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Mit Einführung des Gregorianischen Kalenders vergeht die Zeit etwas genauer

Das Schaltjahr hat der Papst gebracht

Der römische Feldherr Gaius Julius Caesar machte sich nicht nur einen Namen als Kaiser und Diktator, er verewigte sich auch als Reformator der Zeitrechnung: Er schaffte den altrömischen Kalender ab, der mit Schaltmonaten versucht hatte, die Differenz zwischen Mondjahr und Sonnenjahr zu überbrücken. Der sogenannte Julianische Kalender führte alle vier Jahre ein Schaltjahr mit 366 Tagen ein; das durchschnittliche Jahr hatte dadurch 365,25 Tage und entsprach damit fast genau dem Sonnenjahr. Diese Zeitrechnung aber fand vor 430 Jahren ihr Ende.

veröffentlicht am 20.02.2012 um 00:00 Uhr

Mit einer päpstlichen Bulle verordnete Papst Gregor XIII. am 24. Februar 1582 die Einführung des Gregorianischen Kalenders, der bis heute gilt. Das Problem beim Kalender des Julius Caesar: Die Erde braucht für ihren Umlauf um die Sonne exakt 365,24219878 Tage – und damit etwas weniger, als der Julianische Kalender vorgesehen hatte. Im 16. Jahrhundert hatte sich dieser kleine Fehler auf zehn Tage addiert.

Papst Gregor ließ deshalb die zehn Tage zwischen dem 4. und dem 15. Oktober 1582 ausfallen und führte die noch heute geltende Regelung der Schaltjahre ein. Alle hundert Jahre wurde der vierjährige Schaltjahrrhythmus unterbrochen – 1700, 1800 und 1900 waren also ausnahmsweise keine Schaltjahre. Hiervon wieder ausgenommen wurden die Jahre, die nicht nur durch 100, sondern auch durch 400 teilbar sind. Das Jahr 2000 war, als Ausnahme von der Ausnahme, wieder ein Schaltjahr.

Die meisten katholischen Staaten und Regionen Europas übernahmen den Gregorianischen Kalender 1582/1583. Doch die protestantischen Länder hatten mit der päpstlichen Regelung ihre Probleme. Erst im Laufe des 17. Jahrhunderts wagten einige evangelische Gebiete diesen Schritt, so beispielsweise das Herzogtum Preußen 1612. Seit Beginn des Jahres 1700 galt der Gregorianische Kalender schließlich in allen evangelischen Territorien des Deutschen Reiches. Über hundert Jahre hatten die Deutschen also mit zwei unterschiedlichen Kalendern gerechnet. In anderen Ländern Europas dauerte es noch etwas länger. So wurde in Großbritannien – und damit auch in den nordamerikanischen Kolonien, aus denen die USA entstehen sollten, der Gregorianische Kalender in der Nacht vom 2. auf den 14. September 1752 eingeführt. Ein Jahr später folgten Finnland und Schweden; Norwegen rechnete bereits seit 1700 mit der neuen Zeit. Am schwersten tat sich das orthodoxe Osteuropa, das bis zum 20. Jahrhundert am Julianischen Kalender festhielt. Die russische Oktoberrevolution begann daher nach dem Gregorianischen Kalender, der hier seit 1918 gilt, am 7. November 1917 – nach dem Julianischen Kalender war es der 25. Oktober. Das russische Weihnachtsfest fällt übrigens deswegen auf den 7. Januar. In Griechenland galt der Julianische Kalender noch bis 1923, in Rumänien bis 1924, und als letzter Staat führte die Türkei 1927 den Gregorianischen Kalender ein.

Fachleute merken übrigens an, dass auch das Gregorianische Jahr letztlich um exakt 26 Sekunden zu lang ist. Allerdings sind rund 3000 Jahre erforderlich, um diesen Fehler der Natur oder der menschlichen Rechnung zu einem vollen Tag werden lassen.

2012 ist ein Schaltjahr. Der Februar hat alle vier Jahre 29 Tage. Diese Zeitrechnung ist 430 Jahre alt.

Foto: ll



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