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Letzte Bundestagswahl in Westdeutschland vor dem Ende der DDR

Dann kam die Wiedervereinigung

Es war kein überraschendes Ergebnis für den Amtsinhaber Helmut Kohl: Mehr als drei Viertel der Wahlberechtigten hatten zur Bundestagswahl im Januar 1987 einen Sieg der Koalitionsparteien erwartet. Kohl wurde erneut Bundeskanzler. Überraschend waren allerdings die Verluste der Unionsparteien bei der Wahl, die zum letzten Mal lediglich in den alten Bundesländern Deutschlands stattgefunden hatte.

veröffentlicht am 23.01.2012 um 00:00 Uhr

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Durch das Wahlergebnis hatten sich damit die Gewichte im Lager der Koalitionsparteien CDU/CSU und FDP stärker als erwartet zugunsten der FDP verschoben; im Oppositionslager dagegen, nicht ganz so deutlich, zugunsten der Grünen. Die CDU/CSU hatte insgesamt 4,5 Prozentpunkte gegenüber der Wahl von 1983 verloren. Nur 1961, nach dem Bau der Berliner Mauer, waren die Verluste der Union mit 4,9 Punkten noch größer. Der wiedergewählte Bundeskanzler Kohl musste mit einer geschrumpften Mehrheit, dafür aber mit einem gestärkten Koalitionspartner FDP regieren. „Verluste, die niemand in dieser Höhe erwartet hat“, kommentierte Kohl damals. Die Verluste seiner Partei führte der CDU-Vorsitzende auf die niedrige Wahlbeteiligung, den Streit der Koalition über Personalentscheidungen sowie auf „das Gerede, die Wahl sei längst gelaufen“ zurück. Auch Grundfragen der Politik haben eine Rolle gespielt. CDU-Generalsekretär Heiner Geißler sagte, die FDP habe von der guten Politik der Christdemokraten profitiert. Grund der Verluste sei auch der Umstand gewesen, dass einige Koalitionspolitiker die Fortsetzung der Entspannungspolitik infrage gestellt hätten. Damals ahnte noch niemand, dass diese Bundestagswahl die letzte im getrennten Deutschland gewesen ist und dass die Ära Kohl erst elf Jahre später zu Ende gehen würde.

Im Wahlkreis Nienburg-Schaumburg setzte sich 1987 entgegen dem Bundestrend der SPD-Kandidat Ernst Kastning durch. Er wurde mit rund 2000 Stimmen mehr als CDU-Gegenkandidat Helmut Rode direkt in den Bundestag gewählt. Unterm Strich aber wählten die Landkreise Schaumburg und Nienburg im Bundestrend: deutliche Verluste für die Union, leichte Gewinne für die Sozialdemokraten, Stimmenzuwächse für Liberale und Grüne.

Durch die Wiedervereinigung erhielten im Juni 1990 zunächst die 22 West-Berliner Bundestagsabgeordneten das volle Stimmrecht im Bundestag. Die Anzahl der stimmberechtigten Abgeordneten erhöhte sich von 497 auf 519. Am 3. Oktober desselben Jahres zogen 144 Parlamentarier aus der ehemaligen DDR aus der DDR-Volkskammer in den Bundestag ein. Die Anzahl der Bundestagsabgeordneten stieg auf 663. Durch die Erweiterungen des Parlaments zogen auch DSU, PDS sowie die Ost-Vertreter von Bündnis 90/Grüne in den Bundestag ein.

Die erste Bundestagswahl im wiedervereinigten Deutschland fand am 2. Dezember 1990 statt. Die Union erlitt wieder leichte Verluste, blieb aber stärkste Fraktion. Wegen des guten Ergebnisses der FDP behielt die schwarz-gelbe Koalition aber ihre Mehrheit.



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