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Vor 40 Jahren: Alliierte Botschafter unterzeichneten mit einem Tag Verzögerung

Das verspätete Viermächteabkommen

Am 3. September 1971 haben die Botschafter der vier Besatzungsmächte, Jean Sauvagnargues (Frankreich), Sir Roger Jackling (Großbritannien), Pjotr Abrassimov (Sowjetunion) und Kenneth Rush (USA), im alliierten Kontrollzentrum in West-Berlin das Viermächte-Abkommen unterschrieben und damit „die erste Phase des 17-monatigen Tauziehens um eine befriedigende Berlin-Regelung“ beendet, wie unsere Zeitung am 4. September berichtet.

veröffentlicht am 29.08.2011 um 00:00 Uhr

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Autor:

Nelli Oberlender
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Die Berlin-Regelung stellte das erste Regierungsabkommen der Alliierten seit Beginn des Kalten Krieges dar. Mit der Unterzeichnung des Viermächte-Schlussprotokolls am 3. Juni 1972 traten die hier festgelegten Regelungen in Kraft. Allerdings war der 3. September bereits ein verspäteter Termin, die Unterzeichnung und Paraphierung hätte eigentlich schon am 2. September stattfinden sollen.

Die Botschafter hatten laut unserer Zeitung im Voraus „in 33 Sitzungen von insgesamt 142 Stunden Dauer hart um eine befriedigende Berlin-Regelung gerungen“. Die Unterzeichnungs-„Zeremonie“ war für den 2. September um 13 Uhr geplant. Unsere Zeitung titelte: „Heute Unterzeichnung des Berlin-Abkommens“ und berichtete von der „direkten Übertragung“ durch das Deutsche Fernsehen ab 12.55 Uhr. Auch zahlreiche andere Fernsehsender aus der ganzen Welt waren gekommen, um das Ereignis live übertragen zu können.

Die deutsche Fassung des Vertragstextes, die laut unserer Zeitung die „Verhandlungsgrundlage für innerdeutsche Gespräche“ im Anschluss an die Unterzeichnung bilden sollte, konnte jedoch nicht rechtzeitig fertiggestellt werden, woraufhin die Unterzeichnung auf den nächsten Tag verschoben werden musste. Ein Kommentar von Christian Decius in der Schaumburger Zeitung: „Ärgerlich ist das Warten nur für die Fernsehteams und die Journalisten.“ Den Politikern käme es nicht auf den Tag der Unterzeichnung, sondern generell auf den Abschluss der Verhandlungen an.

Die Botschafter einigten sich in dem Abkommen über den Status West-Berlins, das zwar weiterhin an die Bundesrepublik gebunden, jedoch kein Bestandteil dieser mehr sein sollte, über die Grundlagen des Rechtsstatus der geteilten Stadt und über den Zugang zu West-Berlin.

Obwohl der Bonner Regierung laut unserer Zeitung der schwierigste Teil, nämlich die Verständigung mit Ost-Berlin über die „Ausfüllung des Vertragsrahmens“, noch bevorstand, bezeichnete Bundeskanzler Willy Brandt das Abkommen schon als „historisches Ereignis“ und als „wichtigen Schritt auf dem Weg, die Folgen der Spaltung Europas und des deutschen Vaterlandes zu mildern und nach Möglichkeit sogar zu überwinden“.

Und auch Botschafter Abrassimov zog nach der Unterzeichnung ein positives Fazit: „Ende gut, alles gut!“

Am 4. September 1971 berichtete unsere Zeitung über das Viermächteabkommen, dass die Alliierten schon damals als „historisches Ereignis“ bezeichneten.



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