Pierce Brosnan bekämpft sein dunkles Ich.

Andere Reihenfolge? Dann hier bitte begründen: f.westermann@schaumburger-zeitung.de

Held mit sechs Gesichtern: James Bond wurde im Laufe von 50 Jahren von Sean Connery, George Lazenby, Roger Moore (oben, v.l.) sowie Timothy Dalton, Pierce Brosnan und Daniel Craig (unten, v.l.) dargestellt.

Foto: dpa



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