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Prall und rund

Die Apfelsaison hat wieder begonnen

HAMELN. Wellant, Holsteiner-Cox, Delbar-Estivale oder Elstar. Später dann noch Kanzi, Braeburn, Fuji, Boskoop und Topaz. Auf dem Hamelner Wochenmarkt hat die Apfel-Saion begonnen. Nach und nach kommen nun die verschiedenen Sorten an die Stände.

veröffentlicht am 19.09.2017 um 18:56 Uhr

Hansi Wedeking lädt Greta-Hannah (2) und Henry (3) zum Naschen und Schälen ein. Karola Rust bringt Nachschub. Foto: sto
Stolte Christiane

Autor

Christiane Stolte Reporterin

Obstbäume gehören seit Jahrtausenden zum Idealbild eines vollkommenen Gartens, wie er vor allem Königen gebührte. Schon Homer beschrieb den legendären Garten des Königs Alkinoos, in dem „Bäume mit laubigem Wipfel in die Höhe streben, voll süßer Feigen und rötlich gesprenkelter Äpfel“. Römische Kaiser wandelten in ihren Villen unter Apfelbäumen. Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst (1620 bis 1688), hat sich für den Obstbau eingesetzt und ihn in Brandenburg vorangetrieben. Ebenso Friedrich II. Bürger, die die Bäume mutwillig zerstörten, wurden mit Stockschlägen bestraft oder sogar in Festunshaft genommen. In seinem Schloss „Sanssouci“ ließ der „Alte Fritz“ als Erstbepflanzung im Mai 1746 Äpfel- und Birnenbäume in Form von Pyramiden aus einer Gärtnerei in Haarlem pflanzen. Der hohe ästhetische Wert eines reifen, rotbackigen Apfels und sein lukullischer Wert auf einer festlichen Tafel soll ihn fasziniert haben. Stolz über die Produkte aus seinem Schlossgarten, ließ der König in einem der Gästezimmer des Schlosses Früchtestillleben über den Türen anbringen. Wer mehr über den Alten Fritz und den Apfel erfahren möchte, dem sei das Buch „Äpfel fürs Volk – Postdamer Pomologische Geschichten“ zu empfehlen. Es ist erschienen im Vacat-Verlag, Potsdam.

Wissenswertes über Äpfel ist aber auch an den Obst- und Gemüseständen des Wochenmarktes zu erfahren, denn die Apfelsaison hat begonnen. Prall und rund ziehen die rot-, grün- und gelbbackigen Früchte die Blicke auf sich. Beispielsweise am Stand von Obstbauer Wedeking. Sorten wie Wellant, Holsteiner-Cox, Delbar-Estivale oder Elstar gehören derzeit zur Auswahl. „Bald kommen weitere Sorten wie Kanzi, Braeburn, Fuji, Boskoop und Topaz dazu“, erklärt Karola Rust, Mitarbeiterin des Obstbauern. Die Ernte der früheren Apfelsorten sei in diesem Jahr wegen der frostigen Temperaturen zur Zeit der Apfelblüte etwas geringer ausgefallen. Verzichten auf seine Lieblingssorte müsse aber niemand.

Der Renner am Stand von Wedeking ist die junge Sorte „Wellant“. Die Clubsorte, die in ihrem Aussehen eher einer alten Apfelsorte ähnelt, heißt eigentlich „Fresco“. Es ist eine neue Sorte, die 1987 in den Niederlanden gezüchtet wurde. Sie ist eine Weiterzüchtung von „Elstar“ und „Elise“. Wer gern süß-säuerliche Äpfel mit einem saftigen und festen Fruchtfleisch genießt, liegt mit Wellant richtig. Seine Besonderheit: Im Vergleich zu anderen Sorten ist er besonders groß und schwer. Manche Exemplare bringen es auf über 400 Gramm. Ein Apfel reicht in diesem Fall für die ganze Familie.

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Wellant ist ebenso wie andere Sorten ein Apfel für die Gesundheit. Er enthält viele Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium, Phosphor, Kalium und Natrium. Direkt in der und unter der Schale schlummern außerdem viele Vitamine – beispielsweise Vitamin C. Der „Jüngling“ aus den Niederlanden wird übrigens für Allergiker empfohlen, die sonst auf Äpfel verzichten müssen.

Wellant ist aber auch wie alle Apfelsorten ein Multitalent in der Küche. Er eignet sich als Kuchenbelag, für Obstsalate und als Pfannengericht. Besonders lecker ist ein Gericht aus der Schweiz namens „Apfel-Bachis“. Ein super leckerer Pfannekuchen!

Information

Zutaten für vier Personen:

  • 8 mittelgroße Äpfel,
  • 2 Bio-Orangen,
  • 50 g Zucker,
  • einen halben Liter Milch,
  • 5 Eier,
  • sechs gehäufte EL Mehl,
  • 2 EL Weißwein (oder Traubensaft),
  • 2 EL Zucker,
  • 1 Päckchen Vanillezucker,
  • abgeriebene Schale einer halben Bio-Zitrone,
  • 125 g Butter,
  • Zucker und Zimt.


Zubereitung: Äpfel würfeln (bei Bedarf vorher schälen), Orangenschale abreiben. Orangen schälen und auch würfeln. Mit den Äpfeln mischen, mit Zucker bestreuen. Aus Milch, Eiern, Mehl, Weißwein (Traubensaft), Zucker, Vanillezucker, abgeriebener Orangen- und Zitronenschale einen Teig rühren. Obstwürfel unterheben. Butter in einer großen Pfanne erhitzen. Masse hineingeben. In etwa zehn Minuten die Unterseite goldgelb backen. Wenden und die zweite Seite etwa fünf Minuten backen. Mit Zucker und Zimt bestreuen, Portionen teilen und genießen.



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