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„Das werden Juwelen“

Gründerzeit-Villen sollen nach Sanierung als Eigentumswohnungen verkauft werden

veröffentlicht am 27.03.2013 um 00:00 Uhr

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Obernkirchen. Der Denkmalschutz hat das innovative Vorhaben des Bückeburger Investors Sven Morawe (Immobilienfonds Schaumburg-Lippe) durchkreuzt, zwei in der Eilsener Straße 9 und 11 gelegenen Gründerzeit-Villen behutsam zu stilvollen Mehrfamilienhäusern für alleinerziehende Mütter umzubauen. Angedacht war, den Zuschnitt der – bei einer Versteigerung für 106 000 respektive 112 000 Euro erworbenen – Gebäude dergestalt zu ändern, dass insgesamt acht Wohnungen in Größenordnungen von jeweils 45 bis 50 Quadratmetern geschaffen werden. In jedem Haus sollte es zudem eine großzügig dimensionierte Gemeinschaftsküche als Kommunikationsmittelpunkt geben. Ferner war geplant, in einem kleinen Nebengebäude einen Hort für die Kinder der Bewohnerinnen einzurichten, damit die Mütter einer Erwerbstätigkeit nachgehen können.

„Leider ist das nicht machbar, da sich herausgestellt hat, dass beide Gebäude Volldenkmäler sind“, berichtet Morawe. Aus diesem Grund dürfe er die vorhandene Raumaufteilung nämlich nicht verändern. Gefrustet ist er deswegen allerdings nicht. Vielmehr hat er bereits einen für ihn nicht minder attraktiven Plan-B ausgearbeitet: „Jetzt restauriere ich die Häuser und mache eben Eigentumswohnungen daraus.“ Dabei werden die Immobilien zwar ebenfalls kernsaniert, ausgenommen sind aber jene Bauteile, die die zuständige Behörde als zwingend erhaltenswert eingestuft hat. So etwa einen alten Fliesenfußboden, der noch dermaßen gut erhalten ist, „als ob er erst gestern eingebaut worden ist“, verrät der Bückeburger. Nicht ohne einzuräumen, dass es ihm deswegen durchaus „im Herzen brennen“ würde, wenn dieser wunderschöne Fliesenbelag einem Umbau zum Opfer fallen würde.

Was laut Morawe indes gemacht wird, ist eine energetische Sanierung der beiden Gründerzeit-Villen, die deren jeweilige Einstufung als so genanntes „KfW-Effizienzhaus 70“ zum Ziel hat. Gebäude also, deren Jahresenergiebedarf maximal 70 Prozent eines Neubaus beträgt, der nach den Maßgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) erstellt worden ist. Die Außenwände werden übrigens von innen her gedämmt, um die Fassadenansicht der Häuser nicht zu verändern, und geheizt wird mit Fernwärme vom Blockheizkraftwerk des Obernkirchener Sonnenbrinkbades.

„Das werden Juwelen, da bin ich mir ganz sicher“, resümiert der Immobilienexperte. Von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) habe er zudem erfahren, dass beide Objekte nach Abschluss der jetzt geplanten Sanierungsmaßnahmen die ersten denkmalgeschützten Gebäude in Deutschland wären, die den „KfW-Effizienzhaus 70“-Standard erfüllen. wk

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