weather-image
14°
Zwischen Dezember und Januar in voller Blüte

Die Christrose - Königin der kalten Tage

HAMELN. Weihnachtsgeschenke besorgen, die Wohnung auf Hochglanz bringen, Lebensmittel einkaufen, Weihnachtskarten schreiben, und was steht noch auf der Checkliste? Ach ja, ein Tannenbaum muss ja auch noch gekauft werden. Ganz schön stressig diese Vorbereitungen für das schönste Fest des Jahres. Da hat man sich doch zwischendurch eine Belohnung verdient! Wie wäre es mit einer der herrlichsten Winterblumen? Einer „Königin“, die in der kalten Jahreszeit mit ihrer anmutigen weißen Blütenpracht ihren großen Auftritt hat?

veröffentlicht am 20.12.2016 um 17:51 Uhr

Die Christrose gehört der Famile der Hahnenfußgewächse an. Foto: pixabay
Stolte Christiane

Autor

Christiane Stolte Reporterin

Die dem Winterschlaf der Natur und dem Schnee trotzt und Wintermärchen-Akzente im Garten und auf dem Balkon setzt? Die sich sogar einige Tage in der Wohnung hält und die jeder festlich geschmückten Tafel das i-Tüpfelchen aufsetzt? Auch als kleines Mitbringsel sind die zauberhaften Christrosen bestens geeignet. Derzeit haben sie Hochsaison in den Blumengeschäften und an den Blumenständen des Wochenmarkts.

„Dieses Jahr ist ein Christrosen-Jahr“, betont Blumenhändler Friedrich Vollmer. Der Grund dafür seien die warmen Herbsttage gewesen, die die Pflanzen zum üppigen Wachstum angeregt hatten. Derzeit wird vorwiegend die weiße Christrose angeboten. Ihr botanischer Name „Helleborus niger“ bezieht sich auf die dunklen Wurzeln der Pflanze. Ihre weiteren Namen sind unter anderem „Schneerose“ und „Schwarzer Nieswurz“. Die auch „Weihnachtsrose“ genannte Blume steht zwischen Dezember und Januar in voller Blüte. Eine ihrer Schwestern, nämlich die vorwiegend in bunten Farben blühende Lenzrose („Helleborus orientalis“), folgt dann anschließend. Sie ist eine der ersten Blumen, die das Frühjahr einläuten und selbst bei Schnee ihre Blütenköpfchen keck in die Höhe strecken.

Dass Christrosen im Winter nicht erfrieren, liegt an ihrem besonderen Mechanismus, mit dem sie sich vor Kälte schützen. Sie können Wasser aus den Zellen in die Zwischenräume verlagern, um zu verhindern, dass das gefrierende Wasser die Zellen zum Platzen bringt. So hängen die Blütenköpfe und Blätter bei Frost wie welk nach unten, erholen sich aber, sobald die Temperaturen wieder steigen.

Auch auf dem Wochenmarkt werden derzeit Christrosen angeboten – beispielsweise am Stand von Friedrich Vollmer. Foto: sto
  • Auch auf dem Wochenmarkt werden derzeit Christrosen angeboten – beispielsweise am Stand von Friedrich Vollmer. Foto: sto
270_0900_33618_Stolte_Christiane_sto_sepia.jpg

Um die Christrose, bei der es sich genau genommen nicht um eine Rose, sondern um ein Hahnenfußgewächs handelt, ranken sich Legenden und Geschichten. Eine Legende gibt Auskunft über ihren Namen: Ein armer Hirte wollte das Jesuskind in Bethlehem besuchen, hatte aber kein Geschenk. Weil er mitten im Winter keine Blumen am Wegesrand fand, weinte er bitterlich. Seine Tränen fielen auf die Erde – und plötzlich wurden die Tränen zu Blüten, die so schön wie Rosen aussahen. In manchen Gegenden gilt die Christrose sogar als Orakelblume. So werden in der Weihnachtsnacht zwölf Blütenknospen der Christrose ins Wasser gestellt. Jede Knospe steht für einen Monat. Das Wetter des kommenden Jahres wird an der Art und Weise „abgelesen“, wie sich die Knospen öffnen. Die geschlossenen Knospen bedeuten schlechtes, die geöffneten gutes Wetter.

Wer sich von der Christrose einen Blumenstrauß für die Vase schneiden möchte, sollte die Stiele von unten etwa einen Zentimeter weit spalten und die Blüten eine Nacht im Wasser kühlen. Auf diese Weise halten sie etwa eine Woche. Kombiniert mit kurzstieligen roten Rosen oder Tannenzweigen sind sie ein traumhafter Anblick auf der weihnachtlich geschmückten Tafel – aber Vorsicht: Christrosen sind wie alle Nieswurz-Arten giftig.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare