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Fanden die Fährmänner von Großenwieden einst Gold in ihren Stiefeln?

„Das ist doch alles Schiet!“

Man ist noch nicht ganz angekommen und fühlt sich schon gut aufgehoben bei Fährmann Wilfried Lammich in Großenwieden, der von weitem ruft: „Na, junge Dame, wollen Sie über?“ „Nein, danke, ich will zu Ihnen.“ Der Fährmann freut sich und wir sind prompt im Gespräch. Während zwei Radfahrer, ein ortsansässiger Landwirt und eine junge Autofahrerin „den Neuen“, so wird Wilfried Lammich von allen genannt, um Überfahrt bitten, nutzt der Fährmann die Gelegenheit, der Presse gegenüber die eine oder andere politische Entscheidung rund um die Fähre zu kommentieren. Nachdem die ersten Passagiere über die Weser gebracht wurden, kommen wir auf die Sage vom Großenwiedener Fährmann und den Zwergen zu sprechen. Es soll im kleinen Großenwieden einst ein Zwerg zum Fährmann gekommen sein, der ihn um Überfahrt bat. Der Fährmann kam der Bitte nach und setzte mit dem Kleinwüchsigen über, der aber, am anderen Ufer angekommen, nicht von Bord gehen, sondern immer wieder von der einen zur anderen Weserseite fahren wollte. Da bemerkte der Fährmann plötzlich, dass er nicht nur diesen einen, sondern noch viele andere Zwerge hinüberfuhr. Nach vielen Stunden des Nachts wurde die Fähre immer zwergenleerer und irgendwann ging auch der Auftraggeber an Land. Als der Fährmann nach seinem Lohn fragte, verwies der Kleine auf die Fähre, sein Lohn sei an Bord. Dort sah der Fährmann allerdings nichts als Mist, den er wütend und fluchend in die Weser schaufelte. Dabei muss ihm etwas in den Schuh gefallen sein, was er zu Hause bei seiner Frau bemerkte. Als er jedoch seinen Schuh auskippte, fiel kein Mist, sondern zwei Stücke pures Gold heraus, das angeblich dafür gesorgt haben soll, dass auch seine Nachkommen noch viel Geld hatten. Dieser Sage zufolge müsste der Fährmann von Großenwieden also reich sein. Auf die Frage danach antwortet „der Neue“ lachend und wie aus der Pistole geschossen „Klar, stinkreich!“

veröffentlicht am 26.09.2014 um 06:00 Uhr

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Autor:

von danila köhls


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