weather-image
28°
Denkmal erinnert an die Geschichte des Ortes

Das Berliner Tor steht in Exten

Exten. Es müssen wilde Gestalten gewesen sein, die aus einem einfachen Gartentor das „Berliner Tor“ machten. „Zwei oder drei Haudegen aus dem Ersten Weltkrieg“, so erklärt es Horst Vöge, die während des Krieges in einer Berliner Einheit dienten, saßen dort nach Ende des Krieges regelmäßig in einem Kleingarten. Einzelheiten über diese Männer sind nicht überliefert. Doch der Name „Berliner Tor“ ist auch lange nach dem Tod der namensgebenden Extener Veteranen im Gedächtnis geblieben. Nachdem auch das ursprüngliche „Berliner Tor“ der Vergangenheit angehört, erinnert heute an der Stelle ein Denkmal an diese Besonderheit Extens.

veröffentlicht am 08.06.2013 um 00:00 Uhr

270_008_6397953_ri_berlinertor_0806.jpg

Autor:

von Jakob Gokl

In der Nachbarschaft wusste damals jeder, was mit dem Berliner Tor gemeint war, sagt Vöge, der erste Vorsitzende des Heimatvereins Exten. Wo heute die Behrenstraße auf die Uchtdorfer Straße trifft, lag früher eine Kleingartensiedlung. Der Garten, in dem die Veteranenrunde sich regelmäßig traf, war von der Behrenstraße gut einzusehen, die Runde der ehemaligen Soldaten war in Exten schnell bekannt.

Vorbeigehende Nachbarn tauften das östliche Eingangstor des Gärtchens damals wahrscheinlich aufgrund dieser Gäste mit dem Namen „Berliner Tor“. So ging es in die Geschichte Extens ein. Auch lange nachdem die ehemaligen Soldaten sich nicht mehr hinter dem Berliner Tor trafen, wurde das Eingangstor weiter so genannt. Eine offizielle Bezeichnung sei „Berliner Tor“ nie gewesen, erklärt Vöge, doch in den Köpfen der Menschen war der Name präsent.

Heute ist das eigentliche Berliner Tor in Exten schon lange Geschichte. Doch vergessen haben die Bewohner die Bezeichnung trotzdem nicht. Einer von ihnen ist Helmut Luthe. Um, wie er sagt, „Den Menschen die Geschichte in Erinnerung zu rufen“, ließ er zusammen mit anderen Anwohnern dem Tor ein Denkmal setzen.

270_008_6084521_logo_wussten_sie_schon_pfad.jpg

An der Errichtung waren damals neben Luthe auch noch Günter Grothe, Hermann Hupe, Heinrich Edler und Horst Heim beteiligt. Dessen Frau Helga Heim habe sich angeboten, das Denkmal mit einem Blumenbeet zu versehen, erzählt Luthe. So steht nun gut sichtbar am östlichen Eingang der Behrenstraße ein steinerner Torbogen mit einem hölzernen Balken, auf dem in großen Lettern „Berliner Tor“ geschrieben steht. Der Torbogen sieht zwar nicht exakt so aus, wie das alte Berliner Tor, die Pfeiler hätten aber ähnlich ausgesehen, erklärt Vöge. Vor einigen Jahren, erzählt er belustigt, „da versuchte jemand, das Denkmal als Einfahrt zu benutzen.“ Derjenige hatte wohl ordentlich einen über den Durst getrunken und rammte einen der Pfeiler um. Dieser wurde vom Heimatverein Exten, der mittlerweile die Pflege des Denkmals übernommen hat, wieder aufgerichtet. Wodurch das Denkmal die Extener und alle Besucher weiterhin an die reichhaltige und lange Geschichte von Exten erinnern kann.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare