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Einen Monat nach SZ-Bericht: Einhundertfünf nutzen „Rinteln.email“ / Resonanz im Vergleich zu Hameln gering

Die 100 ist geknackt

RINTELN. Ziemlich genau einen Monat nach Einführung des Maildienstes „Rinteln.email“ freut sich Entwickler Matthias Hackbarth über 105 Nutzer. Die 100er-Marke war in der vergangenen Woche geknackt worden. „Rinteln.email“ ist ein Maildienst für Rintelner Lokalpatrioten, also für all jene, die in ihren Mailadressen den Namen Rinteln haben möchten: maxmustermann@rinteln.mail.de zum Beispiel.

veröffentlicht am 09.08.2016 um 15:43 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:04 Uhr

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Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite

Im Vergleich zu Hameln ist die Anzahl der Nutzer allerdings gering. In Hameln ging Matthias Hackbarth, selbst Hamelner, erstmals mit seinem Maildienst an den Start. Dort waren es nach rund zwei Monaten schon mehr als 1500 Nutzer. Inzwischen sind es etwa 1800. Nun hat Hameln aber auch mehr als doppelt so viele Einwohner als Rinteln.

Aber auch dessen ungeachtet hat Hackbarth den Eindruck, dass die Resonanz auf seinen Maildienst in Rinteln geringer ausfällt als in Hameln. „In den sozialen Netzwerken wird kaum über den Dienst gesprochen“, sagt Hackbarth im Gespräch mit der SZ. „Die Leute haben den Maildienst zur Kenntnis genommen, aber dann nicht weiter beachtet.“

Die etwa 4000 Seitenaufrufe im vergangenen Monat sprächen für keine große Resonanz. Trotzdem freut sich Hackbarth über die 105 Nutzer, die sich bislang bei seinem kostenlosen Maildienst angemeldet haben.

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Dazu kommt, dass Hackbarth schätzt, dass auf diese 105 nur etwa 20 Prozent aktive Nutzer kommen. „Der Rest besteht aus Namensblockern oder nutzt den Dienst als Spam-Mail-Adresse“, so Hackbarth.

Und im Vergleich zu Bad Pyrmont sieht die Bilanz für Rinteln auch schon wieder positiver aus. Für den Ableger „BadPyrmont.email“ hätten sich bislang rund 150 Nutzer angemeldet, und das obwohl Bad Pyrmont, gemessen an seinen Einwohnern (rund 19 000), noch kleiner ist als Rinteln. Allerdings hat die Kurstadt einen zeitlichen Vorsprung gegenüber Rinteln, ist Hackbarths Maildienst dort doch auch viel früher an den Start gegangen als in Rinteln.

Ein weiterer Ableger ist „weserbergland.email“. Mit etwa 20 Nutzern ist die Resonanz dort jedoch verschwindend gering. Auch die Holzmindener können inzwischen „lokalpatriotisch“ Mails versenden. Neue Anfragen erreichten Hackbarth aus Bad Münder sowie aus dem fernen Visselhövede bei Walsrode.

Anmelden kann man sich bei diesen Maildiensten ausschließlich in Niedersachsen. Eine Vorsichtsmaßnahme von Softwarenentwickler Hackbarth. „Ich will nicht, dass sich Leute beispielsweise in den USA bei ,Rinteln.email’ anmelden und die E-Mailadressen missbrauchen“, erklärt er. Rintelner also, die ihrer Heimatstadt irgendwann den Rücken zugekehrt haben, sich aber ihrer Heimatstadt immer noch verbunden fühlen, können sich also nur von Niedersachsen aus anmelden.

Die Serverkosten in Höhe von 59 Euro im Monat zahlt Hackbarth aus eigener Tasche. Erst wenn der Aufwand für Verwaltung und Kundenservice zu groß werden sollten, würde Hackbarth erwägen, Sponsoren hinzuziehen.

Matthias Hackbarth, der politisch als Mitglied der Piratenpartei aktiv ist, erklärt auf der Startseite von „Rinteln.email“, er verfolge mit seinem „Projekt keinerlei finanzielle Interessen oder Absichten, etwaige Daten zu sammeln oder zu verwerten“.

Aber macht es nicht doch einen Unterschied, ob man sich als einer von Millionen bei einem Maildienst-Riesen wie Yahoo anmeldet oder als einer von ein paar Hundert oder Tausend bei einem Maildienst vor Ort, dessen Mitarbeiter ihre Kunden womöglich persönlich kennen?

Klar hätten Hackbarth und die Mitarbeiter seiner Firma Haggybear die Möglichkeit, die Mails der Maildienstnutzer zu lesen, so wie alle anderen Maildienste auch. „Aber das machen wir nicht“, beteuert Hackbarth. Deshalb würden bei „Rinteln.email“ & Co. eben auch keine Daten gesammelt, was anderswo gang und gäbe sei. „Anbieter wie Yahoo oder Google analysieren dagegen jede einzelne E-Mail ihrer Kunden und werten sie aus, um dann personifizierte Werbung zu platzieren“, sagt Hackbarth.

Um sich davor zu schützen, dass die eigenen Mails von Dritten mitgelesen werden, müsse man seine Nachrichten eigens verschlüsseln: mit dem Programm PGP, Pretty Good Privacy. Eine Möglichkeit, von der Hackbarth selbst nur selten Gebrauch mache.



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