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50 Jahre nach dem Kennedy-Mord: Ermittlungsakten immer noch unter Verschluss

Der Star unter den Präsidenten

Er war bei der Amtseinführung der jüngste US-Präsident, der erste Katholik, er hatte Charisma und eine Weltklassefrisur, und er war nur 1000 Tage im Amt. Trotzdem hat John F. Kennedy die Menschen so fasziniert, dass die Nachricht von seinem Tod nicht nur die USA, sondern die ganze Welt schockte.

veröffentlicht am 18.11.2013 um 00:00 Uhr

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Am 22. November 1963 wird er in Dallas/Texas erschossen. Drei Tage später erhält er ein Staatsbegräbnis auf dem Heldenfriedhof von Arlington. Durch seinen frühen Tod wird Kennedy zum Mythos, zum Symbol für alle uneingelösten Hoffnungen der amerikanischen Bevölkerung.

Die Tat und deren Hintergründe werden von der sogenannten Warren-Kommission untersucht, die 1964 zu dem Schluss kommt, dass der Haupttatverdächtige, Lee Harvey Oswald, der zwei Tage nach dem Attentat auf Kennedy ebenfalls erschossen wird, allein gehandelt hat. Das öffnet Spekulationen Tür und Tor.

Das gute Aussehen des jungen Präsidenten, sein gewaltsamer Tod und der Glanz, der ihn und den gesamten Kennedy-Clan umgeben, trugen dazu bei, dass sich ein regelrechter Kennedy-Mythos bildete. So wird er heute von vielen als größter amerikanischer Präsident neben Abraham Lincoln angesehen.

Seine Witwe strickte fleißig am Mythos mit. Legendär wurde ein Interview, in dem sie das Leben und Regieren ihres Mannes als „Camelot“ umschrieb und damit Kennedy und seine Berater auf eine Stufe mit dem mythischen Schloss von König Artus und seiner Tafelrunde stellte. Dadurch erschien das Attentat nachgerade als Königsmord.

Mit Kennedy starb rückblickend die Hoffnung auf eine bessere Welt, immer wieder wird spekuliert, dass die amerikanischen Rassenunruhen der 1960er Jahre, die Morde an Martin Luther King und Robert Kennedy, der Vietnamkrieg mit seinen ungezählten Toten und die Watergate-Affäre nicht stattgefunden hätten, wäre Kennedy nicht ermordet worden.

Stephen King hat diese Überlegung in einem seiner besten Romane einmal näher untersucht: In „Der Anschlag“ reist sein Held in der Zeit zurück und verhindert das Attentat auf Kennedy – mit schlimmen Folgen.

Übrigens: Der mutmaßliche Mörder, Lee Harvey Oswald, verbrachte die Nacht vor dem Anschlag auf den US-Präsidenten in einem unscheinbaren Haus. Zum 50. Jahrestag eröffnet es als Museum.

Die Akten über Kennedys Ermordung bleiben bis 2017 unter Verschluss. Bis dahin wird weiter munter spekuliert werden, wer für das Attentat verantwortlich war: Oswald? Die CIA? Die Mafia? Lyndon B. Johnson? Fidel Castro? J. Edgar Hoover?

Der Berliner Geschichtsprofessor Knud Krakau sieht es so: „Die Historiografie und die seriöse Publizistik neigen im Ergebnis dazu, die Alleintäterschaft Oswalds anzunehmen – und sei es auch nur, weil alle Alternativen noch weniger überzeugen.“rnk



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